Die Rettung

Der midi-monsieur hat sich am Mittwoch beim Barfuß-Rugbytraining was in den Fuß gelaufen. Und zwar so fies, dass der Fuß am Donnerstag rot, geschwollen und etwas heiß war. Dazu eine roter Strich, der sich von der Ausgangsrötung Richtung Bein zog. Ich bin ja bei medizinischen Dingen meist sehr gelassen, aber da schrillten auch mal meine Alarmglocken. Ich rief beim Kinderarzt an und wir sollten direkt kommen. Der Kinderarzt entfernte mit einer Kanüle irgendwelchen Kram aus dem Fuß und malte noch ein hübsches Bild.

Wenn der Hase rot und dick oder die Wolke größer würde, müsste das nochmal untersucht werden.

Heute morgen war es ok. Noch rot, aber laut midi-monsieur nicht mehr so schmerzhaft. Er fuhr mit dem Roller zur Schule und zu seiner Mathearbeit.

Und er fuhr mit seinem Roller nach der Schule wieder nach Hause, wo ich mit gepacktem Gepäck auf ihn wartete. Denn heute sollte es nach Strasbourg gehen. Die Rugbymannschaft vom midi-monsieur hat da ein Freundschaftsturnier. Und wenn wir eh schon da sin, können wir ja auch gleich einen Kurztrip draus machen, dachte ich vor ein paar Wochen und buchte Zug und Hotel. 

Ja, er fühle sich reisefähig. Nein, er wolle nicht zu Hause bleiben. Aber er wisse noch nicht, ob er Rugby spielen könne.

Klar, wären wir zu Hause geblieben, wenn er sich nicht nach Reisen gefühlt hätte. Aber mir war diese Minireise schon wichtig. Ganz egoistisch für mich, aber auch für das Kind und mich, weil wir ja nur so viel Alltag haben.

Aber ganz ehrlich dachte ich: Den Fuß beobachten kann ich auch in Frankreich und wenn was ist, müssten wir, weil ja Wochenende und Pfingsten ist, auch in Frankfurt in die Notaufnahme.

Also machten wir uns auf den Weg. Und als er den Rucksack aufschnallte und loshinkelte, fragte ich ihn, ob’s mit dem Roller leichter wäre.

Die Kurztriprettung

Und so fuhr er mit dem Roller zur U-Bahn-Station, vom Strasbourger Bahnhof zu unserem Hotel und abends durch Strasbourg. Kein Murren war zu hören, während ich >13.000 Schritte absolvierte.

Nur zum Schluss wurde es dann doch wieder fies, was uns ein kleines abendliches Abenteuer einbrachte…