Feste feiern

Der Tag hatte noch gar nicht richtig angefangen – sprich, wir hatten noch nicht gefrühstückt -, da dachte ich schon kurz: „Boah, jetzt kann er weg.“ Ich hatte mich über den midi-monsieur so aufgeregt*, dass ich ihn aus dem Wohnzimmer schickte und grummelnd allein in mein Brötchen biss.

Das machte natürlich keinen Spaß und da ich auch nicht nachtragend bin (zumal ich ja auch tendenziell überreagiert hatte), holte ich ihn schnell wieder an den Frühstückstisch. Was dann auch sehr schön war.

Als der Hunger gestillt und der Tisch abgeräumt war, verzog sich das Kind zum Spielen in sein Zimmer und ich vergnügte mich am Rechner mit der Plaung einer kleinen Radtour. Das Kind hatte nämlich vor ein paar Tagen ein Plakat gesehen, das verkündete, dass heute ein Fest im Colorado-Park stattfinden solle. Da wollte er hin.

Else sagte, dass es nur knapp 5 km mit dem Rad seien. Ein Blick aus dem Fenster sagte aber, dass das Wetter für eine längere Tour genutzt werden sollte. Außerdem sagte Twitter, dass heute Radler-Fest am Flugplatz Bonames sei. Der Flugplatz ist schön. Den mag ich gerne. Und die Radtour dahin ist auch relativ entspannt. Dadurch, dass er an der Nidda liegt, geht es ja gewissermaßen „nur“ bergab. Da der midi-monsieur verschnupft ist, war das durchaus wichtig.

Das Ergebnis war eine 20,8 km lange schöne Tour mit Sonne und blauem Himmel, Spielplatz, einem beim bergab fahrenden juchzendem Kind, Sonne, vielen anderen Radlern an der Nidda, Erdbeeren, blauem Himmel, Radler-Fest mit Hüpfburg, Kinderparcour, Glücksrad und Crêpes, immer noch vielen Radlern an der Nidda, Sonne, einem sehr vollen Colorado-Park (der aber sehr schön ist; wir waren da zum ersten Mal), auf dem das Kind eine Stunde lang sehr autonom rumwuselte, ein paar letzten Kilometern durch die Stadt, die noch mit zwei Schreckmomente**/*** aufwarteten.

Wieder zu Hause vergnügte sich der Seehund midi-monsieur auf dem Balkon mit Wasser, ich kümmerte mich ums Essen (Grie Soß war schon fertig, Kartoffeln und Spargel waren schnell geschält), schmiss den Grill an und Kalbsbratwürstchen und Spargelpaket drauf. Dann ließen wir den Abend entspannt ausklingen.

Schön. Oder wie The Busters singen: „Summertime is back in town“ 🙂

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* Ich hatte ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er bei den Mathehausaufgaben, die er vor meinem Aufstehen gemacht hatte, etwas vergessen hatte, woraufhin er sich mit „Böser midi-monsieur“ selbst beschimpfte. Auf diese Kritikunfähigkeit reagiere ich leider etwas unsachlich.

** Als wir an einer der größten Kreuzungen Frankfurts standen, kündigte sich mit Martinshorn und Blaulicht ein Polizeiauto an. Wir ließen es auf der Linksabbiegerspur  passieren und überquerten diese danach via Zebrastreifen. Die nachfolgende Fußgängerampel (über 3 Spuren) zeigte grün. Und während ich noch auf das nächste sich schnell nähernde Martinshorn hörte, war der midi-monsieur schon auf der Hälfte der Straße. Ich habe echt kein Problem mit dem Kind im Straßenverkehr. Er verhält sich echt vorbildlich. Aber in dem Moment hatte ich so eine Panik, dass ich nur noch schreien konnte.
Zum Glück nahm der zweite Streifenwagen auch die Linksabbiegerspur.

*** Weil wir auf der falschen Straßenseite fuhren, und uns auf dem Radweg gerade ein anderer Radfahrer entgegen kam, wich ich auf dem Bürgersteig aus. In dem Moment flogt mir was ins Auge und ich musste beide Augen zukneifen. Reflexartig bremste ich. Tja, leider haben Fahrräder kein Bremslicht und so rauschte der midi-monsieur mir rein und stürzte.
Zum Glück konnte er sich irgendwie (ich sah ja nichts) abfangen und es ist nichts Schlimmeres passiert.

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