Die Gedanken sind frei

Heute geht es mir nicht gut. Es wird immer schlimmer mit der Urlaubsreife. Dazu kommt noch, dass ich ein Projekt vor mir herschiebe und aufschiebe, dass es schon wie ein unbezwingbarer Berg aussieht. Daraus resultiert, dass ich gefühlt vor allem sitze, wie das Kaninchen vor der Schlange. Was wiederum meine Urlaubsreife verstärkt. Und … naja, ich muss ja keinen Teufelskreis erklären.

Als ich den Wannentweet schrieb, war ich kurz versucht, „Keine Sorge, ohne Föhn.“ dranzuhängen. Ich habe es nicht nur gelassen, weil ich es geschmackslos finde, sondern auch weil ich das nicht bin. Ich bin nicht lebensmüde. Ich bin „nur“ müde.

Und trotzdem gingen die Gedanken nach dem Föhn-Gedanken weiter: Was wäre, wenn? Wenn ich es wirklich machen würde, dann würde mich der midi-monsieur finden. Allein dieser Gedanke ist für mich so schrecklich, dass ich es nie machen würde. Auch kann ich mir nicht vorstellen, mein Kind anderweitig – selbstbestimmt – zurückzulassen. Bei dem Gedanken, dass dem midi-monsieur mitgeteilt werden muss – womöglich von irgendeinem unsensiblen Vollpfosten -, dass seine Mama nie wieder kommt, zieht sich nicht nur alles zusammen, sondern mir wird auch regelrecht schlecht. Nein, Selbstmord ist keine Option für mich.

In der Wanne war ich aber auch noch nicht heute.