Vertrauen

Letztens bemerkte eine Freundin, wie toll sie es findet, dass der Kv und ich so ein gutes Verhältnis haben. Dazu muss gesagt sein, dass diese Freundin die Vorgeschichte nicht kennt. Wir haben uns erst kennengelernt, nachdem der ganze Gerichtsmist abgeschlossen war.

Ja, das Verhältnis zwischen dem Kv und mir ist weitestgehend entspannt. Entspannt genug, dass er bei uns übernachten kann, wenn er sein Kind abholt oder nach Hause bringt, oder wenn er kommt, um ihn zu besuchen.

So auch dieses Wochenende: Extra fürs Rugby-Turnier kommt er her. Es war nicht einfach, eine halbwegs sinnige und günstige Verbindung zu finden, und so kommt er heute Nacht an. Zu einer Zeit, zu der ich hoffentlich schlafe. Und weil ich keinen Bock auf Gewecktwerden habe mir mein Schlaf heilig ist, muss ich nicht nur ihm, sondern auch meinem Geschick und meiner Nachbarschaft vertrauen, dass er din an zwei Stellen hinterlegten Schlüssel findet, damit er rein kann, ohne wen zu wecken.

Der midi-monsieur weiß nichts von seinem Glück. Ich wollte zur Aufregung vor dem ersten Rugbyspiel überhaupt nicht auch noch diese Anspannung  („Wann kommt der Papa an?“) mischen.

Wochenendplanung

Am Wochenende steht der erste Einsatz des midi-monsieurs als Rugby-Spieler an. Sein Verein richtet das größte deutsche Rugby-Jugendfestival aus.

Bildquelle: Facebook

Dafür habe ich sehr hartnäckig daran gearbeitet, dass das Kind endlich auch Shirt, Hose und Stulpen in den Vereinsfarben hat. Dazu gab es noch eine Vereinsfleecejacke und ne wärmende Tight. Die Schuhe hat er schon länger, ebenso den Mundschutz.
Morgen werde ich alles (außer Schuhe und Mundschutz) waschen müssen, damit er ausgestattet zu seinen vier Spielen antreten kann.

Morgen werde ich auch Kuchen backen. Denn es werden Helfer und Essenspenden gebraucht, um die vielen Spieler und Zuschauer kulinarisch bei Laune zu halten. Nachdem ich ewig überlegte, was für einen Blechkuchen ich machen werden, weiß ich seit gestern, dass es wohl ein Apfelkuchen wird. Für Sonntag stehe ich in der Muffin-Liste. Und weil ich eine einfache Menge bei der Menschenmenge (ja, gibt nicht nur meinen Kuchen) etwas knausrig finde, mache ich jeweils die doppelte. Was bedeutet, dass ich 1,15 kg Mehl, 645 g Zucker, 625 g Butter, 500 g Blaubeeren, 250 ml Milch, 150 g Speisestärke, 13 Eier, 2 Zitronen, 2 Pk Backpulver, eine noch nicht definierte Menge Äpfel, ggf. Rosinen und Mandelhobel oder -stifte verarbeiten werde.

Auch muss ich das Gästezimmer wieder räumen*, weil der Kv alles möglich gemacht hat, um beim Festival dabei zu sein. Da muss ich noch planen, wie er mitten in der Nacht in die Wohnung kommt, ohne dass ich bis 2h00 oder länger wach bleiben muss.

Was gut ist: Ich werde wohl nicht groß Essen planen müssen, denn das werden wir wohl vor Ort erledigen.

Und weil ich schon eine kleine Meise habe, habe ich auch schon die Nagellacke in Vereinsfarben (schwarz und rot) rausgesucht.

Ach ja: Wer in der Gegend ist, ist herzlich eingeladen, vorbeizuschauen und das Kind anzufeuern.

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* Da die Heizungsanlage unter meinem Zimmer immer noch nicht rund läuft und immer wieder komische Geräusche macht, bin ich halt umgezogen.

Sieglinde von Gravensteiner zu Elstar

Seit der Postbotengeschichte reagiere ich ja etwas genervt aufs Klingeln meiner Klingel. Zumindest meistens. Außerdem reißt es mich auch oft aus irgendwas raus.

Heute gegen 11h00 war ich gnädig gestimmt und öffnete dem … Bauern. Ja, ein Wetterauer Bauer stand vor meiner Tür und bot mir Kartoffeln und Äpfel an. Lagerfähige Kartoffel und Äpfel. Jeweils drei Sorten habe er dabei.

Ja, warum nicht. Ich hätte sonst eh auf den Markt gemusst.

Ein kleiner Haken war an der Sache…

… Die kleinsten Gebindegrößen sind 15 kg für Kartoffeln (in meinem Fall Sieglinde) und 20 kg für Äpfel (Gravensteiner und Elstar gemischt).

Das ess‘ ich nicht

Heute gab es mal wieder Ihh-Zucchini-kein-Fleisch-ess-ich-nicht. Der midi-monsieur ist durchaus ein Carnivore. Dennoch versuche ich – unter der Woche – fleischfreier zu kochen. Das heißt, dass es mehr Gemüse gibt. Allerdings ist das eine oder andere Gemüse „des Teufels“ – zumindest, wenn man das Kind fragt. Aber auf Einzelschicksale kann nur bedingt Rücksicht genommen werden. Und wenn ich es geschickt anstelle, kann ich ihm ziemlich viel unterjubeln. Er isst ja auch sehr gerne geräucherten Tofu, weil er glaubt, dass es irgendwas Fleischiges ist.

Heute gab es Z’oodles und K’oodles mit Soße. Mit sehr leckerer Soße. Und weil die wirklich sehr lecker war, schreibe ich es mal auf:

Zutaten
80-100 g rote Linsen (trocken)
150 ml heißes Wasser
1 Dose (400 g) geschälte Tomaten bzw. Pizzatomaten (Passata ginge bestimmt auch)
1 Dose (400 ml) Kokosmilch
Salz
Zucker
Curry
Öl

Zubereitung
Topfboden (breiter Topf) mit Öl etwas mehr als benetzen; wenn heiß (nicht zu stark erhitzen) Linsen darauf verteilen und recht großzügig Currypulver dazugeben. Dann alles ein bisschen bewegen

Wenn ein Großteil der Linsen heller geworden ist: Mit dem heißen Wasser ablöschen und etwas köcheln lassen (fragt mich nicht nach Zeitangaben, ich mach das nach Gefühl und Wellenschlag)

Dann die Tomaten zugeben und damit dann auch Salz (nicht zu wenig) und eine Prise Zucker zugeben; mit Deckel köcheln lassen, bis die Linsen weich sind und auch auch ein ein Großteil der Flüssigkeit verkocht ist.

Dann Topf vom Feuer und die Kokosmilch zugeben, ggf. mit Curry und Salz nachwürzen, Topf auf die noch warme Platte stellen (Kokosmilch sollte nicht aufkochen)

Ohne Ei wäre es sogar vegan gewesen. Aber Proteine braucht der Mensch (und besonders das Kind).

Das war sehr sehr lecker und passte sehr gut zu den Zucchini- und Kartoffelnudeln.

Und das arme Kind?! Das fand das alles so ekelig, dass er noch einen Nachschlag nahm – „mit extra viel Soße“.

Technik

Ich habe mir letzens einen neuen Stabmixer gegönnt. Der alte tut es zwar noch, aber nicht immer so, wie er soll. Und jetzt in der Grie-Soß-Saison kann ich mit keinen Ausall erlauben.

Der Router spinnt. Er ist wohl in die Jahre gekommen. Nun bekomme ich einen neuen. Bald. Hoffentlich.

Der Laptop qualifiziert sich auch so langsam für eine Erneuerung. Er ist nun auch mehr als 3 Jahre alt. Und seit knapp 2 Jahren arbeite ich mit ihm.

Das smarte Phone muss zwar noch nicht unbedingt ausgetauscht werden, aber hier und da hakelt es. Und nun überlege ich, ob ich eine Vertragsverlängerung nutze.

Das Kind hat ja ein Tablet. Und ein bisschen neide ich es ihm. Vielleicht schaffe ich mir irgendwann auch eins an. (Aber vorher fahre ich in Urlaub. Urlaubsreif … ihr wisst schon.)

Morgens halb zehn

  • bin ich seit 25 Minuten wach;
  • habe ich schon ein ernstes Wort mit dem Kind gesprochen;
  • habe ich den midi-monsieur in seine Trainingsklamotten getrieben;
  • hatte ich nur Zeit für eine Katzenwäsche;
  • konnte ich noch nicht frühstücken;
  • bin ich schon 2,7 km Fahrrad gefahren;
  • habe ich kein Handy dabei;
  • stehe ich am Rand des Rugby-Felds und beobachte das sonntägliche Extra-Training.

Was heute gut war

Immer nur jammern ist auch nicht gesund. Und irgendwas Gutes passiert ja doch immer. Und wenn es nur die kleinen Dinge sind:

  • pünktlich wach werden
  • mit mir frühstücken, dabei von der Bedienung quasi mit einen großen Latte Macchiato begrüßt werden
  • die Job-Kröte etwas bearbeiten
  • verständiges Kind
  • mich hinlegen können
  • Markt mit Waffel und Himbeer-Schnäppchen
  • mich hinlegen können
  • Lasagne vorbereiten und dabei zum ersten Mal den Fleischwolf benutzen
  • mich hinlegen können
  • leckere Lasagne essen
  • Olchis vorgelesen bekommen
  • leckeren Nachtisch essen
  • Lasagne- und Sugo-Reste zum Bevorraten
  • Kraft zum Wäscheaufhängen haben
  • mit dem Kind Asterix gucken

Wenn ich halbwegs früh ins Bett komme, kann ich darauf hoffen, daß morgen wieder besser wird – also, dass es mir wieder besser geht.

(Urlaubsreif bin ich weiterhin und ich habe schlimme Sehnsucht nach Meer und Wind.)

Die Gedanken sind frei

Heute geht es mir nicht gut. Es wird immer schlimmer mit der Urlaubsreife. Dazu kommt noch, dass ich ein Projekt vor mir herschiebe und aufschiebe, dass es schon wie ein unbezwingbarer Berg aussieht. Daraus resultiert, dass ich gefühlt vor allem sitze, wie das Kaninchen vor der Schlange. Was wiederum meine Urlaubsreife verstärkt. Und … naja, ich muss ja keinen Teufelskreis erklären.

Als ich den Wannentweet schrieb, war ich kurz versucht, „Keine Sorge, ohne Föhn.“ dranzuhängen. Ich habe es nicht nur gelassen, weil ich es geschmackslos finde, sondern auch weil ich das nicht bin. Ich bin nicht lebensmüde. Ich bin „nur“ müde.

Und trotzdem gingen die Gedanken nach dem Föhn-Gedanken weiter: Was wäre, wenn? Wenn ich es wirklich machen würde, dann würde mich der midi-monsieur finden. Allein dieser Gedanke ist für mich so schrecklich, dass ich es nie machen würde. Auch kann ich mir nicht vorstellen, mein Kind anderweitig – selbstbestimmt – zurückzulassen. Bei dem Gedanken, dass dem midi-monsieur mitgeteilt werden muss – womöglich von irgendeinem unsensiblen Vollpfosten -, dass seine Mama nie wieder kommt, zieht sich nicht nur alles zusammen, sondern mir wird auch regelrecht schlecht. Nein, Selbstmord ist keine Option für mich.

In der Wanne war ich aber auch noch nicht heute.

Schnipsel

Nach der Kröte ist vor der Kröte. Oder vielleicht habe ich Krötenwanderwoche. Die große Kröte von letzter Woche hat noch ein kleines Baby „bekommen“. Wobei es nichts wirklich Schlimmes ist, nur blöde Fleißarbeit.

Heute im Flieger nach Berlin ist mir seit Langem mal wieder sehrsehr schlecht geworden. Turbulenzen und Luftlöcher beim Start ließen meinen Magen schon sehr flau werden. Und als sich das Programm bei der Landung wiederholte, suchte ich prophylaktisch nach de Tüdd. Dass ich danach direkt ins Taxi musste, war auch nicht besser. Vor dem Rückflug aß ich dann wenigstens ein trockenes Brötchen. Der Flug war ruhiger. Aber leicht kodderig ist mir jetzt immer noch.

Die Heizung spinnt mal wieder. Um genau zu sein funktioiert sie gar nicht zur Zeit. Aber sie könnte funktionieren, aber dann hätten alle im aus – einschließlich mir – kein warmes Wasser. Die Abende verbringe ich also im Pulli und mit Wärmflasche.

Heute einen Brief von der Krankenkasse bekommen. Einen guten, weil positiven. Hoffentlich werden die mitgeschickten guten Wünsche wahr.

Der midi-monsieur macht sich wirklich gut beim Rugby.

Und ich bin immer noch urlaubsreif. Aber vor mir quakt eine dicke fette berufliche Kröte. (Es ist wohl wirklich Krötenwanderwoche.) Und mit dem heutigen Berlin-Besuch ist natürlich auch weitere Arbeit verbunden.

Heute zwei spannende Twitter-Diskussionen gehabt. Morgens ging’s um Religion und abends um Grundschulpädagogik. Zu letzterem juckt es mich gerade in den Fingern meinen Vater (als Pädagogikprof) zu interviewen – zum Fordern und Fördern, zur Binnendifferenzierung, zur Lehrerausbildung, zur Bedeutung von Wettbewerb (unter Schülern) und dem Wunsch von Kindern, sich beweisen zu wollen. Ja, vielleicht mache ich das mal.

Immer noch urlaubsreif

Aber darauf nimmt ja keiner Rücksicht. Deswegen muss ich morgen nach Berlin. Was mich schon genug nervt. Dazu noch zu einer Veranstaltung auf Englisch. Ich werde hinfliegen, mich vorbesprechen, der Veranstaltung beiwohnen und dann wieder zurückfliegen.

Aber um es perfekt zu machen, musste ich mir heute meinen Eintritt selbst organisieren. OBWOHL ich rechtzeitig gesagt hatte, dass ich irgendwie in den Kongress kommen muss. (So medizinische Fachkongresse darf ja – zum Glück – nicht jeder Hinz und Kunz besuchen.) Für den Zugang ist eigentlich der Kunde oder halt „die Beratung“ zuständig. Aber nicht ich, der Schreiberling. Und die Idee, dass ich für eine einzige Veranstaltung mit gut 300 Euro in Vorleistung trete, war so bescheuert wie unsinnig (und NICHT praktikabel). Warum mich die Beratung nicht einfach akkreditiert hat, werde ich nicht verstehen.

Hoffentlich Bestimmt ist dieser Murks im Vorfeld kein Omen für den Verlauf des morgigen Tags. Aber meine Urlaubsreife hat es eindeutig verstärkt.