Hetzhetzhetz

Ich komme viel zu spät ins Bett, dementsprechend fängt der Tag an. Um 7h45 werde ich erst richtig wach, weil das Kind verkündet, es habe sich angezogen (nachdem ich es 30 Minuten lang im Halbschlaf daran erinnert habe). Ich springe auf und habe das Gefühl, dass der Kreislauf zusammen mit klaren Gedanken liegen bleibt. Hilft aber nichts, ich mache dem Kind schnell die Brotdose fertig und schicke ihn auf den Weg. Gut, dass der Schulweg so kurz ist.

Ich fühle mich unvollständig und gehe wieder ins Bett, um mich mit Kreislauf und Gedanken wieder zu vereinen. Klappt nur so halb: Ich schlafe verständlicherweise wieder ein. Als ich wieder wach werde, ist es 9h20. Verdammter Mist, der Tag kann weg. Ich wollte doch in 30 Minuten in der Regionalbahn gen Landeshauptstadt sein. Das wird wohl nichts. Ich gehe duschen, packe meine Sachen, denke wenigstens noch an den Balzer und schwinge mich dann aufs Rad. Da ich die S-Bahn nehmen muss, muss ich wenigstens nicht bis zum Bahnhof fahren. So richtig fit fühle ich mich nicht. Mein Bett ruft.

An der Haltestelle habe ich Glück, es kommt kurz darauf eine S-Bahn. Doch …

Und nicht nur das. An einer Station fährt die Bahn nicht weiter, weil irgend ein Witzbold den Notruf (nicht den Nothalt) betätigt hat. Dann kann die S-Bahn nicht weiterfahren, weil der „Streckenabschnitt vor uns“ noch belegt ist. Wenigstens habe ich so ausreichend Zeit, den einen Text zu korrigieren. Gefühlt dauert die Fahrt ewig, real sind es 20 Minuten Verspätung.

In Wiesbaden angekommen schwinge ich mich auf mein mitgenommenes Rad und radele schnellschnell zur Agentur. Da setze ich schnell die Korrekturen in Word um, bespreche sie mit der betroffenen Kollegin. Bespreche mich kurz mit der anderen Kollegin. Sprinte ein Stockwerk höher, um den Termin, wegen dessen ich überhaupt das HomeOffice verlassen habe, vorzubesprechen. Dann unterhalte ich mich kurz mit der anderen Kollegin, gehe wieder eine Etage tiefer, schreibe eine e-Mail. Anschließend lasse ich einen kleinen Wald sterben drucke ich diverse Unterlagen für kommende Projekte aus. Dann bespreche ich mich nochmal kurz mit der ersten Kollegin. Vor dem Termin komme ich kurz dazu, etwas zu essen. Sehr kurz! Dann muss ich mir schon den Blazer überwerfen, ich fahre den Rechner runter und flitze wieder ein Stockwerk höher: Video-Konferenz mit einem Kunden. Während der Präsentation sammel ich ein paar Fleiß- bzw. Kreativpunkte. Doch das tut auch gut. Pünktlich um 15h00 ist die Aktion beendet, ich düse wieder ein Stockwerk tiefer, Tassen aufräumen, Toilette. Dann schnappe ich mir meine Sachen und düse wieder zum Bahnhof. Ich hätte noch in die lahme S-Bahn steigen können, warte aber lieber auf die schnellere Regionalbahn und hole mir noch was zu trinken. Den ganzen Tag schon habe ich Durst (und tränende Augen und trockenen Hals). Die Rückfahrt verläuft reibungslos. Ich bin um 16h05 in Frankfurt. Kaum aus dem Bahnhof schwinge ich mich aufs Rad und düse bei bestem Wetter nach Hause. Der midi-monsieur ist schon da und macht mir um 16h25 auf. Er ist auch schon – wie vorher besprochen – in den Trainingsklamotten. Ich packe den kleinen Rucksack und denke extra an den Kindle, damit ich mich während des Trainings in Ruhe irgendwo hin setzen kann. 16h40 fahren wir los Richtung Rugby-Training (ohne Regen sind wir richtig flott). Als das um 17h00 anfängt, gucke ich noch einen Moment zu, gehe dann aber mir einen Kaffee holen. Meinen Thermobecher hatte ich auch extra mitgenommen. Ich übergebe den Becher mit einer Kaffeebestellung und während das Getränk einläuft, wühle ich immer panischer in meinem Rucksack und finde mein Portemonnaie nicht. Aaaarrrg. Der Verkäufer ist kulant genug und gibt mir den Kaffee auch ohne Geld. Natürlich sichere ich ihm zu, das Geld noch vorbeizubringen.

Wieder zurück am Sportplatz gucke ich bei den Rädern, ob mir das Portemonnaie dort aus dem Rucksack gefallen ist. Liegen tut es da nicht. Also muss ich nach Hause. Ich trinke den Kaffee aus und schwinge mich wieder aufs Rad. Zu Hause wartet meine Geldbörse auf dem Tisch. Zum Glück. Aber wenn ich schon mal wieder zu Hause bin, kann ich auch gleich den Pfannkuchenteig für später ansetzen. Dann wieder aufs Rad. Mit Geld. Beim Kaffeebäcker vorbei, Schulden bezahlen. Beim Supermarkt nebenan noch schnell was einkaufen, dann wieder zum Sportplatz. Ich kann noch kurz entspannt in der Sonne sitzen und dem Kind beim Training zuschauen.

Um 18h58 sind wir wieder zu Hause. Der midi-monsieur geht duschen und ich machen Pfannkuchen. Essen. Dann kommt Adora Belle, um auf das Kind aufzupassen, während ich zur Schulelternbeiratssitzung flitze. Zwischen 20h00 und 22h00 darf ich ausnahmsweise mal nur sitzen (und zuhören und diskutieren). Zurück daheim quatschen wir noch ein bisschen. Als ich wieder allein bin, kümmere ich mich tatsächlich doch noch um ein kleines Ding von der Arbeit. Aber dann ist Ruhe! Endlich!

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