Veränderungen

Das Kind ist – leider – ja nur semiglücklich in seiner Schul- und auch Hortsituation. Und während ich das Gefühl habe, dass wir die Schulsache ganz langsam in den Griff bekommen und uns mit kleinen Schritten einem Zustand annähern, der für das Kind gut zu akzeptieren ist und ihm nicht mehr das Gefühl gibt, die Schule explodieren lassen zu wollen (Original-Zitat), wird es im Hort immer schlimmer. Dass die Kinder da kein übermäßiges Nachmittagsprogramm haben – wegen mir. Ich kann mir ja auch vorstellen, dass die nach einem Vormittag mit Schule, Mittagessen und Hausaufgaben am Nachmittag froh sind, frei spielen zu können. Aber immer öfter erzählt mir der midi-monsieur von Situationen, die ich pädagogisch unmöglich finde. Und der aktuelle Höhepunkt kam letzte Woche, als ich von einer Regelung erfuhr, bei der mir gleich die juristischen Alarmglocken schrillten. Zu Recht wie mir heute eine Juristin bestätigte.

Insgesamt verkommt der Hort immer mehr zu einer Verwahranstalt. Die Erzieher machen ihr Möglichstes, um sich den Nachmittag, bis die Kinder zu Hause sind, so zu erleichtern, dass sie möglichst wenig Aufwand haben. Störenfriede weden rigoros bestraft, Streit wird nicht geschlichtet und Programm wird auch nicht angeboten.

Ich merke, wie unzufrieden mein Kind ist. Und wie unzufrieden mich das macht. Und dass das nicht das ist, was ich für mein Kind will. Dass ich nicht will, dass er das Gefühl hat, dass er dahin gehen muss, weil ich meine Ruhe haben will bzw. dass er das Gefühl hat, dass ich ihn irgendwohin „abschieben muss“, damit ich in Ruhe arbeiten kann.

Ja, ein paar Kumpel sind im Hort. Aber so richtig angekommen ist er da nach anderthalb Jahren ja immer noch nicht. Was würde ihm also wirklich fehlen, wenn er da nicht mehr hin „müsste“? Oder ginge es ihm anders besser?

Es kam schon öfters vor, dass er zu Hause war und ich arbeiten musste. Das klappt immer besser. Er spielt dann allein in seinem Zimmer. Gerne! Er wird ja auch immer selbstständiger.

Und deswegen trage ich mich mit dem Gedanken, ob ich ihn nicht über kurz oder lang vom Hort abmelde. Der Hort ist praktisch, aber er ist kein Muss. Sozialkontakte kann der midi-monsieur vermutlich sicher woanders besser knüpfen als da.

Also wird es wohl zum Sommer – falls nicht vorher noch eine Bombe platzt – Veränderungen geben.

2 Gedanken zu „Veränderungen

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