Wie im Restaurant

Für Weihnachten 2016 habe ich keine Schokolade bzw. überhaupt keinen Süßkram gekauft. Und dennoch haben ich vor ein paar Tagen knapp ein Kilo Schokolade in Form von Weihnachtsmännern, Bären, Eulen und kleinen Täfelchen aus unserem Süßigkeitenschrank geholt. Nein, nicht zum Wegschmeißen, sondern um sie dem Backzutatenvorrat zuzuführen. Denn soviel Schokolade pur essen wir hier nicht; die benutze ich eher zum Backen und Kochen. Wobei der Schokokuchen und meine Mousse Zartbitter-Schokolade verlangen. (Geht natürlich auch mit Vollmilch. Dann halt mit weniger Zucker.) Aber für irgendwas werde ich sie schon verwenden.

Zum Beispiel könnte ich ja mal versuchen, Schokoladenpudding selbst zu machen. Ich befragte das Internet nach einem Rezept. Wichtig war mir, dass da keine Eier reinkommen. Ich wurde hier fündig. Bei der Zubereitung hielt ich mich an die Anweisung, aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht die Zutaten modifiziert hätte – wenn auch nur geringfügig: Da ich vorrangig Vollmilchschokolade hatte, habe ich 45 g Zucker (statt 50 g) und 3 EL Kakaopulver (statt 2 EL) genommen. Einfach zuzubereiten und sehr lecker.img_20170127_202158_323.jpgDer midi-monsieur, der eigentlich eher auf Vanille steht, war sehr begeistert: „Mama, das schmeckt so gut. Viel besser als im Restaurant. Du solltest maître* de cuisine werden.“

————————–
* Das mit den weiblichen Formen im Französischen üben wir noch. Es gibt ja auch nicht zu allem eine weibliche Form. Die Sprache ist ja – leider – recht patriarchalisch.  

Pinker Nachtrag

Ich denke nach. Ja, das passiert auch mal. Ich denke darüber nach, ob das Tragen des Pussyhats albern ist. Oder so eine Art Ablass ist: „Seht her, ich trage einen Pussyhat. Ich bin dagegen, was Trump so macht. Und gegen ihn sowieso.“ Und habe damit meine gesellschaftliche Schuldigkeit getan.

Nein, ich denke nicht so. Aber ich überlege, ob andere so denken könnten. Und klar, es ist mir egal, was andere denken – also zumindest in Bezug auf das Tragen einer Mütze (sonst hätte ich ja auch keine blauen Haare) -, aber erziele mich mit dem Tragen des Pussyhats die Wirkung, die ich erzielen will?

Passend dazu ploppte ein Tweet in meiner Timeline auf:

„Protesthut“ – ich musste erst schmunzeln, aber doch das ist die Mütze: Öffentlicher Protest. Und mein Bekenntnis zum Protest. Ich murmel nicht nur verdrossen auf Twitter oder sonstigen SocialMedien in meiner Filterblase vor mich hin, sondern ich zeige öffentlich, dass mir was nicht passt.

Bislang ist mir noch keine mit einem Pussyhat begegnet, aber ich freue mich sehr, dass andere – u.a. meine Mutter – mich um einen Pussyhat gebeten haben. Und ich freue mich, wenn ich viele, ganz viele damit sehen kann. Denn je mehr es werden, desto größer wird der Protest. Und je mehr es werden, desto eher trauen sich vielleicht auch die, denen es schwer fällt in der ersten Reihe ihre Meinung zu sagen. Und je mehr es werden und desto sichtbarer sie werden, desto eher wird hoffentlich klar, dass sich Protest lohnt. Dass es sich lohnt eine Meinung zu haben und diese auch zu zeigen.

Der Pussyhat hilft, sich nicht allein mit seiner Meinung zu fühlen, sondern zu sehen, dass man ein kleiner Teil einer großen Masse ist, die erhört werden kann und sollte.

Pink

Pink ist eigentlich gar nicht meine Farbe. Wobei ich als Teenie vor meiner Gruftiphase einen pinken Tellerrock gehabt habe, den ich geliebt habe. Aber als ich die Bilder von den Demos gegen Trump gesehen habe, war klar:

Ich suchte und fand eine Anleitung bei PUSSYHAT PROJECT. Leider musste ich etwas warten, bis ich passende Wolle (Merino Sport von Katia; Farbe: 35) kaufen konnte, aber dann war kein Halten mehr:

Nach anderthalb Tagen – ungeübt und ich musste ja die Küche aufräumen auch arbeiten  – war es dann vollbracht.

img_20170125_200346_812.jpgHeutzutage sollte jede einen #Pussyhat tragen.

Als ich dem midi-monsieur erklärte, wofür die lustige Mütze mit den Ohren steht, wollte er auch eine. Allerdings nicht in Pink. Blaue Wolle (Soft Merino von Wolle Rödel; Farbe: 328) hatte ich zum Glück da (aus der wollte ich eigentlich mal dem Kind eine Strickjacke stricken – so vor ca.7,5 Jahren).img_20170127_214338_294.jpgFür seine Mütze habe ich das Strickmuster verändert:

  • 46 Maschen anschlagen
  • Bündchen: 24 Reihen re *2re 2li* li
  • 24 cm glatt rechts weiterstricken
  • Bündchen: 24 Reihen li *2li 2re* re (bei rechter Reihe anfangen)

Und weil mir meine etwas zu weit und das Bündchen zu breit war, habe ich sie auch nochmal angesetzt:

  • 48 Maschen anschlagen
  • Bündchen: 22 Reihen re *2re 2li* 3re (hin) / li *2li 2re* 3re (rück)
  • 24 cm glatt rechts weiterstricken
  • Bündchen: 24 Reihen li *2li 2re* 3li (hin) /  re *2re 2li* 3re (rück) (bei rechter Reihe anfangen)

2017-01-28-22.41.21.jpg.jpgWenn man erstmal im Stricken drin ist, stricken sich die Mützen ziemlich einfach! (Eine Auftragsmütze habe ich schon fertig.)

Aufauf, tragt die Pussyhats in die Welt!

Chez B.

(Scheeh Beh)

Mit dem Kv hatte ich eine zeitlang die Idee, eine Crêperie in Frankfurt zu eröffnen. Und es gab einen Zeitpunkt, an dem wir ziemlich konkret original bretonisches Equipment hätten haben können. Haben wir aber zum Glück nicht

Letztes Jahr kam ich dann ja, nachdem der Pizzastahl bei mir eingezogen war, auf die Idee, dass ich auf dem Pizzastahl auch Crêpes*/** machen könnte. Ich organisierte mir ein Rozell. Und ließ dann die Idee ruhen. Und ruhen. Und ruhen. Warum auch immer. Denn Pfannkuchen gab es durchaus immer mal wieder.

Gestern wollte ich endlich mal versuchen, Galettes*** auf dem Pizzastahl zu machen. Buchweizenmehl habe ich ja immer da, Eier habe ich für gewöhnlich auch immer im Haus und sonst braucht’s nur Flüssigkeit für den Teig. So meine grobe Idee, denn das Rezept in dem bretonischen Kochbuch („nur“ auf Französisch, nicht auf Bretonisch) hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht gelesen. Hätte ich mal tun sollen.

Nun denn. Ich habe gestern den Teig angesetzt (Buchweizenmehl, Ei und Wasser) und heute mittag – mit Öl und Milch – vollendet. Dann den Pizzastahl auf die größte Herdplatte gelegt und auf maximaler Stufe (bei mir 9) erhitzt, weil bretonische Crêpeplatten ja auch ziemlich heiß werden.

Ich nehm’s mal vorweg: Das war zu heiß.

So zu heiß, dass mir sogar der Pinsel, mit dem ich die Platte einfetten wollte, eingeschmolzen ist.

So auf Stufe 6 war es dann in Ordnung. Auch wenn ich den Dreh, also den bretonischen Rozell-Dreh, nicht so ganz raus hatte und den Teig nicht perfekt auf der Platte verteilen konnte. Möglicherweise war aber auch der Teig noch ein bisschen zu dick.

Geschmeckt hat es trotzdem. Fürs nächste Mal weiß ich ja schon, was ich alles besser machen kann. Dann sieht die Küche hoffentlich nicht so danach aus:

————–
* Crêpes ist quasi das generische Substantiv für Crêpes** und Galettes***.
** süße, hauchdünne, bretonische – ja, NICHT französische – Weizenmehl-Pfannkuchen
*** herzhafte, dünne, bretonische – auch nicht französische – Buchweizenmehl-Pfannkuchen

Fremder Mann

Noch in der Jacke erzählt mir der midi-monsieur ganz aufgeregt:
„Mama, gerade auf dem Weg hat mich ein fremder Mann angesprochen.“
Ich bleibe äußerlich total ruhig und frage nach: „Und was wollte der von Dir?“
„Das habe ich nicht richtig verstanden.“
„Wo war das denn?“
„Kurz vor der Haustür.“
Mir rutscht doch kurz das Herz in die Hose. Wollte ich doch gleich das Kind kurz alleine lassen, um zum Zahnarzt zu gehen. Aber wenn der Mann ihn jetzt beobachtet hat. Und dann sieht, dass ich gehe. Gottogott, das Kopfkino rauscht im Schnelldurchlauf vorbei.
„Und Du weißt nicht, was er wollte?“, hake ich nach.
„Naja“, druckst das Kind, „irgendwas mit ich soll die Zeitung nicht zerreißen.“
„Du sollst die Zeitung nicht zerreißen?“
„Ja, da war so eine Zeitung und da habe ich so gemacht,“ er macht eine Kickbewegung.
„Okay“, so langsam muss ich schmunzeln.
„Ja und der Mann hat zu mir gesagt, dass ich das nicht machen soll. Sondern dass ich die Zeitung ja auch in den Müll schmeißen könnte.“ Schnell setzt er nach: „Aber Du hast mir ja verboten mit fremden Menschen zu sprechen.“
„Ja, das stimmt“, ich versuche ernst zu bleiben. „Aber der Mann hat Dich ja nicht angesprochen, weil er Dir was Böses wollte, sondern er Dich darauf aufmerksam machen wollte, dass Du da gerade Quatsch machst.“
Er guckt ansatzweise betreten.
„Aber Du hast recht, Du sollst nicht mit fremden Menschen reden. Und es ist gut, dass Du es mir erzählt hast.“
„Außerdem war der Mülleimer ja total weit* weg, da hätte ich ja wieder zurücklaufen müssen.“

Ich weiß nicht, woher dieses Kind das hat, immer das letzte Wort haben zu wollen. 😉

—————————————–
* ca 10 Meter

„Es bläst und saugt …“

Jaaa, der legendäre Loriot-Sketch, der sich so wunderbar über die Zunft der Staubsaugervertreter lustig macht. So ein bisschen habe ich mich heute abend wie in diesem Sketch gefühlt. Allerdings ging es nicht um Staubsauger, sondern – tadaaaa – ich war bei einem sogenannten Erlebniskochen oder wie es auch genannt wird: einer kulinarischen Thermomix-Reise. Ja, genau, dieses teure Haushaltsgerät, das zwölf andere ersetzen kann.^^

Leuuuuute, nein, ich bashe jetzt nicht das Gerät oder diejenigen, die es besitzen und nutzen. Wer es toll findet und das Geld hat, soll ihn bitte nutzen. Aber bittedanke redet nicht darüber, als hättet ihr mit Kauf auch eine Gehirnwäsche bekommen und als gäbe es keine Alternative dazu.

Ja, das Ding kann was. Und womöglich kann ich wirklich Zeit sparen oder so. Aber er kann nichts, was ich nicht auch mit einer halbwegs gut ausgerüsteten Küche zustande bringen kann.

Selbst wenn ich das Geld hätte: Danke, aber nein danke!

Weniger allein

Mag sein, dass es kein guter Stil ist, nicht zu verlinken, aber so langsam bin ich es echt leid. Dieses ewige Gepiense (wie der Hesse es nennt) ist fast unerträglich. Ich weiß schon, warum ich meinen Feedreader vor einiger Zeit aufgeräumt habe. Aber so ganz verhindern kann ich nicht, dass hin und wieder ein link in meine TL gespült wird. Jajaja, ich muss ihn ja nicht anklicken. Und ich werde da noch an meiner Impulskontrolle arbeiten müssen. Aber nun ist es geschehen und ich habe Puls.

Vor einiger Zeit wurde sich über den Begriff „alleinerziehend“ beschwert. Er sei abwertend, diskriminierend und werde der Lage ja eigentlich nicht gerecht und überhaupt.

Nun wird sich darüber beschwert, dass Menschen diese Bezeichnung für sich beanspruchen, auf die er – so sagt die Alleinerziehenden-Sprachpolizei – nich zuträfe. Weil sie eine*n Partner*in (womöglich den anderen Elternteil) haben und ein bisschen alleinerziehend gibt’s nicht. Irgendwann drehen mir noch die Augen aus den Höhlen. Denn nach all dem, was ich so bislang gelesen habe, sind die Kriterien für „alleinerziehend“ folgende (und gefühlt muss man, wenn man sich alleinerziehend nennen will, alle Kriterien erfüllen):

  • Man muss mindestens ein Kind haben.
  • Man muss mit diesem/n Kind/ern allein wohnen.
  • Man ist in einer finanziell kritischen Situation. (V.a. weil der andere Elternteil nicht zahlt.)
  • Man liegt mit dem anderen Elternteil im Clinch.
  • Der andere Elternteil beteiligt sich in keinster Weise an der Erziehung, ist nicht präsent und macht einem das Leben schwer.
  • Man ist emotional instabil oder zumindest in einer emotionalen Ausnahmesituation.
  • Man hat keine*n Partner*in und wird auch nie wieder eine*n haben.

Ich weiß, dass es viele Alleinerziehende gibt, die viele oder sogar all diese Kriterien erfüllen. Was ich für die betroffene Person und v.a. die betroffenen Kinder auch wirklich schlimm finde. Aber das macht diese Menschen nicht alleinerziehender als andere.

Ich beispielsweise erfülle nur zwei, vielleicht zweieinhalb, dieser sieben Kriterien. Und das ist vermutlich mein großes Problem an vielen Alleinerziehenden-Diskussionen: Sie repräsentieren mich nicht. Ich finde mich da nicht wieder. Und habe sogar das Gefühl, dass ich als exotische Ausnahme der allgemeingültigen Alleinerziehendenregel gelte („Da hast Du aber Glück gehabt.“).

Und wenn ich dann lese, dass jemand, dessen Partner*in nur am Wochenende, nur einmal im Monat oder sonstwie total selten da ist und kaum bis gar nicht am Familienleben teilnimmt, sich trotzdem nicht alleinerziehend fühlen und nennen darf, weil sie ja nicht „allein“ ist, dann werde ich das Gefühl nicht los, dass da jemand das System Partnerschaft mit dem System Familie verwechselt. Eine funktionierende Partnerschaft (mit dem Kindsvater) bedeutet doch nicht automatisch geteilte Erziehungsarbeit (sollte es, aber ist halt nich immer so). Das „allein“ in „alleinerziehend“ bedeutet doch, dass ich etwas allein mache, aber nicht zwingend allein bin. Und warum definiert sich das Alleinsein überhaupt über die Abwesenheit eines Partners? Bin und mache ich automatisch nicht(s) mehr allein, wenn ich einen Partner habe?!

Im Umkehrschluss bedeutet das nämlich, dass ich ab dem Moment, in dem ich wieder in einer (glücklichen) Partnerschaft (definitiv nicht mit dem Kv) stecke, egal, wo der Partner ist, nicht mehr alleinerziehend bin – auch wenn der neue Partner nicht er Kindsvater ist. Mal abgesehen davon, dass ich es ja (s.o.) eh nicht bin.

Ja, ich finde auch, dass Alleinerziehende schlechter gestellt sind. Aber anstelle sich Grabenkriege darüber zu liefern, wer sich wie nennen darf, wer wie bloß nicht genannt werden will, oder komische halbherzige Petitionen zu starten, die außer einer kleinen Welle nichts bewirken, weil sich letztlich keiner mit beschäftigen muss, sollten wirklich wichtige Dinge angegangen werden: Steuerklasse III für Alleinerziehende; definitiver Vorzug bei der Vergabe von Kita- und Hortplätzen; dass es wirklich ums Kindeswohl geht; psychologisch geschulte Familenrichter; mehr unabhängige Erziehungsberatungen; keine Anrechnung vom Kindergeld bei Hartz IV etc.

Fünfe gerade sein lassen

Schrieb ich nicht kürzlich erst: „Wem der Schuh passt und/ oder gefällt, zieht ihn sich an.“ Mal abgesehen davon, dass mir der Schuh von Frau Rabe überhaupt nicht passt und ich die heutige Diskussion dazu auch nur peripher mitbekommen habe, werde ich das Gefühl nicht los, dass sich viele den Schuh gar nicht richtig angeguckt haben.

Mir ist das mit den „Hochglanz“-Blogs ja ziemlich egal. Ich kenne nur wenige und die lese ich nicht. Und zwar nicht, weil sie mich sonst total unter Druck setzen würden, sondern weil es mich schlichtweg nicht interessiert. Das ist einfach nicht meine Welt – war es noch nie. Ich meine damit übrigens nicht diejenigen, bei denen „immer“ aufgeräumt ist, weil es den Personen halt wichtig ist. Denn ich finde, man sieht bzw. merkt schon, ob jemand einfach ein Aufräumer ist, oder ob halt eine bestimmte Bildsprache erzeugt werden soll und man hinter den Fotografen nicht gucken darf.

Ich bin seit jeher eine Chaosqueen.* Eine höchst-organisierte Chaosqueen, die eigentlich immer weiß, wo im Chaos die Dinge zu finden zu sind. Nein, ich bin bestimmt kein Messie – dafür schmeiße ich viel zu gerne weg-, aber manchmal macht es für mich keinen Sinn, Dinge immer und umgehend wieder an ihren Platz (sofern sie einen haben) zurückzuräumen, weil ich sie ja eh wieder brauche. In solchen Momenten seufze ich manchmal über mich und denke an Menschen, die das können, also immer aufräumen, und frage mich kurz, warum ich das nicht kann. Tja, aber ich kann ja nicht nicht, ich will nicht. Also meistens. Manchmal will ich ja auch und dann räume ich penibelst auf.

Aber meistens sieht es an unserem Esstisch so aus:20170124_183744.jpgZum Essen kommt der Laptop natürlich weg und oft stehen auf dem hinteren Drittel tatsächlich nur Blumen. Aber meine Arbeitsunterlagen habe ich für gewöhnlich auf dem kurzen Bankschenkel verteilt. Einfach, weil ich sie täglich brauche und es keinen Sinn macht sie abends in mein Zimmer (oder woanders hin) zu schleppen und morgens wieder zurück. Zum Wochenende mache ich das sogar manchmal.

Die Küche sieht nicht immer so aus:20170124_174840.jpgAber der Zustand ist auch nicht unbedingt ein Ausnahmezustand. Regelmäßig bringe ich da Grund rein und dann steht auf der Arbeitsfläche nur die Mikrowelle und rechts vom Herd die zwei Gefäße mit den Küchenutensilien, die da immer stehen. Und dann halte ich den Zustand eine Weile und dann kommt mir was dazwischen – das Leben, ein stressiger Tag, Zahnschmerzen, Harry-Potter-Vorlesen – und dann lasse ich Fünfe gerade sein und die Entropie bricht sich Bahn. Bis es mich wieder nervt.

————————————————————————
* Das ist meiner Meinung nach auch mein Glück in meinem Alleinerziehendendasein: Weil ich schon immer eher chaotisch war, sehe ich keinen Bedarf, mich als Alleinerziehende in der Anstrengung zu verlieren, dass die Wohnung stets wie aus dem Katalog aussieht. Ich weiß, dass sich viele Alleinerziehende auch hier noch zusätzlichen Druck machen.

Licht aufgegangen

Gestern auf dem Weg zum 3Ührtje konnte ich sehen, dass Menschen auf dem Ostparkseeteich Schlittschuh liefen. Und als wir über die Kaiserleibrücke fuhren, konnte man die doch recht großen Eisplacken auf dem Main sehen.

Da fiel mir ein, dass ich ja dank Egon das Projekt Eislaterne abbrechen musste, weil ich Angst hatte, dass mir meine Backformen davonfliegen. (Dass Egon bei uns nur ein laues Lüftchen war, konnte ja keiner ahnen.) Außerdem fror es ja nicht nachts und ich hätte es wie Frau Mutti machen können.

Aber wenn schon der Main anfriert und die Teiche zufrieren, dann sollte vielleicht auch etwas Wasser in einer Guglhupfform frieren. Also stellte ich gestern noch die befüllt Form auf den Balkon.

Tadaaa

Sie war noch nicht komplett durchgefroren, aber für ein „Haachz“ – auch vom Kind – hat’s gereicht.