Auf die Straße

Als mir via Retweet diese Information in die Timeline flatterte, zog sich mir alles zusammen. Ich musste das kommentiert weiterverbreiten.

Ja, das ist meine große Frage derzeit, auf der ich schon eine Weile rumdenke. Auf facebook formulierte ich es schon vor vier Wochen:

Bei all dem, was gerade passiert da in Sachsen und anderswo, ist es doch endlich an der Zeit, ein Zeichen zu setzen. Aufregen, posten und sich dann wieder in den Sessel fallen lassen, kann es doch nicht sein.

Mein Traum/ Wunsch, meine Idee:
Bundesweit zeitgleiche Demos in so vielen Städten wie möglich mit wirklich vielen Menschen, die dem braunen Mob zeigen, was Deutschland wirklich ist: BUNT. Viele Menschen, die nicht wollen, dass sich Geschichte wiederholt.
„Das Volk“ ist bunt und wird und muss es bleiben!

Wer macht mit?

Die Resonanz darauf war erschreckend gering (gering! nicht keine!). Und ich frage: WARUM?

Ja, ich ärgere mich über diese Ignoranz der breiten Mitte, in der ich irgendwie auch verortet bin. Nein, ich halte mich nicht für politisch. Ich kümmere mich vor den Wahlen nicht um die Parteiprogramme – zumindest nicht wirklich detailliert. Aber ich gehe wählen. Weil ich es für meine verdammte Bürgerpflicht halte. Das ist mein klitzekleiner Teil, den ich zu dieser Demokratie beitragen kann … nein … muss.

Apropos Demokratie – und jetzt komme ich wieder auf den Ursprungs-Tweet: Ob es uns nun passt oder nicht, in unserem demokratischen Rechtsstaat haben alle die gleichen Rechte. Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht gelten für alle. Auch für die Rechten, Pegida und sonstige Gruppierungen, die eigentlich nicht sonderlich demokratisch und rechtsstaatlich eingestellt sind.

„Wir alle“ regen uns darüber auf, dass die, die auf die Straße gehen, Montagsdemos in Dresden abhalten, NICHT die Mehrheit in unserem Land repräsentieren. Aber wo, bitte, wo ist das sichtbar? WO IST DIE MEHRHEIT?

Es nützt nicht viel, wenn wir uns darüber in unserem kleinen hübschen Filterbläschen echauffieren. Ein paar dramatische Tweets und Bilder verbreiten und dann wieder zur Tagesordnung übergehen. Wir dürfen auch demonstrieren und wir sollten diese Rechte auch nutzen! Oder anderweitig aktiv werden.

Ich habe Angst. Angst, dass sich Geschichte wiederholt. Dass wir den Moment verpassen, uns einer politischen Entwicklung entgegenzustellen, die wir angeblich eigentlich nicht wollen. Historiker mögen sagen, dass in unseren Gefilden erstaunlich lange Ruhe herrschte. Aber ist das ein Grund sich widerstandslos zu ergeben?!

Das kann es doch nicht sein!

Vermutlich müsste ich einfach anfangen, was zu tun, um meine Idee umzusetzen. Aber ich habe tatsächlich das Problem, dass ich es ganz allein nicht schaffe. Meine Zeit und meine Kraft sind einfach begrenzt – so als alleinerziehende (mit Partner ist es sicher auch viel einfacher) Selbstständige (ja, Angestellte habe auch nicht mehr Zeit). Ein Team, ein harter Kern, wäre toll. *träum*

Ich bin unzufrieden damit. Ich will was tun. Ich will, dass sich was tut.
Weil ich das Gefühl habe, dass sich was tun muss.
Dass wir aufhören müssen, Maulhelden zu sein.
Dass wir Gesicht zeigen müssen.

4 Gedanken zu „Auf die Straße

  1. Pingback: Dings | Groß-Stadt-Ansichten

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