Gedanken

Der November hat angefangen und wenn ich daran denke, wie wirklich beschissen der November vor zwei Jahren war, blicke ich stolz und erleichtert darauf zurück, was seitdem alles passiert ist, und wie positiv sich mein Leben seitdem entwickelt hat. Ich bin sehr dankbar für mein heutiges Leben. Dafür, dass ich mir nicht mehr 1000 Gedanken und Sorgen um mich selbst machen muss (das hasse ich nämlich). Dass ich wieder Schwingungen jeder Art um mich herum wahrnehme. Dass ich mir wieder Gedanken um andere machen kann zum Beispiel …

… darüber, wie schief menschliche Beziehungen laufen (müssen), wenn das Ego von einem der Beteiligten vordergründig so groß ist, dass kein anderes daneben Platz hat, aber auf den zweiten Blick eigentlich so klein, dass man kein anders Ego ertragen kann. Gerne würde ich in der Dauerschleife „been there, done that“ rufen, die Beteiligten schütteln und fragen, warum sie ihr Glück nicht ertragen können.

Umso froher bin ich, dass ich wenigstens einem Beteiligten mein Ohr zu Verfügung stellen kann, leider (!) meine Erfahrungen einbringen kann. Ich finde, dass sich niemand (dauerhaft) mit 75% zufrieden geben muss, dass man Angst vor der Angst haben muss, dass man sein Glück gesellschaftlichen Konventionen und Erwartungen unterordnen muss. Nein, man darf und sollte nicht kampflos aufgeben, aber man muss auch nicht bis zur Selbstaufgabe kämpfen oder sich so dermaßen in (faulen) Kompromissen verstrickten, dass man sich selbst verliert.

Es ist nicht leicht, die Prozesse und perfiden Mechanismen in diesen unschönen und ungesunden Beziehungen zu erkennen. Und selbst wenn man sie erkennt, braucht es viel Kraft – und am besten ein Blick von außen – sich daraus zu befreien.

2 Gedanken zu „Gedanken

  1. Ja, diese Zeit damals war wirklich schlimm und ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mein Smartphone immer aufgeladen bei mir hatte… Es ist gut zu sehen, dass diese Zeit hinter Dir liegt.

    Faule Kompromisse sind keine Kompromisse, sie sind die Aufgabe seiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche. Wer soweit ist, ist schon zu weit gegangen und hat sich schon zu weit von sich entfernt, nur um einen Traum von etwas aufrecht zu erhalten.

    Eine Art Selbstbetrug, weil man sich nicht eingestehen möchte, dass es gescheitert ist. Weil man Angst davor hat, dass es alleine nicht geht oder man nur gemeinsam etwas schaffen kann. Das ist alles Blödsinn. Die Kraft, die man aufwendet, um eine kaputte Welt heile erscheinen zu lassen – auch vor sich selbst – ist viel größer, als wenn man einen Schlussstrich zieht und die Kraft in ein neues Leben steckt. Mit einem Unterschied: Im neuen Leben muss man (emotional) keine Kompromisse mehr schließen mit jemandem, der keine Rücksicht auf einen nimmt.

    • Ja, ja, ja und ja. 🙂

      Ich denke, dieses Eingestehen ist der Dreh- und Angelpunkt. Den Punkt erkennen, an dem es nicht mehr weiter geht, an dem nichts mehr hilft. Aber es ist auch menschlich, sich immer wieder ein „Aber wenn das passiert“ oder „Das können wir ja noch probieren“ wie die berühmte Karotte vor die Nase zu hängen. Da hat jeder eine andere Messlatte und Leidensfähigkeit.

      Reden mit Unbeteiligten ist ein erster Schritt. Aber es müssen auch die „Richtigen“ sein. Bei mir gab es damals ja auch ein paar, die wussten, wie es um die Beziehung stand. Aber Rat geben konnten und wollten sie nicht.

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