Ich packe …

… zwei Koffer. Und es ist nicht wirklich einfach, sich bei der Hitze darauf zu konzentrieren, was der midi-monsieur alles für dreieinhalb Wochen in Frankreich braucht und was ich für vier Tage in Paris brauche. Sowohl bei ihm als auch bei mir ist die Schuhfrage sehr schwierig. Bei mir zudem noch die Handtaschenfrage. Ich habe eine teure, tolle Clutch geschenkt bekommen, die sehr gut nach Paris passt und die ich gerne ins Crazy Horse ausführen möchte. Aber für sonst ausgehen ist sie sehr unpraktisch, also brauche ich noch eine weitere kleine. Dazu noch eine große für tagsüber und einen Rucksack für die Fahrt und für wenn ich die Kamera mitschleppe. Also habe ich nun drei Handtaschen (alle im Koffer) und einen Rucksack.

Außerdem musste ich einen neuen Koffer kaufen, denn es war zu befürchten, dass es in dem boardgepäckgroßem zu eng würde mit Kamera, drei Paar Schuhen, drei Handtaschen und natürlich auch noch was zum Anziehen.

Der Koffer vom midi-monsieur ist immer noch nicht gepackt. Das MUSS ich jetzt schnell machen. Die Nacht wird eh kurz. Die Hitze ist nicht sonderlich schlaffördernd. Vielleicht mache ich auch durch bis um 5h00, denn um 6h29 geht unser Zug.

Durchschnaufen

Wie sehr diese Schule und alles, was mit ihr zusammenhängt, an uns beiden gezerrt hat, merke ich erst richtig jetzt, wo ich sehe, wie es uns zusammen geht, wenn wir keinen Frühmorgensstress haben.

Gestern und heute sind wir zusammen aufgewacht – gegen 9h00-, haben in Ruhe gefrühstückt. Dann durfte und musste ich arbeite und der midi-monsieur hat sich in sein Zimmer verzogen und dort gebastelt, Hörspiel gehört, sich ein Buch geschnappt und selbst gelesen, es sich in seiner Höhle unter seinem Bett gemütlich gemacht und „gechillt“ wie er es selbst nennt. Er hat eine leichte Erkältung und zusammen mit der Hitze macht ihn das ziemlich träge.

Die Vormittage waren wir jetzt jeweils drinnen. Am Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr auf den Balkon knallt, haben wir uns rausgesetzt und ich habe Harry Potter weiter vorgelesen. Abends dann ging es erst raus. Ich gestern mit dem Rad zum Karaoke und er mit der Babysitterin auf den Spielplatz. Heute sind wir zusammen noch auf den Stoffel.

Ich habe auch erfreulicherweise nicht mehr mit ihm schmipfen müssen. Das war doch tatsächlich ein sehr großes Thema zwischen uns beiden in den letzten TagenWochen vor den Ferien, dass ihm dann doch wieder irgendein wirklich blöder Scheißelkram einfiel, der dazu führte, dass ich aus der Haut fuhr. Zuletzt am Samstag

Das hat nicht nur den midi-monsieur erschreckt, sondern auch mich. Und neben dem Lego im Keller besteht seitdem auch Fernseh- und Digitalverbot. Zumindest bis er (ab Donnerstag) in Frankreich ist.

Und so sehr ich auch merke, wie gut ihm die verhängten Verbote tun, so traurig war ich gestern, als er aus Versehen eine Tasse mit Tee (ungesüßt) umgeworfen hatte und in Angsttränen ausbrach, weil er fürchtete, ich würde mit ihm schimpfen. DAS ist gar nicht gut und daran muss ich arbeiten.

Aber jetzt erstmal weiter durchschnaufen.

Draußensommer

Man kann übers Wetter nölen oder es einfach nehmen, wie es ist. So schlecht ist es aktuell ja auch gar nicht. Ich brauche keine unerträgliche Hitze. Sonne, kein Regen und Temperaturen bis 28° C reichen mir aus.

Dank großem Balkon nach hinten raus und der Freiberuflichkeit kann ich BalkonOffice machen und das Wetter genießen und gleichzeitig Geld verdienen. Gibt wohl Schlimmeres 😉 Und wenn ich mein Tagewerk fertig hab, geht es auch raus; muss man raus.

Frankfurt im Sommer ist einfach toll. Viele umsonst&draußen-Veranstaltungen wollen genutzt werden:

Stoffel: 15.7. bis 14.8. Mit Picknick, Äppler und Musik und anderem den Abend auf der Decke ausklingen lassen. Die Kinder suchen und beschäftigen sich.

Sommerwerft: 22.7. bis 7.8. Schade, dass es parallel zum Stoffel stattfindet. Entscheidung ist schwierig. Es ist anders, es ist am Theaterfestival am Fluss. Es ist alternativer. Es ist geprägt von Antagon und wird veranstaltet von protagon.

Bernemer Kerb: 12. bis 17.8. Kleine Kirmes im Viertel mit traditionellem Kerwebaum und guter Gelegenheit auf der Berge een Schoppe zu petze.

Mainspiele: 18.7. bis 3.8. Kinder-Ferienprogramm auf der Dribbdebächer Seite vom Abenteuerspielplatz Riederwald.

Opernspiele: 10. bis 28.8. Kinder-Ferienprogramm in der Taunusanlage an der Alten Oper, ebenfalls vom Abenteuerspielplatz Riederwald.

Museumsuferfest: 26. bis 28.8. Das Frankfurter Museumsufer und die Museen laden ein. Museumsbesuche, Stände, Kerb und vor allem viele verschiedene Bühnen mit noch unterschiedlicheren Künstlern.

Und auch sonst laden Wasserspielplätze, der Grüngürtel, Hafen2 (ja, auch Offenbach hat was zu bieten) und diverse Open-Air-Bühnen dazu ein, den Sommer draußen zu genießen.

Man hat gar nicht die Wahl: Wenn das Wetter passend ist, muss man raus.

Der Sommer findet draußen statt.

Lesen

Ich lese seit Stunden, deswegen habe ich auch fast vergessen zu bloggen. Viel kann ich aber auch nicht schreiben. Ich muss das Buch endlich zu Ende lesen.

Habet Hippocampum

Ich habe ja nicht viel Babygedöns aka PeKiP, Babymassage u.ä. gemacht, aber Babyschwimmen dann doch. Immerhin ist sein Vater am und im Meer aufgewachsen und damit auch verwachsen. Und weil Frankfurt nunmal nicht am Meer liegt, war MIR ja klar, dass dem Kv ein großer Teil seines Ichs fehlen wird – hier, mitten in Deutschland. Da hilft auch kein Main. Und auch deswegen war klar, dass das nicht klappen konnte. Aber, ach, ich schweife ab.

Beim Babyschwimmen zeigte sich schnell, dass Wasser durchaus ein Element des midi-monsieurs ist. Und von da an ging v.a. der Kv immer wieder mit ihm schwimmen. Ich ging selten bis gelegentlich mit. Denn dieses Geplansche ist nicht so meins.

Eigentlich hatte sich ja der Kv vorgenommen, seinem Sohn das Schwimmen beizubringen, aber es wollte nicht so recht klappen.

Als wir dann wieder zurück nach Frankfurt zogen, kam der Wunsch nach einem Schwimmkurs auf. Ich hatte Glück und fand auch direkt einen, der zwei Wochen nach Umzug begann.

Der Kurs war nicht schlecht, aber der Lehrer zu lieb und ließ vieles durchgehen, sodass das Kind die 45 Minuten als Planschzeit betrachtete.

Für den Anschlusskurs im Frühling meldeten wir ihn nicht an, weil Frühling und auch weil der Kv immer noch an seinem Traum festhielt, seinem Sohn das Schwimmen beizubringen. Schließlich hatte sein Vater, also der Papy, es auch so gemacht.

Was das Kind lernte, war tauchen und sich unter Wasser fortzubewegen, aber sobald der Kopf aus dem Wasser rausguckte, schien das Kind dem Ertrinken nahe. Allerdings hatte eine seiner Kraulquappen die Grätschen gemacht und neue gab es nicht.

Auf Wunsch des Kindes meldete ich ihn im folgenden Herbst/ Winter nochmals zum Schwimmkurs an. Doch dieser wurde ihm in der 10. Stunde durch die Ersatzlehrkraft so verleidet, dass er gar nicht mehr hin wollte.

Dann folgte eine lange Zeit – gutes halbes Jahr – ohne Schwimmen, denn der Kv weilte ja nicht mehr unter uns wohnte nicht mehr bei uns und ich war in der Zeit nicht wirklich in Planschlaune. (Boah, was für eine beschissene Zeit das 1. HJ 2015 noch war.)

Als der Kontakt zum Kv besser wurde, wurde auch wieder ins Schwimmbad gegangen. Aber immer noch ohne nennenswerten Schwimmerfolg; Hundepaddeln half dem midi-monsieur sich über Wasser zu halten, aber damit längere Strecken, also wenigstens 25m fürs Seepferdchen, zurückzulegen, ging nicht.

In der Schule gibt es erst ab Klasse 3 Schwimmunterricht, aber ein Seepferdchen muss dafür wohl bestehen. Hmhm. Außerdem äußerte der Kv, dass der midi-monsieur eigentlich dringend ein Seepferdchen bräuchte, wenn er zukünftig weiter mit aufs Motorboot wolle.

Das gärte sowohl im Kind als auch in mir. Vorgestern stellte ich ihm einen der wirklich seltenen Schwimmbadbesuche mit mir in Aussicht, aber unter der Bedingung, dass er wirklich schwimmen übe. Ganze Bahnen. Im tiefen Becken. Er ging darauf ein. Und nach ein bisschen Planschen im heißen Nichtschwimmerbecken, etwas Wasserrutsche und einer Weile im Außenbecken war es endlich soweit: auf zum Bahnenschwimmen. Wir besprachen noch kurz die Technik: Rakete startet, alle zur Seite aussteigen und schnell wieder neustarten. Große Bewegungen. Ruhige Bewegungen.

Und er schwamm. Er schwamm ein Bahn und ich nebendran. Dann noch eine. Und noch eine. Am Ende hatte er mit ein paar Pausen 250m geschafft.

Ich offerierte, schnellstmöglich (heute) wieder schwimmen zu gehen und dann auch mal zu fragen, wie das läuft, damit der Bademeister das Seepferdchen abnimmt. Gesagt, getan.

Wir erhielten die Info, dass das Seepferdchen jederzeit abgenommen würde. Frohen Mutes gingen wir ins Wasser. Er wollte gleich Bahnen schwimmen, um zu üben. Nach einer Bahn öffnete allerdings der Dreier und er musste erstmal drei Mal springen. Dann schwamm er sich im Außenbecken Mut an, zog zwei Bahnen im Schwimmerbecken und ging dann zu einem Bademeister.

Der midi-monsieur sprang vom Beckenrand ins Wasser, schwamm dann problemlos eine Bahn, ging mit dem Bademeister ums Becken und holte abschließend ohne mit der Wimper zu zucken den Ring aus dem etwas mehr als schultertiefen Wasser.

„Du schwimmst ja wie ein Fisch. Warum hast Du denn das Seepferdchen erst jetzt gemacht?“, wunderte sich der Bademeister, stellte einen Beleg übers Seepferdchen aus, den wir dann beim Verlassen des Schwimmbads gegen Urkunde und Aufnäher tauschten.

Nun können wir wohl öfter zusammen ins Schwimmbad gehen. Denn nun kann ich entspannt ein paar Bahnen ziehen und er kann entweder mitschwimmen oder sein eigenes Ding machen.

Hach, große Kinder sind toll.

Ferien, fast

Der letzte wirkliche Schultag des 1. Schuljahrs ist geschafft. Morgen noch Klassenfrühstück und das erste Zeugnis.

Schulschluss ist dann schon um 10h45. Mal schauen, wie wir das feiern. Wir sprachen von schwimmen, Hamburgern, Aikido-Training und Stoffel. Ich muss irgendwann nochmal arbeiten. Aber gut.

Gut, dass die Ferien jetzt kommen. Wir haben sie uns alle verdient.

Ab in die Mitte

Seit jeher trage ich mein Haar – also von mir aus gesehen – links gescheitelt. Beim letzten Friseurbesuch habe ich den Scheitel sogar nochmal ca 2 cm weiter links tiefer setzen lassen. Denn ich spielte eigentlich mit einem Undercut auf der linken Seite. Aber die blauen Haare waren mir „besonders“ genug. Reicht schon, dass die Farbe irgendwann auswachsen muss. Ja, sie wäscht sich auch raus, aber parallel findet auch ein Rauswachsen statt. Und einen Undercut raus- bzw. reinwachsen zu lassen, ist irgendwie noch blöder. Vor allem zusätzlich zu einer eventuell undefinierten Haarfarbe.

Apropos: Meine Haarfarbe ist gerade sehrsehr undefiniert. Sehr unbefriedigend, obwohl ich mich so langsam an das verwaschene Seychellenwasserblau gewöhne. Es wird immer heller und ich überlege, ob ich es nun ganz rauswaschen lasse oder ob ich doch wieder nachlege. Und wenn ja, was. Gerade finde ich dieses hellere Blau schöner. Vielleicht weil Sommer ist. Blond kann ich mir gerade nur schwer wieder vorstellen, aber erstmal muss ich ja nochmal ne Zweitbehandlung Kopflausmittel durchführen und das nimmt ja immer so viel Farbe mit. (Diese Lausgeschichte macht mich ja übrigens wahnsinnig: Da ich seit jeher trockene Kopfhaut habe, neigt diese zum Jucken und leichten Schuppen. Natürlich verstärkt der Gedanke an Kopfläuse irgendwelche Juckreize und wenn ich dann mit dem Nissenkamm durchgehe, habe ich auch immer was drin – nämlich Schüppchen. Das Kind ist nun nach dem drölfzigsten Mal Kämmen mit dem Läusekamm immer noch lausfrei und ich bin drauf und dran im Hort anzurufen und zu fragen, ob sie dort die Plage auch im Griff haben.)

Worauf ich eigentlich raus wollte: Ich trage nun den Scheitel in der Mitte.

Eskalation

Ja, ich war gestresst die letzten Tage wegen eines Auftrags. Und es war auch nicht optimal, dass der midi-monsieur sich nach der Schule alleine bei uns langweilt. Aber diese Hort-Läuse-Kausa würde ja auch nur bedeuten, dass ich meine Nachmittage damit verplempere, beim Kinderarzt zu hocken und immer wieder und wieder ein Attest zu besorgen.

Da war es fast zu erwarten, dass das Kind Scheißelkram allenorten macht, damit sich die doofe Mama kümmert. Dass das nicht sonderlich zum Familienfrieden beiträgt war genauso zu erwarten. Und da ich aufgrund von Schlaf bzw. Nicht-Schlaf nicht einfach sagen konnte: „Ja mei, dann mach ich halt ne Nachtschicht.“ verstärkte den Stress und führte unweigerlich zu mehr als einer Eskalation. Eigentlich hätte er Sonntag gar nicht das Endspiel gucken dürfen. Aber weil „sein“ Frankreich spielte, war ich halt doch inkonsequent.

Und heute hatte ich ihm extra einen Kumpel organisiert, der direkt nach der Schule mitkam. Es ging auch eine Weile gut, aber am späten Nachmittag hatte sie der Hafer gestochen und machten Sauerei. Und danach ist mir dann der Kragen geplatzt: Möglicherweise ist es etwas unfair, dass ich nur mein Kind bestrafte, aber ich finde, dass er auch ein bisschen für seine Gäste verantwortlich ist. V.a. wenn Scheißelkram gemacht wird, der bereits sanktioniert wurde. Auf jeden Fall musste er seine Sauerei wegmachen und, weil er dabei eh gerade den Staubsauger in der Hand hatte, gleich das ganze betroffene Zimmer saugen. Währenddessen verräumte ich sein neustes Lego und Fernsehverbot bis Freitag gab es auch. Danach flossen viele Tränen. Aber nun ja. Ich ließ ihn in seinem Zimmer bocken nachdenken.

Irgendwann kam er raus. Wir redeten, aßen und lasen vor. Dann ging er ohne Murren vor 21h00 ins Bett.

Jetzt hoffe ich nur, dass nicht die restlichen Tage bis ich ihn dem Kv übergeben so laufen.