Auf Drogen

Dienstag bin ich von Mainz-Kastel bis Höchst mit dem Rad gefahren. Knapp 30 wunderschöne Kilometer am Main, durch Weinberge, vorbei an Brombeersträuchern, Holunder- und Walnussbäumen.

Es war nur semischlau, dies ohne Radhose zu machen. Mein Hintern tat mir ordentlich weh. Aber von Paris war er ja schon ein wenig abgehärtet. Und die Strecke war es wert.

Blöderweise musste ich von Mittwoch bis Freitag so viel arbeiten, dass ich nicht wirklich rauskam.

Als ich Samstag wach wurde, wollte ich un.be.dingt Fahrrad fahren. Ich durchwühlte die Schublade mit dem kläglichen Rest an Fahrradklamotten. Dochdoch, Handschuhe brauche ich schon. Also ging ich schnell zum Radladen im Viertel und fand schnell gut passende Handschuhe. Und weil mir mein Radrucksack zwar sehr ans Herz gewachsen ist (immerhin hat er mich über die Alpen begleitet), aber für eine Tagestour zu groß und auch generell zu schwer ist, schaute ich mich um und hatte Glück: Alle Rucksäcke auf die Hälfte reduziert. Viel Auswahl gab es nicht, aber einen gut passenden. Das reicht.

Zu Hause dann in die Radhose, schnell noch nen Joghurt und nen Ei gefrühstückt, getrunken, Wasserflasche befüllt, Rucksack gepackt und los ging’s.

Erstmal mit dem Rad zum Hauptbahnhof, von da mit der S-Bahn nach Höchst. Ich hatte mir vorgenommen, von dort aus über den Main, durch die Schwanheimer Düne, durch den Stadtwald und wieder zurück nach Hause zu fahren.

Haaaach, war das eine schöne Tour. Ich konnte mal wieder die Federgabel voll benutzen, freute mich, dass ich das schwere Schloss zu Hause gelassen hatte, ärgerte mich ein bisschen, dass ich die Steckbelche nicht abgenommen hatte, und ärgerte mich immer mal wieder noch mehr über Else, dass sie das GPS-Signal verloren hatte, was zu ein paar „Umwegen“ führte. Außerdem haben Else und ich eine unterschiedliche Auffassung von „Single Trail“.

Das Wetter war perfekt zu fahren, die Strecke war toll und gerade der Stadtwald war erstaunlich leer. Zumindest sind mir auf meinen Wegen nur wenige andere Menschen begegnet.

Als ich wieder zu Hause war, hatte ich dann gut 36 km in den Beinen und es war großartig. So großartig, dass ich mich wieder total angefixt fühle und heute erstmal im Internet stark an mich halten musste.

Schlussendlich war ich doch sehr vernünftig und habe nur ein Trikot und einen neuen Helm für mich (meiner ist jetzt 4 Jahre alt und auch schon ein paar Mal runtergefallen) sowie Radhandschuhe zur Auswahl für das Kind bestellt. Die schicken Radschuhe habe ich dann doch wieder aus dem Warenkorb gelöscht, weil ich dann auch Klickies und Klickpedale hätte bestellen müssen. Und eine zweite Radhose besorge ich auch erst, wenn ich sehe, dass ich wirklich oft zum Fahren kommen. Dann gibt es aber auch das Klick-Ensemble.

Aber es war wirklichwirklich schön, so allein mit mir über die Waldwege zu pesen.

2 Gedanken zu „Auf Drogen

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