Habet Hippocampum

Ich habe ja nicht viel Babygedöns aka PeKiP, Babymassage u.ä. gemacht, aber Babyschwimmen dann doch. Immerhin ist sein Vater am und im Meer aufgewachsen und damit auch verwachsen. Und weil Frankfurt nunmal nicht am Meer liegt, war MIR ja klar, dass dem Kv ein großer Teil seines Ichs fehlen wird – hier, mitten in Deutschland. Da hilft auch kein Main. Und auch deswegen war klar, dass das nicht klappen konnte. Aber, ach, ich schweife ab.

Beim Babyschwimmen zeigte sich schnell, dass Wasser durchaus ein Element des midi-monsieurs ist. Und von da an ging v.a. der Kv immer wieder mit ihm schwimmen. Ich ging selten bis gelegentlich mit. Denn dieses Geplansche ist nicht so meins.

Eigentlich hatte sich ja der Kv vorgenommen, seinem Sohn das Schwimmen beizubringen, aber es wollte nicht so recht klappen.

Als wir dann wieder zurück nach Frankfurt zogen, kam der Wunsch nach einem Schwimmkurs auf. Ich hatte Glück und fand auch direkt einen, der zwei Wochen nach Umzug begann.

Der Kurs war nicht schlecht, aber der Lehrer zu lieb und ließ vieles durchgehen, sodass das Kind die 45 Minuten als Planschzeit betrachtete.

Für den Anschlusskurs im Frühling meldeten wir ihn nicht an, weil Frühling und auch weil der Kv immer noch an seinem Traum festhielt, seinem Sohn das Schwimmen beizubringen. Schließlich hatte sein Vater, also der Papy, es auch so gemacht.

Was das Kind lernte, war tauchen und sich unter Wasser fortzubewegen, aber sobald der Kopf aus dem Wasser rausguckte, schien das Kind dem Ertrinken nahe. Allerdings hatte eine seiner Kraulquappen die Grätschen gemacht und neue gab es nicht.

Auf Wunsch des Kindes meldete ich ihn im folgenden Herbst/ Winter nochmals zum Schwimmkurs an. Doch dieser wurde ihm in der 10. Stunde durch die Ersatzlehrkraft so verleidet, dass er gar nicht mehr hin wollte.

Dann folgte eine lange Zeit – gutes halbes Jahr – ohne Schwimmen, denn der Kv weilte ja nicht mehr unter uns wohnte nicht mehr bei uns und ich war in der Zeit nicht wirklich in Planschlaune. (Boah, was für eine beschissene Zeit das 1. HJ 2015 noch war.)

Als der Kontakt zum Kv besser wurde, wurde auch wieder ins Schwimmbad gegangen. Aber immer noch ohne nennenswerten Schwimmerfolg; Hundepaddeln half dem midi-monsieur sich über Wasser zu halten, aber damit längere Strecken, also wenigstens 25m fürs Seepferdchen, zurückzulegen, ging nicht.

In der Schule gibt es erst ab Klasse 3 Schwimmunterricht, aber ein Seepferdchen muss dafür wohl bestehen. Hmhm. Außerdem äußerte der Kv, dass der midi-monsieur eigentlich dringend ein Seepferdchen bräuchte, wenn er zukünftig weiter mit aufs Motorboot wolle.

Das gärte sowohl im Kind als auch in mir. Vorgestern stellte ich ihm einen der wirklich seltenen Schwimmbadbesuche mit mir in Aussicht, aber unter der Bedingung, dass er wirklich schwimmen übe. Ganze Bahnen. Im tiefen Becken. Er ging darauf ein. Und nach ein bisschen Planschen im heißen Nichtschwimmerbecken, etwas Wasserrutsche und einer Weile im Außenbecken war es endlich soweit: auf zum Bahnenschwimmen. Wir besprachen noch kurz die Technik: Rakete startet, alle zur Seite aussteigen und schnell wieder neustarten. Große Bewegungen. Ruhige Bewegungen.

Und er schwamm. Er schwamm ein Bahn und ich nebendran. Dann noch eine. Und noch eine. Am Ende hatte er mit ein paar Pausen 250m geschafft.

Ich offerierte, schnellstmöglich (heute) wieder schwimmen zu gehen und dann auch mal zu fragen, wie das läuft, damit der Bademeister das Seepferdchen abnimmt. Gesagt, getan.

Wir erhielten die Info, dass das Seepferdchen jederzeit abgenommen würde. Frohen Mutes gingen wir ins Wasser. Er wollte gleich Bahnen schwimmen, um zu üben. Nach einer Bahn öffnete allerdings der Dreier und er musste erstmal drei Mal springen. Dann schwamm er sich im Außenbecken Mut an, zog zwei Bahnen im Schwimmerbecken und ging dann zu einem Bademeister.

Der midi-monsieur sprang vom Beckenrand ins Wasser, schwamm dann problemlos eine Bahn, ging mit dem Bademeister ums Becken und holte abschließend ohne mit der Wimper zu zucken den Ring aus dem etwas mehr als schultertiefen Wasser.

„Du schwimmst ja wie ein Fisch. Warum hast Du denn das Seepferdchen erst jetzt gemacht?“, wunderte sich der Bademeister, stellte einen Beleg übers Seepferdchen aus, den wir dann beim Verlassen des Schwimmbads gegen Urkunde und Aufnäher tauschten.

Nun können wir wohl öfter zusammen ins Schwimmbad gehen. Denn nun kann ich entspannt ein paar Bahnen ziehen und er kann entweder mitschwimmen oder sein eigenes Ding machen.

Hach, große Kinder sind toll.

Ein Gedanke zu „Habet Hippocampum

  1. Pingback: Lichtblicke 2016 | Groß-Stadt-Ansichten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s