Danke auch

… aus der Kategorie: Leute gibt. Tststs.

Wir waren heute seit langem mal wieder auf „unserem“ Spielplatz in dem Park, in dem keine Hunde erlaubt sind. Zufällig war auch eine Klassenkameradin mit ihrer Mutter da. Die zwei Kids spielten zusammen und wir Mütter unterhielten uns.

Auf einmal sehen wir einen Hund durch den Park rennen. Auch quer über und rund um den Spielplatz. Der Hund ist allein. Keiner läuft hinter ihm her. Man hört auch niemanden rufen. Es ist ein größerer Hund. Es könnte ein Golden Retriever sein. Der Hund rennt immer wieder in der Runde. Einige Kinder springen verschreckt zurück.

Er kommt einmal an uns vorbei. Die andere Mutter will ihn aufhalten. Er läuft vorbei. Dreht eine Runde. Kommt nochmal an uns vorbei. Er ist schon etwas außer Atem. Er wird langsamer. Die andere Mutter geht auf ihn zu. Er hält an, wir können ihn am Halsband greifen. Außer einer Hundemarke ist da nichts dran. Wir organisieren Wasser für ihn. Er wird ruhiger. Aber ist immer noch sehr aufgeregt und die Rute klemmt zwischen den Hinterläufen. Wir schauen uns um. Keine*r in Sicht, die/der sich verantwortlich fühlt.

Was tun? Ich rufe die Polizei an. Der Notruf verweist mich an die Stadtpolizei. Zum Glück ist die Nummer recht eingängig.
Ich rufe dort an und erläutere, dass und wo wir einen Hund aufgelesen haben.
Ob ich die Möglichkeit hätte, den Hund ins Tierheim zu bringen.
Ich weiß nicht, wo es ist.
Das nächste (einzige?) ist in einem Stadtteil, der wirklichwirklich schlecht zu erreichen ist und zwar egal mit welchem Verkehrsmittel.
Nein, da könne ich den Hund nicht hinbringen.
Man werde eine Streife schicken.

Die Kinder sind aufgeregt. Es kommen noch zwei Klassenkameraden vorbei. Sie halten nach der Polizei Ausschau, laufen immer wieder hin und her. Auf einmal sehe ich eine Joggerin. Es sieht aus, als habe sie eine Leine in der Hand. Oder ist es doch so ein komisches Trainingsband? Sie macht keinen suchenden Eindruck. Die Kinder stürmen gerade mal wieder zu uns, um zu erzählen, dass die Polizei noch nicht da sei. Der Hund wird kurz unruhig. Aber er scheint eine Seele von Tier zu sein.

Der Hund entspannt sich. Legt sich neben mich. Ich halte ihn trotzdem weiter am Halsband fest.

Auf einmal kommt eine Frau auf einem Fahrrad auf uns zu. Es ist die Joggerin von vorhin. Sie hat die Leine in der Hand.
Ohne Guten Tag höre ich: „Geben Sie mir den Hund.“
„Ist das Ihrer?“
„Ja, der ist mir gerade ausgebüxt.“
„Der ist hier ganz schön ziellos rumgelaufen.“
Ich höre einen unwischen Laut: „Ich muss los. Geben Sie mir den Hund.“
„Sie wissen schon, dass Hunde in diesem Park nicht erlaubt sind?! Und dass der über den Spielplatz gelaufen ist, ist nicht im Sinne des Erfinders.“
„Jaja, ich muss weiter.“
„Wir haben übrigens auch die Polizei gerufen.“
Sie nimmt den Hund an die Leine und fährt weg.

Die andere Mutter und gucken uns an. Etwas fassungslos. Ich wähle nochmal die Nummer von der Stadtpolizei.
„N’Abend. Ich hatte gerade schon angerufen wegen des Hundes im Park. Ich wollte nur Bescheid geben, dass die Halterin aufgetaucht ist und ihn mitgenommen hat.“
„Oh, das ist aber sehr nett von Ihnen, dass Sie extra nochmal anrufen. Dann kann ich die Streife wieder abbestellen. Vielen Dank.“
„Keine Ursache.“

Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass mir die falsche Person in dieser Situation gedankt hat. Oder wie es die andere Mutter auf den Punkt brachte: „Nicht, dass ich es dem Hund gegönnt hätte, dass er im Tierheim auf sein Frauchen warten muss. Aber ihr hätte ich gegönnt, dass sie da jwd hätte rausfahren müssen, um ihren Hund abzuholen.“

Ein Gedanke zu „Danke auch

  1. Solche Leute, die die ganze Welt für ihr persönliches Dienstpersonal halten… abgesehen davon, dass ein Hund, der ausbüxt (was natürlich jedem mal passieren kann) mitunter eine Gefahr für sich und andere werden kann.

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