So ein Tag

… so wunderlich wie heute.

Seit 9.6. habe ich zwei Rezepte für jeweils ein Paar Kompressionsstrümpfe. Einzulösen am besten in einem Sanitätshaus. Das Problem: Hier ist kein Sanitätshaus ums Eck.

Heute nutzte ich, dass ich bis Mittag diverse Projekte erledigt hatte und fuhr zum nächstgelegenen. Ich erklärte mein Anliegen.
„Also wir vermessen nur bis 11 Uhr morgens. Dann müssten sie nochmal kommen.“
„Bitte?“
„Ansonsten übernehmen wir keine Garantie.“
„Das heißt?“
„Ich kann Sie zwar vermessen, aber wenn die Strümpfe dann nicht passen, übernehmen wir keine Garantie.“
„Ich bin aber jetzt da und ich möchte nicht noch einmal wiederkommen, zumal ich die Rezepte ja schon seit dem 9.6. habe.“
„Ja, die Rezepte sind ja nur 28 Tage gültig.“
„Sehen Sie, dann müsste ich mir neue Rezepte ausstellen lassen. Dafür brauche ich dann eine Überweisung und habe blödes Gerenne. Nein, ich will, dass Sie mich jetzt vermessen. Sonst wird das nichts mehr.“
„Aber wir übernehmen keine Garantie.“
„Ja, das habe ich verstanden. Aber meine Beine sind jetzt nicht dicker als um 11 und viel gelaufen bin ich auch noch nicht.“
Immer noch widerwillig geht sie mit mir nach hinten, misst dann aber professionell meine Unterschenkel aus. Dann vergleicht sie meine Maße mit der Standard-Strumpf-Tabelle und es stellt sich raus, dass ich Strümpfe von der Stange nehmen kann und keine Maßanfertigung benötige.
Und dafür diskutiere ich vorher drölfzig Minuten?!

Wieder zu Hause klingelt um 16h26 das Telefon. Ich dachte, es sei meine Agentur. Aber auf dem Display steht Hort. Unfall? Toilettenunglück?
„Und täglich grüßt das Murmeltier“, werde ich begrüßt. Man habe beim midi-monsieur Läuseeier in den Haaren gefunden. Bitte? Er musste doch erst am Montag zu Hause bleiben, weil ich wieder Viechzeug in den Haaren gefunden hatten. Ich hatte direkt behandelt, eine halbe Stunde mit Spülung in den Haaren ausgekämmt und war nachmittags extra beim Kinderarzt, damit er die Läusefreiheit attestiert. Mich habe ich natürlich auch wieder mitbehandelt.
Ich war ziemlich genervt und als die Erzieherin dann auch mit Eiern, Nissen, weiß vs. grau durcheinander kam und ich schlussendlich nicht wusste, was sie denn nun genau beim Kind gefunden hatte, sagte ich einfach nur, dass sie ihn bitte nach Hause schicken sollen. Mal abgesehen davon, dass eh Zeit wäre.

Während ich auf den midi-monsieur wartete, befragte ich nochmal das Netz: Welche Farbe dürfen die Nissen (Eier?) haben? Müssen Kinder nissenfrei sein? Können sie überhaupt nissenfrei sein nach einer Behandlung mit einem nach IfSG anerkannten Mittel? So richtig schlau wurde ich nicht, aber nissenfrei kann und muss wohl nicht sein. Wichtig ist, dass keine Läuse rumkrabbeln, denn diese können woanders hin krabbeln und so die Infektion verbreiten. Aber es gibt kein Mittel, dass 100%ig gegen die Nissen Eier wirkt. Deswegen MUSS ja auch – egal mit welchem Mittel – eine Wiederholungsanwendung erfolgen, damit eventuell noch nach Behandlung geschlüpfte Larven abgetötet werden, bevor sie geschlechtsreif werden. Also wieder viel Panik um nichts?!

Ich rief noch einmal im Hort an und erklärte, dass nissen-/ eifrei nicht ginge und dass der Kinderarzt ja auch Läusefreiheit und nicht Nissenfreiheit bestätigt habe (und auch nur das müsse). Ja, aber aus den Eiern könnten ja noch Läuse schlüpfen. Ja und genau dafür gebe es ja die Wiederholungsbehandlung. Es ging hin und her. Ich wurde ziemlich stinkig, weil es auf einmal – nach zwei Monaten Läuse im Hort – heißt, man müsse ja auch die anderen Kinder schützen. Da habe ich meinem Ärger Luft gemacht und gesagt, dass die Informationspolitik ja nun wohl gar nicht ginge. Der erste Läusefall war Anfang Mai. Das erzählte mir der midi-monsieur. Zwei Wochen später bekamen wir erstmals schriftliche Informationen. Vom Elternbeirat – obwohl das eindeutig Aufgabe der Einrichtungsleitung ist. Die ersten Läuse hatte das Kind Anfang Juni also im zweiten bzw. dritten Durchgang. Ja, aber es hätte Aushänge gegeben. Aushänge. Im Hort. Bei Kindern, die größtenteils alleine nach Hause gehen. Merkta, nech?! Es eskalierte so weit, dass ich das Gespräch beendete mit: „Dann komme ich morgen, hole die Sachen vom Kind und er wird bis zu den Ferien nicht mehr in den Hort kommen.“ (noch 7 Schultage) Denn der vermeintlich erneute Befall bedeutet, dass ich wieder mit ihm zum Arzt gehen müsste, damit er in den Hort gehen darf. Wie oft soll ich das denn machen? Täglich? Dann kann er ja auch gleich zu Hause bleiben. Zum Glück geht das ja.

Der midi-monsieur kam nach Hause und war sehr frustriert. Ich konnte es ihm nicht verdenken. Erstmal den Ärger rausheulen. Dann musste das Obligate sein: Unter die Dusche, Spülung in die Haare, mit dem Läusekamm Strähne für Strähne durchgehen. Es kam etwas raus. Ob es noch lebte? Wohl eher nicht. Trotzdem föhnten wir die Haare, denn das Mittel muss ins trockene Haar gebracht werden. Es wirkte ein, wir spülten aus. Ich durchsuchte nochmal die Haare: NICHTS.

Und es bleibt dabei: Er wird nicht mehr in den Hort gehen. Bis zu den Ferien. Und ich habe ihn gerade auch beim kindernet für einen Hortwechsel angemeldet.

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