Wilde Jungs

Seit ich den midi-monsieur heute von seinem Französisch-Unterricht abgeholt habe, habe ich diesen 1980er-Jahre-Ohrwurm von DuranDuran. Was an sich nicht schlimm ist; bin ich doch ein Kind der 1980er. Schlimm bzw. zum Aufregen ist allerdings der Auslöser.

Die Lehrerin, eine – allem Anschein nach französische – Mutter mit ihrer Tochter, der midi-monsieur und ich standen zusammen. Es ging um die Fortsetzung des Kurses nach den Ferien. Wer den weiter dabei sei, fragte die Kursleiterin. Die andere Mutter druckste zunächst etwas rum. Ja, eigentlich würde es ihrer Tochter ja Spaß machen. Aber, und sie guckte dabei zu meinem Kind, ob es nicht möglich sei, wenn sich genug Kinder anmelden würden, eine zwei Gruppen einzurichten. Eine für die Jungs und eine für die Mädchen. So viele Anmeldungen gebe es für gewöhnlich nicht, antwortete die Lehrerin und fragte, was denn das Problem sei. Ihrer Tochter sei es zu oft wild und sie würde nicht richtig lernen können. Ich dachte, ich hör nicht recht und bevor ich antworten konnte, denn der Blick ging erneut zum midi-monsieur, entgegnete die Lehrerin: Dass es ja in der Gruppe darum ginge, Französisch deutlich spielerischer als in der Schule zu vertiefen. Und dass die Gruppe sehr gut zusammen arbeiten würde. Und dass es da sicherlich Kinder gibt, die extrovertierter als andere seien – ihr Blick ging vom midi-monsieur zu dem Mädchen -, aber das diese Kinder auch viel zum „Unterricht“ beitrügen, weil sie einfach auf Französisch reden und dadurch die anderen animieren würden – wieder ging ihr Blick vom midi-monsieur zu dem Mädchen. Und wenn es wirklich ein Problem mit einem Kind gäbe, weil es stört und „zu wild“ sei, dann würde sie auch mit den Eltern reden. Aber das wäre in dieser Gruppe nicht nötig.

Es trat eine kurze beredete Stille ein und ich war kurz davor nachzutretensetzen, dass sie ihr Kind vielleicht weniger püppig erziehen sollte und dass sie im Leben voraussichtlich auf noch wilder Kerle stoßen wird als den midi-monsieur. Aber letztlich waren die Ausführungen der Lehrerin mehr als ausreichend, um das Thema zu beenden.

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