Ruhig gestellt

Mittlerweile haben mir ein paar Menschen mitgeteilt, dass sie den midi-monsieur recht umgänglich finden. Mal abgesehen von – wie ich finde – normalen Reibungen zwischen uns finde ich das ja eigentlich auch. Vor allem weil er das Pech hat, fast immer das einzige Kind zu sein, wenn ich mich mit Erwachsenen treffe und ihn dazu mitnehme bzw. dabei ist. Glücklich bin ich darüber auch nicht immer, weil ich weiß, wie doof es ist, keine*n mehr oder weniger Gleichaltrigen zu haben, mit der*dem man spielen kann.

Ich besteche ihn dann immer mit seinem meinem alten Handy, auf dem er dann so viel daddeln darf, wie das WLAN hergibt. Lustigerweise ist er meist sehr vertieft in sein Spiel, bekommt aber dennoch viel von dem mit, was um ihn herum getan und geredet wird, und bringt sich hin und wieder ein. Er legt das Handy auch immer wieder weg und beteiligt sich aktiv am Geschehen. Selbst wenn er die Möglichkeit hat, möchte er sich nicht separieren und in einen anderen Raum gehen. Er will beim Rudel sein.

Und so sehr er auch bei mir gelegentlich die Einzelkind-Diva gibt, kann er sich im Zusammenspiel mit anderen Kindern gut unterordnen bzw. geht insbesondere auf jüngere Kinder meist sehr gut ein. Klar hat er eine Schmerzgrenze und wenn er immer nur zurückstecken muss, dann platzt es auch aus ihm heraus, aber er akzeptiert generell viel und nimmt sich zurück.

Um so „beeindruckter“ bin ich dann immer wieder, wenn ich erlebe, dass Freund*innen von ihm rumzicken und unter (Krokodils-)Tränen austicken, nur weil sie ihren „Willen“ nicht bekommen. Denn das kenne ich vom midi-monsieur eigentlich gar nicht. Dann frage ich mich immer, ob sich der midi-monsieur sich das nicht traut, ob er Angst (vor mir) hat oder ob er einfach weiß, dass er mit einer solchen Masche bei mir auf Granit beißt?

Vielleicht – hoffentlich – passt auch einfach das Geben und Nehmen zwischen uns. Dass die Freiheiten, die ich ihm gewähre, es ihm leichter machen, „Verbote“ bzw. Situationen, in denen er nicht die erste Geige spielt, zu akzeptieren.

(Angst vor der Pubertät habe ich trotzdem.)

Ein Gedanke zu „Ruhig gestellt

  1. Das kann ich nur bestätigen. Es war bei Eurem Besuch sehr nett mit ihm (auch am Abend – das hätte ich so nicht gedacht, aber der Keks ist ja noch viel kleiner) und auch im Umgang mit dem Keks fand ich ihn sehr sehr süß.
    Er hat die Madame ja auch schön über den Hof geschoben. 😉

    Im Ernst, er macht wirklich einen umkomplizierten Eindruck, das ist sicher ein gutes Fundament für die Pubertät.

Durch das Verfassen und Abschicken eines Kommentars erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verabeitung Deiner Daten durch diese Webseite einverstanden. Um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu verhindern, speichert diese Webseite Name, E-Mail, Kommentar sowie IP-Adresse und Zeitstempel Deines Kommentars. Dein Kommentar kann jederzeit gelöscht werden. Detaillierte Informationen findst Du in meiner Datenschutz-Erklärung (s.o.).

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s