Geht doch

Manchmal habe ich ein bisschen Angst vor mir. Vor allem, wenn ich mich über etwas ärgere. Und elementar ärgern tue ich mich insbesondere über Ungerechtigkeiten. Sei es, dass sie andere betreffen oder halt auch mich. Diesmal betraf es mich.

Es fing Ende April an, als mich mein bisheriger Mobilfunkanbieter per SMS darauf aufmerksam machte, dass er mir wichtige Infos zugeschickt habe. Nicht sofort ging ich diese „suchen“, stellte aber dann fest, dass ich – ohne, dass ich gefragt wurde, ob ich das möchte – zu einem neuen Mobilfunkanbieter zwangsumgezogen werde.

Mehr oder weniger zeitgleich traf mich der „Schlag“ aufgrund der März-Handyrechnung.

Ja, es war meine Schuld, weil ich vergessen hatte, für meine Tagesreise nach Paris einen Auslandstarif zuzubuchen. Keine Ahnung warum. Daraufhin suchte ich bei meinem zu dem Zeitpunkt Noch-Anbieter nach Informationen, fand aber keine wirklichen, weil ich auf den neuen Anbieter verwiesen wurde. Dort schaute ich dann auch mal interessehalber nach den Tarifen. Aha, da gibt es einen durchaus sehr attraktiven Tarif: Günstiger als mein bisheriger mit deutlich mehr Inhalt – vor allen Dingen einer EU-Flatrate. Aber erst mal konnte ich nichts machen, solange ich noch nicht offiziell beim neuen Anbieter war.

Vor zwei Tagen war der Zwangsumzug bereits drei Tage vollzogen und ich schaute mir mal die Eckdaten meines neuen Vertrags an. Ääähm ja! Ich zahlte so viel wie vorher, für ähnliche Leistungen wie vorher. So weit, so gut. Allerdings wollte ich – nach der Roaming-Pleite für den einen Tag – endlich mal eine EU-Flatrate dazubuchen. Das ging aber nicht online. Da konnte ich nur grottenschlechte EU-Tagestarife auswählen. Klar sind 21 Euro pro Woche immer noch weniger als 170 Euro für einen Tag, aber die Flatrate würde halt nur 5 Euro pro Monat kosten.

Gestern habe ich dann die Kontaktmöglichkeiten (ja, mehrere) des Unternehmens ausgetestet. Zunächst habe ich via Chat nach einem „vernünftigen Tarif mit vernünftigem Auslandstarif“ verlangt. Nach einigem Hin-und-Her, bei dem mir die geduldige Dame klar machte, dass ich von meinen Zwangstarif erst zu einem – meiner Meinung nach willkürlich festgelegten – bestimmten Vertragsverlängerungszeitpunkt in den deutlich besseren Normal-Tarif wechseln könne, stellte sich dann aber heraus, dass sie mir wenigstens „händisch“ die EU-Flatrate zubuchen könnte. Damit war ich zumindest in diesem Gespräch zufrieden, denn ich hatte nicht das Gefühl, dass sie befugt war, mir kulanter (hahaha) entgegenzukommen. Ich kam aber auch nicht umhin, noch einmal deutlich zu machen, dass es eine Frechheit sei, wie Bestands- und v.a. Zwangskunden behandelt werden.

Parallel hatte ich auf Twitter meinem Unmut Luft gemacht:

Daraus entwickelte sich ein sehr effektiver dm-Chat mit meinem neuen Mobilfunkanbieter. Man versuchte zwar noch, mich mit dem deutlich erhöhten Datenvolumen als Geschenk für den Zwangsumzug zu besänftigen – also den 10 GB/ Monat für 2 Monate, die jeder Zwangskunde bekam. Aber mal ehrlich: Wer versurft denn 10 GB? Da ich zu Hause im WLAN hänge, schaffe ich das definitiv nicht. Ich erklärte, dass ich auf die 10 GB dankend verzichten würden, wenn ich denn einen attaktiveren „Normaltarif“ bekommen könnte und rechnete vor, dass ich mit der kurz zuvor zugebuchten EU-Flat 75% mehr monatlich zahlen würde als ein Neukunde. Und als ich daraufhin nach Sonderkündigungsrechten fragte, wurde mir auf umgehend ein Angebot (aus Kulanz) unterbreitet: Ich bekomme den besseren Tarif (inkl. Auslandsflat) für 5 Euro mehr als ein Neukunde.

60 Euro pro Jahr sind zwar immer noch etwas viel, aber so muss ich nicht kündigen, Rufnummern-Portierung beantragen und bin auch nicht schlimmstenfalls für ein paar Tage nicht erreichbar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s