Grube Messel

Jetzt habe ich lange überlegt, ob ich einen kalauerischen Titel in Richtung „Häschen in der Grube“ oder „Wer anderen eine Grube gräbt“ kreiere. Aber wir haben weder Häschen gesehen, noch ist die Grube Messel gegraben worden.

Nachdem Anna letztens über ihre Tour in der Grube Messel schrieb (dort sind auch alle wissenschaftlich-ärchäologisch-informativen Details zu lesen), und es ja auch schon ewig auf meiner Must-Do-Liste steht, habe ich umgehend geguckt, was es dort so für Programm für mit Kind gibt: Familienführung – immer Feiertags und Sonntags um 10h30. Das ist jetzt zwar nicht wirklich eine Zeit für mich und den midi-monsieur an Tagen, an denen wir eigentlich ausschlafen dürfen, zumal wir ja kein Auto haben und die Anreise mit dem ÖPNV im günstigsten Fall knapp anderthalb Stunden dauert. Aber das wird sich auch nicht ändern, wenn wir es nicht machen, also reservierte ich uns Tickets für die Führung am gestrigen Sonntag.

Und weil das Wetter sehr gut werden sollte und ich ja auch mein Kind kenne, beschloss ich, dass wir einen Teil der Strecke mit den Rädern zurücklegen könnten. Immerhin kann man im RMV die Räder kostenlos mitnehmen.

Wir standen gestern also um 7h30 auf, denn gegen 8h15 wollte ich aufbrechen. Anziehen, Rucksack und Lenkertasche packen und los ging’s. Der midi-monsieur wollte direkt mit dem Rad zum Bahnhof fahren. Recht sollte es mir sein, denn es ist etwas wurschtelig mit den Rädern in der U-Bahn. Also hatten wir da schon die ersten knapp 5 km hinter uns. Dann eine kurze Fahrt mit der Bahn, während der ich dem midi-monsieur ein Kapitel Harry Potter vorlesen musste (da habe ich was angefangen).

In Darmstadt am Hauptbahnhof erstmal komoot programmiert und dann ging es los. Es ging erst quer durch die Stadt und dann ganz idyllisch sehr lange an der Dieburger Straße entlang – aber wenigstens ließ sich der asphaltierte Radweg gut fahren und schattig war es auch. Dennoch waren wir knapp dran, immerhin war die Strecke gut 11 km lang, aber ich rief kurz bei der Grube an und bestätigte, dass wir auf jeden Fall noch kämen. Wir hatten wohl nur die ersten zwei Sätze verpasst, als wir zu Gruppe aufschlossen. Und dann ging es bei sengender Sonne einmal durch die Grube Messel.IMG_6986_baDie Führerin machte ihren Job gut und die Kinder gut mit. Einige Kinder waren aber enttäuscht, dass die Grube Messel keine Saurier-Fossilien beherbergt, sondern „nur“ welche von Insekten, Reptilien und (ersten) Säugetieren – wie halt von Ulli, dem Urpferd, das Maskottchen der Grube.IMG_7045_baDas Ausmaß der Grube ist durchaus beeindruckend. Klick auf Bild öffnet Galerie-Ansicht.

Entstanden ist so wohl aus einem Maar. Und nicht durch Außerirdische, wie der midi-monsieur vermutete. Denn immerhin scheint es ein paar Ufo-Landeplätze zu geben:

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Auch so flora- und faunatechnisch hat das Loch einiges zu bieten. Immerhin dürfen sich hier Pflanzen und Tiere ungestört vermehren und ausbreiten (abgesehen von den Forschungsstätten). Klick auf Bild öffnet Galerie-Ansicht.

Wir hatten zudem noch jemanden dabei: Das Maskottchen der Klasse vom midi-monsieur.IMG_7005__baSie schaute interessiert zu, als wir im Ölschiefer (wobei der Name irreführend ist, denn es ist kein Schiefer, es sieht nur aus wie welcher) nach Fossilien suchten.

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Wir durften vom Grundwasser der Grube probieren. Ich musste ja ein wenig darüber schmunzeln, dass einige Familien ihre Wasserflaschen leerten, um sich das Wasser abzufüllen.IMG_7017_ba Grund- und NICHT Quellwasser! Schmeckte ziemlich schwefelig und roch entsprechend.

Zum Schluss durften wir noch ein paar echte Fossilien angucken.
Klick auf Bild öffnet Galerie-Ansicht.

Das Besucherzentrum haben wir uns gespart. Der Marsch durch die Grube bei sengender Sonne war schon ziemlich erschöpfend und wir mussten ja auch noch mit dem Rad zurück (naja, mussten nicht, wir hätten auch in Messel den Zug nach Darmstadt nehmen können, oder nur bis Kranichstein fahren, aber das Wetter war halt viel zu schön). Dazu kam noch Hunger. Also sattelten wir die Räder und beschlossen ein Stück wieder gen Darmstadt zu fahren und in dem Waldgebiet an der Dieburger Straße nach einer Picknickgelegenheit zu suchen. Wir wurden recht schnell an der Grube „Prinz von Hessen“ fündig.20160508_132809_baSchon auf dem Hinweg fiel mir auf, dass sich gleich drei Naturfreibäder auf der Strecke aneinander reihen. Toll, sowas hat Frankfurt ja nicht. Und weil wir da schon im Wald waren, fuhren wir auch durch den Wald weiter zurück. Ich wollte nicht wieder an der Straße entlang fahren. Nach kurzem Protest stellte auch der midi-monsieur fest, dass das viel angenehmer zu fahren ist und weil ich ihm eine ordentliche Portion Eis in Aussicht stellte, wenn er nicht so viel nölen würde beim Radeln, legte er den Turbo ein und hatte so viel Spaß, dass ich ihm am liebsten ein Mountainbike besorgen würde, um dann mit ihm ein paar „spannendere“ Touren zu drehen.

Auf dem Rückweg trafen wir dann auch noch kurz vor Darmstadt City in unseren Breitengraden nicht heimische Tiere.

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Man möge mich korrigieren, aber der linke Paarhufer (heller Kopf) ist mMn ein Lama und der rechte ein Alpaka.

Dann suchten wir die erste der auf meinen Hilferuf empfohlenen Eisdielen

Das klang zwar sehr vielversprechend, aber die fehlende Möglichkeit zu sitzen und v.a. die lange Schlange ließen uns zur zweiten Empfehlung fahren.20160508_143347_baLeckeres Eis mit Blick auf den Weißen Turm zu Darmstadt 😉 Von da war es auch nicht mehr weit zum Hauptbahnhof und als wir da ankamen, hatten wir weitere 13,5 km in den Beinen. Ich musste auf der kurzen Fahrt nach Frankfurt wieder Harry Potter vorlesen und wäre in Frankfurt auch ohne zu murren in die U- oder Straßenbahn gestiegen, um uns noch ein bisschen zu schonen, aber der midi-monsieur wollte unbedingt mit dem Rad fahren und so machten wir nochmal knapp 5 km (und die v.a. leicht bergauf) und kamen doch ziemlich k.o. zu Hause an.

Immerhin konnte ich das Kind überzeugen, dass wir nach 34 km auf dem Rad und einem ganzen Tag an der frischen Luft nicht noch auf den Spielplatz müssten, sondern dass wir es uns auf dem Balkon im Flomsch aka Sitzsack mit Erdbeeren gemütlich machen, während der Teig für die Burger-Brötchen ging.

Ein Gedanke zu „Grube Messel

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