Der Pinguin und der Einkaufswagen

Ja, das könnte der Titel einer Fabel/ Parabel sein, aber nein: Es geht um allweltliche Dinge. Meine Gefrierkombination.

Fast zeitgleich fingen vor ein paar Wochen die Wasch- und die Spülmaschine an, nicht mehr so zu funktionieren, wie sie sollten. Die Waschmaschine verlor Wasser und die Spülmaschine klang, als würde da ein asthmatisches Wesen drin hocken, das das Wasser mit einem Strohhalm absaugte. Aber spülte noch.

Also war die Waschmaschine erstmal dringlicher. 16 Jahre sind ja kein Alter für eine Miele-Maschine, von daher wunderte ich mich, dass sie inkontinet geworden ist. Aber sie verlor ein wenig Wasser. Zum Glück nicht so viel, dass es mich wirklich in Panik versetzen musste. Aber behoben werden musste es trotzdem. Ich hockte mich also bei einem Waschgang für gut 30 Minuten vor die Maschine und schaut ihr beim Spülen, Schleudern und Pumpen zu. Aha: Beim Spülen und nachfolgendem Schleudern drang ein wenig Wasser vorne aus der Einfüllöffnung. Das Gummi war nicht porös. Dreck war jetzt auch nicht wirklich da, der die Dichtigkeit beeinflussen könnte. Ich machte dennoch alles gut sauber. Und dazu noch das Waschmittelfach und auch das Flusensieb. War eh überfällig. Beim nächsten Waschgang dann drückte ich das „Bullauge“ extra sorgfältig zu und siehe da: Die Maschine leckt nicht mehr.

An die Geräusche der Spülmaschine hatte ich mich schon fast gewöhnt. Aber so besonders gesund konnte das ja nicht sein. Weder für die Maschine, noch für das Wesen, das darin hockte. War es auch nicht. Am Freitag, kurz bevor wir aufbrachen für unser Köln-Wochenende, verabschiedete sie sich mit einer leuchtenden Botschaft von uns: Irgendwas am Wasserzulauf sei defekt. Naja, sollte sie sich damit selbst beschäftigen bis Sonntagabend.

Gestern abend dann, als wir wieder zu Hause waren, begrüßte uns die Gefrierkombi mit lautem Brummen. Sehr lautem Brummen. Tja, was soll ich sagen?! Der Vereisung nach zu urteilen, musste sich da irgendwo ein Eisbär verstecken und gar jämmerlich weinen. Er musste über den kleinen Spalt reingeraten sein, den der Tiefkühlteil wohl leider das ganze Wochenende über offen stand. Schnee im ganzen Eisschrank.

Heute dann habe ich erstmal die Spülmaschine ausgeräumt und sie mir von innen angesehen. Dann habe ich das Sieb rausgenommen, eine gute Portion Branntweinessig reingekippt und die Maschine einmal durchlaufen lassen. Dabei machte sie keine Geräusche mehr. Also keine wehklagenden und asthmatischen mehr.

Dafür hörte ich dann den Eisbären umso lauter. Ich konnte mich gar nicht konzentrieren. Also ging ich auf Jagd. Kein Eisbär, aber dafür eine komplett zugefrorene Kühleinheit präsentierte sich mir, nachdem ich alles rausgeräumt hatte und die Abdeckung abgeschraubt hatte.img_20160425_152046.jpgAlso machte ich den Eisschrank aus und wartete* auf die Dinge, die da passieren würden. Als alles Eis weg war, wischte ich noch einmal durch, räumte alles wieder rein, schaltete den Gefrierer wieder ein und tadaaa: Er schnurrt wieder wie ein braver Schneeleopard. Entdeckte ich einen Pinguin. Und einen Einkaufswagen.2016-04-25-19.48.42.jpg.jpgIch kam mir vor wie mit meiner „Vario Speed“-Taste an der Spülmaschine, die ich nach über zwei Jahren mit der Spülmaschine entdeckte. Jetzt also ein Pinguin und ein Einkaufswagen.

Eigentlich musste ich ja arbeiten, aber die Spülmaschine und der vermeintliche Eisbär hatten mich ja eh schon ausreichend am Arbeiten gehindert, da kam es jetzt auf eine kleine Recherche auch nicht mehr an. Ich zitiere aus der Gebrauchsanweisung:

Durch Betätigung der Taste (C [Pinguin]) wird die Funktion Intensiv-Gefrieren aktiviert […]. Es beginnt eine intensive Abkühlung des Gefrierschranks. […] Diese Einstellung ist zum raschen Einfrieren größerer Mengen von Lebensmitteln bestimmt.

Durch Betätigung der Taste (K [€inkaufswagen]) wird die Funktion Intensiv-Kühlen beim Kühlschrank aktiviert […] Nach 6 Stunden schaltet sich diese Funktion automatisch ab […]. Diese Funktion ist zum raschen Kühlen größerer Mengen von Lebensmitteln bestimmt.

Ich erfuhr auch, dass ich das Gerät kindersichern kann. Also gegen Termperatur-Verstellen durch Kinder. Allerdings befindet sich das Panel auf ca. 1,80 Meter und so groß ist selbst der riesige midi-monsieur nicht.

————————
* naja, ich habe dann zum Schluss ein bisschen mit dem Fön nachgeholfen, denn die Vereisung war ziemlich dick und ich wollte das Zeug wieder reinräumen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s