Noch 10 Jahre

… mindestens will ich hinterherschieben, aber das wäre vielleicht vermessen. Zehn Jahre wären auf jeden Fall schon mal toll, denke ich nach der kleinen morgendlichen Anekdote mit meinem Vater:

Er kommt ansatzweise gestriegelt an den Frühstückstisch; will er doch heute auf eine Auktionärsversammlung.
Mein Blick fällt auf seinen Gürtel, der jenseits von Gut und Böse ist: „Was ist das denn für ein morscher Gürtel? Mit dem willst Du aber nicht los, oder?!“
Er guckt an sich runter: „Ja, das habe ich auch schon gesehen.“
„Warum nimmst du ihn dann?“
„Der andere ist in der anderen Hose“, und deutet mit dem Kopf Richtung Gästezimmer.
„Aber der hier fällt doch schon auseinander. Mit dem kannste nicht los.“
Er zieht den Gürtel aus der Hose, wobei dieser ein paar Brösel verliert.
Ich nehme ihn an mich: „Der kommt jetzt weg.“
„Dann muss ich mir wohl einen neuen besorgen.“
„Aber kauf Dir was ordentliches, einen aus Leder.“
„Ja, werde ich dann machen.“
„Oder meinst Du, dass sich ein Ledergürtel nicht mehr lohnt?“
„Doch, doch. So zehn Jahre wollte ich eigentlich noch fit bleiben.“

Und ich kann mich nicht gegen wehren, dass auf einmal die 80 in meinem Kopf erscheint und ich einen Stich im Herz spüre und denke, dass mein Papa schon ziemlich alt ist. Und dass ich gerade ziemlich Glück habe, dass er noch da ist und auch so fit. Dass wir noch tolle Zeit miteinander verbringen und dass der midi-monsieur den Opa erleben kann.

Ja, noch so zehn Jahre – mindestens! – müssen es schon noch sein.

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