Gin 2

Ich mag Tastings. Ich finde es interessant und spannend, mehr über ein (besonderes) Produkt zu erfahren und mich durch unterschiedliche Nuancen zu schmecken. Das ist nicht immer einfach. Und seit einem Whisky-Tasting weiß ich auch, dass ich eine Vanille-Schwäche habe. Also keine Schwäche für Vanille, sondern eine Vanille-Wahrnehmungsschwäche. Das kommt davon, wenn man mit Vanillepudding aus der Tüte aufwächst.

Gestern war ich auf einem Gin-Tasting. Das war ein bisschen aus der Not geboren, dass es nur noch dafür Karten gab, denn vorrangig ging es beim Craft-Festival ja um Bier. (Obwohl das auch nicht so richtig stimmt.) Aber eigentlich war das ganz gut, denn durch die Biere konnte man sich – zwar ohne Erklärung – auch so testen. An allen Ständen bekam man kleine Mengen Volumen (0,1 L) für einen Euro. Und da wir zu dritt waren, konnten wir bei jeder (kompletten) Runde, drei verschiedene Biersorten testen.

Es stellte sich schnell raus, dass der Herr Doktor auf IPA steht. Ich nur so bedingt, denn sie sind mir zu fruchtig. Frau Doktor hingegegen mag dunkle Biere. Die mag ich auch, aber so riesig war die Auswahl nicht, und da Frau Doktor uns probieren ließ, konnte ich anderes testen. Mein erstes Bier war ok, ein IPA, das nicht so fruchtig war. Das zweite Bier habe ich weggekippt. Für das dritte Bier hatte ich mich „beraten“ lassen: Ein Bier, das nach Bier schmeckt, kein Weizen, nicht fruchtig, gerne etwas herber (ich trinke ja auch Jever). Ich bekam ein sehr leckeres IPA, das aber irgendwie sehr erfreulich unfruchtig war. Sehr süffig. Das letzte Bier vor dem Gin-Tasting war ein Ale der gleichen Brauerei, das ich laut meiner Beratung VOR dem anderen hätte testen sollen. Hätte aber vermutlich auch nichts daran geändert, dass ich das andere besser fand. Und zwar so gut, dass ich ein Flasche mitnehmen musste:20160403_203823

Dann teilten Frau Doktor und ich uns noch eine Waffel und dann ging es zum Gin-Tasting. Dort warteten schon vier befüllte Nosing-Gläser auf uns: 20160402_200957Ja, die rochen alle unterschiedlich. Sehr! Ich war gespannt. Unser Gin-Guide erzählte locker flockig über die Geschichte des Gins. Ich hoffe, dass ich es schaffe, mir auf Dauer wenigstens die Unterschiede zwischen London Dry Gin, Dry Gin und Old-Tom-Gin merken kann.

Dass man Gin auch pur trinken kann, hatte ich schon zwischen Bier 1 und 2 festgestellt, als ich am Stand von Gin Sul eine kleine Probe bekam und so war es auch ok, die vier kredenzten Gins – 1. Ferdinands; 2. Berliner Brandstifter; 3. Martin Millers; 4. Bobby’s – ohne Tonic und Eis zu testen. Zu jedem dieser Gins kannte unser Degustations-Guide eine kleine Geschichte. Das war sehr interessant. Interessant war auch, was man alles in den Gins schmecken konnte bzw. angeblich schmecken sollte. Die Gurke im 3. Gin habe ich sehr lange gesucht 😉 Apropos Gurke im Gin: Das war nen Marketing-Quatsch von einer Gin-Marke (ich meine, es war Hendrick’s), um den Eigengeschmack des Gins abzumildern. Das Resultat nach den 4 Gins:

Nach einer Pause ging es also weiter mit Gin-Tonics. Ich trinke ja gerne Gin-Tonic. Allerdings trinke ich noch noch lieber Gimlet (den ich aber nicht überall bekomme). Also gut, Gin-Tonics also. Zu jedem Gin gab es ein abgestimmtes Tonic Water und eine „passende“ Zitrusfruchtzeste. Wir bekamen immer zuerst den Gin mit Eis und Zeste serviert, das Tonic extra dazu.

So sah das erste Gedeck aus:20160402_213346 Das war Stobbe-Gin mit Fentimans Tonic. Wäre das mein erste Gin-Tonic überhaupt gewesen, hätte ich wohl „nie wieder“ Gin-Tonic probiert:

Ich habe lediglich zwei Schluck genippt. Mehr ging nicht. Zum Glück kam bald der zweite Drink:20160402_215235Der schon von mir zuvor gekostete Gin Sul mit Tonic Monaco. Das war nicht schlecht. Nein, sogar ziemlich gut. Aber die Zeste hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht und der Gin sul hat so viel (tollen) Eigengeschmack, dass man ihn fast besser pur trinkt. Ich hätte ihn trotzdem fast ausgetrunken, wenn nicht das nächste Glas gekommen wäre:20160402_220520Muscatel-Gin mit Thomas-Henry-Tonic-Water. Das war richtig lecker; süffig, armoatisch. Einfach gut.

Nochmal alle Gins im Überblick. Zur Bobby’s-Flasche gibt es eine schöne Geschichte. Die schönste Flasche hat aber Monkey 47, aber der war ja nicht dabei.20160402_223230Und so viele Gläser mussten am Ende gespült werden …20160402_223236Anschließend tranken wir noch einzweidrei Bierchen – das Festbier von Faust ist auch sehr lecker – und es war gut, dass das Festival nur bis 0h00 ging. Immerhin musste ich ja noch mit dem Rad nach Hause.

Ein Gedanke zu „Gin 2

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