Samstag(e)

Als ich mich vom Kv getrennt hatte, war klar, dass ich die Zweisprachigkeit vom Kind irgendwie weiterhin fördern möchte (sollte). Im Jahr nach der Trennung und gleichzeitig letztem Kindergartenjahr habe ich da nicht so viel unternommen, aber das Jahr war ja auch äußerst verkorkst und überhaupt. Dennoch guckte ich mir die Grundschule mit der Französischklasse an. Aus mehreren Gründen entschied ich mich gegen diese Grundschule (Fahrerei durch die Stadt, Klasse nicht ausschließlich bilinguale Kinder, 25 Stunden/Woche, sehr elitärer Ruf der Schule, ätzender Anmeldetermin) und letztlich hätte der midi-monsieur auch keinen Platz bekommen (auch noch so ein Fehler im System: Weil in der Franzsösichklasse zur Hälfte nicht-bilinguale Schüler sein sollen, bekommen gar nicht alle angemeldeten bilingualen Kinder einen Platz). Und wenn ich sehe, wie das erste Halbjahr im gewohnten Viertel, mit zum Teil Kindern, die er vorher kannte, gelaufen ist, dann weiß ich, dass er auf dieser Grundschule heillos untergegangen wäre.

Ich guckte also, welche Möglichkeiten es daneben gibt: Zwei Möglichkeiten fand ich. Die eine von einem Verein, den ich schon kannte, über den der midi-monsieur als 2-Jähriger in einer französischsprachigen Gruppe war. Und dann noch eine Französin, die Kurse für verschiedene Altersgruppen anbot. Für Grundschulkinder jeweils am Samstag. Allerdings sollte der Unterricht beim Verein 3 Stunden dauern und bei der Französin 1,5 Stunden. Und auch wenn ich damalsTM – ja, das ist tatsächlich schon über 30 Jahre her – noch Samstagsunterricht hatte, war ich jetzt nicht der Auffassung, dass der midi-monsieur das unbedingt auch durchmachen müsste, und beschloss, dass 1,5 Stunden jeden zweiten Samstag ausreichen (müssen). (Aus mehreren Gründen bin ich nachträglich sehr froh, dass ich ihn nicht bei dem Verein untergebracht habe.)

Von Anfang an fiel es meinem Kind nicht leicht, an den jeweiligen Samstagmorgen in die Hufe zu kommen, um pünktlich um 10h00 im Nachbarviertel zu sein (an den anderen Samstagen war er natürlich um spätestens 8h00 wach).

Nach dem ersten Halbjahr jedoch mehrt sich wirklich Unlust, zu dem Kurs zu gehen. Es liegt nicht am Kurs selbst. Wenn ich ihn dort abhole, dann ist er immer guter Dinge. Es geht ihm um was anderes:

Ich kann’s ihm nur nicht nicht verdenken, ich hätte es auch besser gefunden, wenn es eine Möglichkeit unter der Woche gäbe. (So wie sich der muttersprachlicher Türkisch-Unterricht direkt an den normalen Schulunterricht anschließt.) Auch wenn mir natürlich was fehlen würde:
img_20151107_103612.jpg  img_20151010_103708.jpg img_20151205_102422.jpg img_20151212_102639.jpg img_20160116_101950.jpg img_20160130_103001.jpg img_20160227_102954.jpg img_20160312_102208.jpg img_20160319_100158.jpg img_20160416_100859.jpg img_20160430_102852.jpg

Die Leisereitung*

FrüherTM, also in meinem Fall vor Kind, gab es regelmäßig Hühnerwochenende, also Wochenenden unter uns Mädels. Ich überlege, wann das angefangen hat. Wenn ich es richtig rekapituliere, dann fing es mit dem ersten – und lange einzigem – Jungesellinnenabschied an. Danach fuhren wir mindestens einmal im Jahr zusammen zur Freundin in die Schweiz. Dann war ich irgendwann schwanger, hatte danach ein Baby und halt auch den eifersüchtigen Franzosen.

So kam es, dass ich erst nach der Trennung wieder dabei war. Mittlerweile hatten sich die Modalitäten geändert: Städtetrips. 2014 waren wir zusammen in Kopenhagen. Letztes Jahr gab es keinen expliziten Städtetrip, aber wir hatten ja einen Junggesellinnenabschied (in der Schweiz) und haben uns aufgrund der Hochzeit auch mehrfach gesehen.

Für dieses Jahr kam irgendwann die Idee auf, zusammen nach Paris zu fahren. Und irgendwie bin ich da mal wieder in was reingerutscht: Früh im Jahr drängte ich auf Terminfindung, da ich alleinerziehend mit Kind am unflexibelsten bin ggf. am meisten organisieren müsste. Danach trieb ich die Hühner an, dass wir uns möglichst zeitnah für eine Unterkunft entscheiden und weil ich Paris am besten (ich sag nur einäugiger König) kenne, durchforstete ich airbnb in den von mir empfohlenen Vierteln. Wir einigten uns auf eine nach Fotos und Bewertungen wohl ziemlich hoffentlich tolle Wohnung. Weil ich Dita von Teese auf Instagram folge und eine interessante Doku übers Crazy Horse gesehen hatte, schlug ich vor, eben dort einen Abend zu verbringen. Vorschlag wurde angenommen, Tickets sind reserviert. Letztens habe ich auch Vorab-Tickets für einen abendlichen Besuch des Eiffelturms gebucht. Und wie es sich für eine gute Reiseleitung gehört, habe ich für vier von uns fünf auch bereits die Bahnreisen gebucht. Und weil wir so schön früh dran sind, bekamen wir günstige Erste-Klasse-Tickets sowohl für die Hin- als auch die Rückreise. (Ich empfehle allen, die mal in die Hauptstadt der Grande Nation reisen wollen, auch immer bei der französischen Bahn zu gucken.)

Da nun alles Grundlegende organisiert ist, geht es nun in die Feinjustierung:

Wer hat noch ultimative Paris-(Geheim)Tipps? Restaurant-Empfehlungen?

—————————————–
* Jajaja, ich bin mir für kein schlechtes und vor allen Dingen uraltes Wortspiel zu schade.

Ton

Ich bin ja durchaus für klare Worte. Ewiges Um-den-heißen-Brei-Geeier macht mich wahnsinnig. Ja, manchmal bin ich nicht sonderlich diplomatisch, aber dennoch um einen höflichen Ton bemüht. Und was ich tunlichst vermeide, sind absolute Ansagen, also Immer-, Nie-, Alles- und Nichts-Botschaften. Und sicherlich auch, weil das immer (haha) wieder (geht doch) Thema beim Kv und mir war, weil ich ja immer alles bestimmen wollte, immer gelogen habe und nichts mit ihm zusammen machen wollte, ist das ein Trigger und ich springe darauf sehr emotional an.

Und so nervt es mich sehr, wenn im Elternheft steht, dass der midi-monsieur permanent seine Mitschüler stört, weil er angeblich keinen Radiergummi hat. Hätte nur gefehlt, dass da steht, dass er nie einen Radierer dabei hätte.

Dabei war er ihm nur runtergefallen und er hatte ihn nach der Stunde wiedergefunden.

Bei sowas bin ich kurz davor, direkt (in) die Schule zu stürmen.

grummelgrummel

Vor 22 Tage erreichte mich eine Termineinladung. Ein interner Termin in der Agentur, für die und in der ich arbeite. Als Festfreie und auch als Schreiberling muss und will ich nicht bei jeder Agenturbesprechung dabei sein. Das Thema vom Termin betraf auch mich und so machte die Einladung Sinn. Also plante ich, an dem Tag, heute, in die Landeshauptstadt zu fahren. Und wie immer, wenn ich mein Kommen ankündige, kommen weitere Termine/ Besprechungen dazu. Heute waren es derer drei.

Eigentlich passte es mir heute gar nicht so gut, 1,25 Stunden hin und 1,25 Stunden zurück durchs Rhein-Main-Gebiet zu pendeln. Denn in den zweieinhalb Stunden komme ich zu nicht viel – höchstens ein bisschen lesen. Aber ich hatte 4 Texte (1 kleiner, 1 mittlerer, 1 großer und 1 ganz großer auf Englisch) auf dem Plan, die bis Donnerstag oder Freitag fertig sein müssen.

Wäre ich heute zu Hause geblieben, hätte ich mich entweder nochmal kurz hingelegt, denn ich hatte heute Nacht wirklich schlecht geschlafen, oder ich hätte mich um 8h00 (nachdem der midi-monsieur aus dem Haus war) mit einem Tee an den Rechner gesetzt. Geduscht wird an solchen Tagen erst mittags.

Stattdessen war ich erst um 9h45 an meinem Arbeitsplatz, habe ein paar Dinge ausgedruckt und dann hatte ich die erste Besprechung. Nunja, das hätte auch telefonisch besprochen werden können. Oder nächste Woche. Ne e-Mail hätte auch gereicht. Danach machte ich mich an den ersten Text. Den kleinen, denn der nächste Termin stand anderthalb Stunden später an.

Als sich alle für diesen versammelten, gesellte ich mich dazu und wurde schief angeguckt: Nein, ich solle nicht dabei sein. Ich rollte innerlich mit den Augen und äußerlich mit meinem Stuhl wieder aus der Besprechung. Kann ich wenigstens den angefangenen Text weiterschreiben. Das war um 12h30. Zu Hause hätte ich vermutlich schon den mittleren Text fertig gehabt. Zumindest fast.

Eine Stunde verging, der Text war fertig und der nächste Termin stand an. Aber meine Besprechungspartner waren noch in der anderen Besprechung. Ich fing den zweiten Text an. Nach einer weiteren Stunde, eine halbe Stunde bevor ich wieder los musste, machte ich mich bemerkbar. Sorry, aber nein, der Termin müsste auf „wann anders“ verschoben werden. Och neee, das war jetzt doch ziemlich unnötig. Spätestens jetzt hätte ich zu Hause den 3. Text angefangen. Ich fing genervt an, meine Sachen zusammenzupacken und wollte pünktlich los, damit ich nicht zum Bahnhof hetzen musste, da kam kurz vor knapp noch wer an und ich wäre fast zu spät losgekommen.

Mit halbmittelguter Laune fuhr ich nach Hause, wo ich mich dann so sehr über den midi-monsieur ärgerte, weil er mich angelogen hatte, dass ich mich trotzig ins Bett legte und mir die Decke über den Kopf zog.

Geht nicht

Ich bin zu müde zum Bloggen. Ich MUSS ins Bett. Erinnert mich morgen daran, dass ich über mein nächstes Leben als Reiseveranstalterin schreibe. Oder meine kulinarische Erfindung. Oder was sich morgen noch ergibt.

Gute Nacht!

Der Pinguin und der Einkaufswagen

Ja, das könnte der Titel einer Fabel/ Parabel sein, aber nein: Es geht um allweltliche Dinge. Meine Gefrierkombination.

Fast zeitgleich fingen vor ein paar Wochen die Wasch- und die Spülmaschine an, nicht mehr so zu funktionieren, wie sie sollten. Die Waschmaschine verlor Wasser und die Spülmaschine klang, als würde da ein asthmatisches Wesen drin hocken, das das Wasser mit einem Strohhalm absaugte. Aber spülte noch.

Also war die Waschmaschine erstmal dringlicher. 16 Jahre sind ja kein Alter für eine Miele-Maschine, von daher wunderte ich mich, dass sie inkontinet geworden ist. Aber sie verlor ein wenig Wasser. Zum Glück nicht so viel, dass es mich wirklich in Panik versetzen musste. Aber behoben werden musste es trotzdem. Ich hockte mich also bei einem Waschgang für gut 30 Minuten vor die Maschine und schaut ihr beim Spülen, Schleudern und Pumpen zu. Aha: Beim Spülen und nachfolgendem Schleudern drang ein wenig Wasser vorne aus der Einfüllöffnung. Das Gummi war nicht porös. Dreck war jetzt auch nicht wirklich da, der die Dichtigkeit beeinflussen könnte. Ich machte dennoch alles gut sauber. Und dazu noch das Waschmittelfach und auch das Flusensieb. War eh überfällig. Beim nächsten Waschgang dann drückte ich das „Bullauge“ extra sorgfältig zu und siehe da: Die Maschine leckt nicht mehr.

An die Geräusche der Spülmaschine hatte ich mich schon fast gewöhnt. Aber so besonders gesund konnte das ja nicht sein. Weder für die Maschine, noch für das Wesen, das darin hockte. War es auch nicht. Am Freitag, kurz bevor wir aufbrachen für unser Köln-Wochenende, verabschiedete sie sich mit einer leuchtenden Botschaft von uns: Irgendwas am Wasserzulauf sei defekt. Naja, sollte sie sich damit selbst beschäftigen bis Sonntagabend.

Gestern abend dann, als wir wieder zu Hause waren, begrüßte uns die Gefrierkombi mit lautem Brummen. Sehr lautem Brummen. Tja, was soll ich sagen?! Der Vereisung nach zu urteilen, musste sich da irgendwo ein Eisbär verstecken und gar jämmerlich weinen. Er musste über den kleinen Spalt reingeraten sein, den der Tiefkühlteil wohl leider das ganze Wochenende über offen stand. Schnee im ganzen Eisschrank.

Heute dann habe ich erstmal die Spülmaschine ausgeräumt und sie mir von innen angesehen. Dann habe ich das Sieb rausgenommen, eine gute Portion Branntweinessig reingekippt und die Maschine einmal durchlaufen lassen. Dabei machte sie keine Geräusche mehr. Also keine wehklagenden und asthmatischen mehr.

Dafür hörte ich dann den Eisbären umso lauter. Ich konnte mich gar nicht konzentrieren. Also ging ich auf Jagd. Kein Eisbär, aber dafür eine komplett zugefrorene Kühleinheit präsentierte sich mir, nachdem ich alles rausgeräumt hatte und die Abdeckung abgeschraubt hatte.img_20160425_152046.jpgAlso machte ich den Eisschrank aus und wartete* auf die Dinge, die da passieren würden. Als alles Eis weg war, wischte ich noch einmal durch, räumte alles wieder rein, schaltete den Gefrierer wieder ein und tadaaa: Er schnurrt wieder wie ein braver Schneeleopard. Entdeckte ich einen Pinguin. Und einen Einkaufswagen.2016-04-25-19.48.42.jpg.jpgIch kam mir vor wie mit meiner „Vario Speed“-Taste an der Spülmaschine, die ich nach über zwei Jahren mit der Spülmaschine entdeckte. Jetzt also ein Pinguin und ein Einkaufswagen.

Eigentlich musste ich ja arbeiten, aber die Spülmaschine und der vermeintliche Eisbär hatten mich ja eh schon ausreichend am Arbeiten gehindert, da kam es jetzt auf eine kleine Recherche auch nicht mehr an. Ich zitiere aus der Gebrauchsanweisung:

Durch Betätigung der Taste (C [Pinguin]) wird die Funktion Intensiv-Gefrieren aktiviert […]. Es beginnt eine intensive Abkühlung des Gefrierschranks. […] Diese Einstellung ist zum raschen Einfrieren größerer Mengen von Lebensmitteln bestimmt.

Durch Betätigung der Taste (K [€inkaufswagen]) wird die Funktion Intensiv-Kühlen beim Kühlschrank aktiviert […] Nach 6 Stunden schaltet sich diese Funktion automatisch ab […]. Diese Funktion ist zum raschen Kühlen größerer Mengen von Lebensmitteln bestimmt.

Ich erfuhr auch, dass ich das Gerät kindersichern kann. Also gegen Termperatur-Verstellen durch Kinder. Allerdings befindet sich das Panel auf ca. 1,80 Meter und so groß ist selbst der riesige midi-monsieur nicht.

————————
* naja, ich habe dann zum Schluss ein bisschen mit dem Fön nachgeholfen, denn die Vereisung war ziemlich dick und ich wollte das Zeug wieder reinräumen.

Gedanken zum Wochenende

So ein Wochenende ist einfach zu kurz. Wir hatten tolle Tage (haha) in Köln. Und sicherlich hätte man noch irgendein FrühstücksBrunchLunch-Date reinquetschen können, aber ich mag das nicht, dieses Auf-die-Uhr-gucken, weil es pressiert. Deswegen konnte ich leider nicht drehumdiebolzeningenieur persönlich kennenlernen und auch nicht meinen weiblichen Kurschatten treffen. Aber noch wohnt die Freundin am Rhein und dann müssen wir halt noch einmal kommen. Und dann länger.

Es war eine gute Idee, die Räder mitzunehmen.

Mein Traum von der Nacht auf heute lässt mich nicht los: Ich habe in einer neuen Agentur angefangen zu arbeiten. Irgendeine weitere nach den vielen Kündigungen in den letzten Jahren. Ich erinnere mich, dass ich als Ort Kronberg geträumt habe. Ich hatte einen eigenwilligen Arbeitsstuhl. Ich hatte einen Dienstwagen (Smart oder Mini… was kleines). Es spielte ein riesiges Kuchen- und Tortenbuffett eine Rolle. Denn wegen dessen konnten mich Chefin und Chef nicht persönlich begrüßen. Stattdessen irgendwelche Berater (?), die mich fragten, ob ich mir über die Bedeutung meiner Position im klaren sei. „Ja, es ist ein Schlüsselposition“, habe ich geantwortet. Naja, mein Selbstbewusstsein wurde durch die vielen Kündigungen wohl nicht angekratzt.

Der midi-monsieur hat heute seine Kindergartenkumpel wiedergetroffen. Denn der „musste“ mit seinen Eltern zum Schulanfang nach Köln ziehen. Immer wieder hat der midi-monsieur von „Erwin“ gesprochen und wie sehr er ihn vermisst. Das letzte Treffen (vergangen November auf einer Feier einer gemeinsamen Freundin der beiden) verlief allerdings nicht so glüclich. Aber heute war es toll zu sehen, wie nahtlos sie wieder miteinander spielen konnten.

Es ist erfreulich, wie wenig krank ich mich trotz Stirnhöhle gefühlt habe. Ich bilde mir ja ein, dass ich seit der Vitamin-D-Kur die Seuchen besser wegstecke.

Nachdem ich letztens meine Waschmaschine, die latent Wasser verlor, selbst repariert habe, muss ich mich jetzt wohl an die Spülmaschine wagen. Denn die hat auch ein Wasserproblem. Allerdings verliert sie keins, sondern bekommt keins mehr. Ich fürchte ja, dass es die Pumpe ist. Sie machte letztens schon so Geräusche, als würde sie aus dem letzten Loch pfeifen. Aber mit ihren 4 Jahren ist sie gerade mal ein Viertel so alt wie die Wachmaschine. Das kommt davon, wenn man am falschen Ende spart und Siemens statt Miele kauft.

Aus Ermangelung an mitgenommener Gute-Nacht-Lektüre musste ich dem midi-monsieur vorlesen, was der Kindle hergibt. Und da ich ihm keine Biographie zumuten wollte, muss ich mir etwas zumuten: Harry Potter – dem Zahnarzt sei dank. Dabei habe ich mich damalsTM, als mein komplettes Umfeld dem Hype verfiel, standhaft geweigert, mich mit Hexen-Zauberer-Elfen-Gefuddel zu beschäftigen. Nun denn, man bringt ja tatsächlich Opfer bei der Aufzucht der Brut.

Xocolatl

Auf Wunsch vom midi-monsieur waren wir heute im Kölner Schokoladen-Museum. Und auf meinen Wunsch mit Zustimmung von der Freundin nahmen wir an der öffentlichen Führung teil. Ich bin jetzt in dem Alter, da mag ich das.

image

image

image

Das Entrée war schon mal ok. Die Führung interessant und kurzweilig.

image

Wir erfuhren, dass die meisten Kakaobohnen von der Elfenbeinküste kommen (das 7fache der Menge, die aus Brasilien kommt). Die Qualität ist allerdings eher durchschnittlich. Bester Kakao kommt aus der Karibik.

image

Probieren durften wir so eine geröstete Kakaobohne auch. Die Freundin und ich fanden es eigentlich ganz lecker und gar nicht so bitter wie angekündigt.

Interessant: In Kakao ist Anandamid, das strukturähnlich mit THC ist. Und auch an gleicher Stelle im Körper wirkt. Allerdings müsste man ca. 12.000 Tafeln in 30 Minuten essen, um auch nur ansatzweise eine Wirkung zu erzielen.

image

Der obligatorische Waffelstick mit Schokolade aus dem großen Schokobrunnen durfte nicht fehlen. Ja, es könnte von Vorteil sein, dass die Schokolade von Lindt kommt.

image

Wir lernten, dass bei den mexikanisch-mittelamerikanischen Urvölkern Kakaobohnen unterschiedlich eingesetzt wurden. Bei den Olmeken waren sie Zahlungsmittel. So bekam man für 50 Bohnen eine Frau und 100 Bohnen einen Mann.
Bei den Azteken wurde aus Kakao ein meist scharfes Getränk hergestellt. Das aztekitsche Wort „Xocolatl“ bedeutet: bitteres Getränk.

image

Wir erfuhren noch einiges über den Werdegang des Kakao und endeten geschichtlich beim Einzug der Schokolade als Süßigkeit für „alle“.

image

Na, wer kennt noch den „Sarotti-Mohr“?

Danach waren wir noch eine Weile im Museum. Beguckten uns genau, wie aus der flüssigen Schokolade kleine Täfelchen wurden.

image

image

image

image

Der midi-monsieur bestaunt den Roboter, der die Täfelchen ansaugt, um sie auf die Verpackungsanlage zu setzen.

image

Der Roboter hat Quatsch gemacht.

image

Bei sowas muss ich ja immer an meinen Ex-Mann denken und habe erstmal geguckt, ob die Täfelchen-Maschine von seiner (also bei der er angestellt war/ ist (edit nach Botschaften aus dem Off)) Firma ist.

Dann kamen wir nicht umhin, uns Schokolade zu kreieren.

image

Jede*r suchte sich aus, was sie/ er wollte.

image

Drei eigene Tafel: links meine, Mitte vom midi-monsieur, rechts die der Freundin.

Die Pflanzen der wichtigsten Schokoladenzutaten gibt es auch zu sehen.

image

Kakao.

image

Zuckerrohr.

image

Vanille (die mittige Pflanze mit dem Schling drum).

Kindheitserinnerungen, Kurioses und anderes Interessantes ist unterm Dachjuchee.

image

Die Kinder-Schokolade mit dem Mädel drauf ist damals komplett an mir vorbei gegangen.

image

Und die musste ich aus Prinzip kaufen. Für mich!

Doch, das hat sich gelohnt. Auch die Führung. Wer mal in Köln ist und die Gelegenheit hat, sollte sich die Zeit nehmen.

Wehtag

Nein, nicht Wehen, aber ich hatte/ habe Weh heute: Die Seuche ist eine Seuche ist eine Seuche. Heute Nacht entschloss sie sich für meine Stirnhöhle. Also tut mir der Kopf weh. Dazu fühlte sich der Fuß wohl unbeachtet und tut auf einmal ziemlich fies weh. So fies weh, dass ich über einen Orthopäden-Termin nachdenke. Und damit es in der Körpermitte nicht langweilig wird, hatte ich heute monatliches Unterbauchweh.

Letzteres sollte morgen weg sein, Zweiteres ignoriere ich einfach und ersteres geht so seinen Gang.

Nach Köln sind wir trotzdem gefahren.