Kino

Ich bin ja gerade ohne Kind. Also kann ich total frei über meine Zeit verfügen. Über meine Freizeit. Und immer wenn das so ist, versuche ich vermehrt Dinge zu machen, die ich sonst nicht so einfach nur mit Babysitter oder wegorganisiertem Kind machen kann. Ins Kino gehen ist eine solche Sache. Ich studierte schon letzte Woche das Kinoprogramm, konnte mich aber nicht so richtig erwärmen. Gestern dann nochmal. In die enger Auswahl fielen: Raum, Spotlight, Silent Heart. Allerdings läuft der letzte Film nur (noch) nachmittags in Frankfurt.

Heute dachte ich: „Los, heute abend geht’s ins Kino.“

Irgendwie wollten nur welche mit, die zu weit weg wohnen. (Obwohl ich mit denen wirklich gerne mal ins Kino ginge oder überhaupt was unternehmen würde.)

Ich war fest entschlossen, alleine ins Kino zu gehen. Allerdings laufen Spotlight und Raum in dem von mit präferierten Kino erst sehr spät 20h45 bzw. 21h15. Ich guckte, was noch so läuft und liebäugelte mit Suffragette. Der läuft früher. Ein Blick auf die Uhr zeigt aber: zu früh für heute. Das hätte ich nicht mehr geschaft.

Am Ende des Tages fand ich mich auf dem Sofa wieder.

Mit dem festen Entschluss, morgen ins Kino zu gehen.

Oder nächste Woche.

Reden hilft?

Als ich im Februar vergangenen Jahres zusammenbrach, weil irgendwie nichts, aber auch gar nichts rund lief, hatte ich mich endlich um eine Anschlusstherapie (an die Kur) gekümmert. So ganz glücklich war ich mit meiner Therapeutin nicht, aber ich hatte damals auch nicht wirklich die Energie, mir noch diverse andere anzugucken. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Kv waren im vollen Gange, ich musste mich mal wieder um einen Job kümmern und auch an der midi-monsieur’schen Front gab es viel zu tun. Und ich dachte mir, schaden kann es nicht.

Ich kann natürlich nicht sagen, wie es mir gegangen wäre, wenn ich die Therapie nicht gemacht hätte, aber die Gespräche zwischen der Therapeutin und mir waren jetzt nichts Tiefgehendes. Da öffne ich mich meinen Freundinnen und auch hier im Blog deutlich mehr.

Für mich war es komisch, dass die Psychologin so wenig gefragt hat. Ich rede zwar viel, aber eigentlich nicht ungefragt. Was weiß ich denn, was sie wissen muss, um mich zu analysieren bzw. mir zu helfen. Wir sprachen viel über die Beziehung zum Kv und über den midi-monsieur. Aber irgendwann „erledigte“ sich das: Das Verhältnis zwischen dem Kv und mir entspannte sich. Der zeitliche und räumliche Abstand halfen. Klar, gibt es noch Reibungspunkte. Also gäbe es, wenn ich mich an allem aufreiben wollen würde und wenn ich nicht ab und an mal eindeutige Grenzen setzen würde.

Aber gut, wir redeten also darüber immer mal wieder und was ich so für mich tue und tun kann. Aber immer wieder schweifte sie ab. Wir redeten über ihre Urlaube, ihr Hobby … übers Wetter.

Nun sind meine bewilligten Termin bald aufgebraucht und ich weiß, dass ich dem nicht nachtrauern werde. Ich kann noch nicht einmal sagen, dass es wenigstens eine Erfahrung wert war. Ich nehme nichts wirklich für mich mit. Außer dass ich ich meine Probleme wohl ganz gut alleine auf die Reihe bekomme, dass ich doch nicht so verkorkst bin, dass ich mein Leben ganz gut im Griff habe, dass ich den Dingen manchmal mehr Zeit geben muss (dann regeln sie sich von selbst).

Crêperie

Als ich gestern in Paris war, habe ich die Zeit zwischen dem Zug vom midi-monsieur und seinem Vater in die Bretagne und meinem retour nach Frankfurt dafür genutzt, ein paar essentielle Lebensmittel mir ein Pique-nique zu kaufen. Dabei fielen mir auch vorgebackene Galettes in die Hände. Und weil meine Eltern ja derzeit bei mir urlauben und im Urlaub in der Bretagne auf den Geschmack gekommen waren, nahm ich welche für uns mit.

Als ich heute dann die Pfannen zum einen zum Warmmachen der Galettes und zum anderen die Spiegeleier aufstellte, stellte ich fest, dass die Pfanne für die Galettes etwas zu klein war. Außerdem traute ich meiner Backpapier-Überlegung nicht ganz. Da fiel mein Blick auf den Pizzastahl (amazon-Partnerlink). Wenn ich den auf die heiße Herdplatte lege, könnte ich auf dem sicherlich besser agieren.

Gesagt, getan! Und es funktionierte bestens. Die Galettes wurden gut: Ich konnte sie gut belegen, falten und der Käse schmolz auch gut. Jetzt brauche ich noch so einen Crêpes-Teig-Dreher und dann mache ich eine Crêperie auf 🙂

Mulmig

Nein, es ist keine Angst. Noch nicht?! Aber es ist ein mulmiges Gefühl, das da ist – mal mehr mal weniger seit … ja, seit wann eigentlich? Seit Charlie Hebdo?! Sehr präsent auf jeden Fall seit Paris im vergangenen November: War ich doch erst ein paar Monate zuvor ganau da rumspaziert, wo die Attentate passierten. Außerdem spielt Paris einfach eine wichtige Rolle in meinem Familienleben. Und ja, dadurch und auch durch die räumliche Nähe wühl(t)en mich die Pariser Attentate mehr auf als welche, die weiter weg sind.

Die erste Fahrt nach Paris danach, um dem midi-monsieur abzuholen, war komisch. Ein komisches Gefühl fuhr mit. Eine komische Stimmung herrrschte in Paris; viel Polizei- und auch Militärpräsenz. Die Stadt wirkte ruhiger. Viel weniger überlaufen. Aber ich hatte mir ja was vorgenommen. Trotzdem! Und auch: Jetzt erst recht.

Denn es nützt ja auch nichts, jetzt Panik zu schieben und sich zu verkriechen. Wo auch?! Frankfurt ist ja vermutlich auch nicht unbedingt der ungefährdeste Ort Europas. Außerdem werde ich Parisbesuche in den nächsten Jahren wohl kaum verhindern können (außer die Lufthansa oder AirFrance kommen auf die Idee, Frankfurt mit irgendeiner bretonischen Stadt luftfahrttechnisch zu verbinden). Zudem hat sich auch unsere lustige Hühner-Reisegruppe für vier Tage Paris im Sommer entschieden. Ich hätte mich für eine andere Stadt entschieden, aber nicht aus Angst, sondern einfach um mal was wirklich Neues zu sehen, Tallinn zum Beispiel.

Und auch wenn die jüngsten – noch nicht mal eine Woche her – europäischen Anschläge in Brüssel und nicht in Paris stattfanden, haben sie ich einmal mehr zusammenzucken lassen mit Blick darauf, dass ich heute mal wieder mit dem midi-monsieur nach Paris fahren „musste“.

Es war wieder ruhig in Paris. Wie schon im Januar; obwohl eigentlich fast noch ruhiger. Und das an einem Feiertag. Vielleicht lag’s aber auch am Wetter. Aber ich war irritiert: Weder am Frankfurter Haupbahnof noch am Pariser Gare de l’Est oder Montparnasse konnte ich eine erhöhte Polizeidichte ausmachen. Auch im Zug war keine Staatsgewalt zu sehen. Dabei stiegen bislang immer in Saarbrücken und/ oder Forbach Vertreter der Bundespolizei/ Zoll/ Police zu und gingen einmal durch den Zug. Diesmal nix: nicht auf der Hinfahrt und auch nicht auf der Rückfahrt. Vielleicht sind sie auch in Zivil?!

Ich weiß nicht, wohin das alles führen wird. Was noch alles passieren wird. Ich habe mich ja auch schon dabei ertappt, dass ich das Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und England nicht einfach beobachten konnte, ohne den unterschwelligen Gedanken: „Ob’s da jetzt auch knallt? Kann Deutschland mit den föderalistischen Strukturen und vielen Zuständigkeitsebenenden wirkich effentiv irgendwelche Anschläge verhindern?“ Ich habe da kein 100%iges Vertrauen.

Ich fürchte einfach, dass wir uns an diesen Zustand des baufälligen Wolkenkuckucksheims gewöhnen müssen. Dass unsere Kinder nicht mehr in der heilen Welt aufwachsen werden, in der meine Generation noch groß geworden ist. Und ich frage mich, ob und was wir dem Lauf der Geschichte entgegensetzen können. Ich habe es zu wenig mit historischen Daten, aber vermutlich leben wir hier in Deutschland bzw. Europa schon so lange wie noch nie ohne unmittelbare Kriegsbedrohung; auf Krieg folgt Frieden folgt Krieg folgt Frieden …

Kultur

Man weiß ja immer nicht, was einem fehlt, wenn man es nicht macht. Wobei es mir die ersten Jahren Monate schon gefehlt hat, aber mit der Zeit hatte ich mich daran gewöhnt, dass der Ex nichts für Museen übrig hatte und Theater oder wenigstens Kino aus sprachlichen Gründen ausfiel.

Dabei habe ich das früherTM oft gemacht – irgendwas mit Kultur. Denn irgendwie muss man ja mal anderen Input bekommen und unbekannte Hirnwindungen benutzen. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele tolle Ausstellungen in vielen Frankfurter Museen mir in den letzten Jahren durch die Lappen gegangen sind.

Aber es nützt ja bekanntlich nix, über verschüttete Milch zu klagen, sondern einfach machen, ist die Devise. Und so war ich in diesem Jahr ja bereits in der Schirn und im Louvre. Und heute wieder in der Schirn (schließlich sind meine Eltern da und ich bin ja deren Kulturbeauftragte; wobei sie sehr viel – auch ohne mich – in Museen, Theater etc. gehen), denn da ist gerade eine Miró-Ausstellung und heute gab es auch noch eine Familien-Führung.img_20160327_144245.jpgWeil wir so früh waren, konnte der midi-monsieur vor der eigentlichen Führung noch eine Runde in die Minischirn.2016-03-27-23.24.17.jpg.jpg

Ich durfte nicht rein, aber er befand es für gut. Ich drehte mit meinen Eltern derweil noch eine Runde an der frischen Luft.

Die Führung war sehr auf die Kinder (ab 6 Jahren, wie die Kunstpädagogin mehr als einmal deutlich betonte) abgestimmt und fand ihren Abschluss im Atelier, wo die Kinder ihre Lieblings-Miró-Figuren, die sie während der Führung skizzieren sollten, zu einem Mobilé umsetzen sollten.

Dafür, dass der midi-monsieur Malen und so ziemlich doof findet, hat er sehr gut mitgemacht.2016-03-27-23.26.43.jpg.jpg

Manchmal muss er halt doch sanft zu seinem Glück gezwungen werden.

Seine Skizzen2016-03-27-23.43.37.jpg.jpgDas Resultat (ich durfte ein bisschen helfen)2016-03-27-23.44.47.jpg.jpgWas ich auch sehr toll finde: Fotografieren in der Schirn ist, wie auch im Louvre, nicht nur geduldet, sondern gewissermaßen erwünscht. Nicht mehr dieses komische Gebahren, dass man nur mit Passierschein gekaufter Genehmigung das Museum mit Kamera betreten darf. Zudem bietet die Schirn kostenloses freies WiFi, über das man Zusatzinfos/ -anregungen bekommt.

2016-03-27-23.25.49.jpg.jpg 2016-03-27-23.35.01.jpg.jpg 2016-03-27-23.29.38.jpg.jpg 2016-03-27-23.33.07.jpg.jpg 2016-03-27-23.33.53.jpg.jpg 2016-03-27-23.28.09.jpg.jpg 2016-03-27-23.35.54.jpg.jpg img_20160327_165300.jpg img_20160327_154451.jpgEs ist zwar keine riesige Ausstellung, aber die Großformate sind toll und Miró mag ich eh.

Wie in’er Senne

Ja, möglicherweise ist die Senne eigentlich eine Riesendüne, die auf einen Wasseranschluss wartet. Wer weiß das schon. Aber wir sind ja über Ostern nicht bei meinen Eltern in der ostwestfälischen Heimat, sondern Oma und Opa sind zu uns gekommen. Und weil heute der einzige Tag im Ostergemenge sein sollte, der gutes Wetter bot, nutzten wir das aus und fuhren zur Schwanheimer Düne. So viele Binnendünen gibt es in Deutschland ja nun auch nicht, da lohnt es sich mal in „unserer“ spazieren zu gehen.

Der Frühling kommt so langsam in Gang, wie man an den Fotos erkennen kann (klick aufs erste Foto starte Diashow).

Osteig

Ostern wir teiglastig. Ich hatte mir fest vorgenommen, Hefezopf zu backen. Was ich heute auch gemacht habe.

image

Daneben gibt es noch, weil das Barcomi-Challah-Rezept so ergiebig ist, einen Hefezopf mit Schokostückchen.

Aber nicht genug: Seit einigen Tage liebäugelte ich mit einem Osterlamm. Gerne hätte ich es selbst gebacken, aber dafür extra eine entsprechende Backform zu kaufen, wollte ich dann doch nicht. Und weil ich gestern in München Zeit bis zum Zug hatte, besorgte ich halt ein bayerisches Osterlamm (mit Zuckerguss und Nuss- oder Mandelpo).

Natürlich hätte mir klar sein müssen, dass auch meine Eltern, die seit gestern da sind, nicht ohne etwas zu Essen kommen. In ihrem Gepäck: italienisches Gebäck; eine Panettone.

Zur Einstimmung gan es heute dann auch noch Pizza – vom Pizzastahl versteht sich. Ich habe diesmal „Pizzamehl“ getestet. Ja, der Teig war gut. Ob besser, kann ich vermutlich nur nach einem Direktvergleich sagen. Aber wer macht sowas schon.