Schütteln

… will man die Leute und fragen, ob sie im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst haben. Was läuft bei solchen Menschen, wie denen in Clausnitz (und anderswo) falsch?

Ich bin einfach nur fassungs- und eigentlich auch sprachlos. Die Bilder sind kaum auszuhalten. Wie muss es Menschen gehen, die tage-, wochen-, monatelang auf der Flucht waren, die Dinge erlebt haben, die wir uns in unserem warmen Nest nicht ausmalen können, fühlen, wenn sie endlich hier bei uns angekommen sind, sich in Sicherheit wähnen, und dann einer solchen hirnlosen Meute ausgesetzt sind. Es ist einfach nur widerwärtig: diese Rücksichtslosigkeit, diese fehlende Empathie, diese Idiotie, dieses Kleinkleindenken.

„Nein!“ möchte ich schreien, “ Nein, ich bin nicht DAS Volk und das ist weder ein noch mein Volk.“

9/47

Dieses Jahr mache ich mal wieder 7Wochenohne. Wobei das ja gar keine sieben Wochen sind. Ich brauchte selbst auch eine Weile, bis ich das siebener Einmaleins wieder präsent hatte. Von Aschermittwoch bis Ostersonntag sind es nun mal nur 47 Tage. Also nur knapp sieben Wochen, wobei ich mich ja frage, ob am Ostersonntag auch noch gefastet werden soll. Immerhin war die Auferstehung ja am Ostersonntag und bekanntlich wird das ja gefeiert. Wenn ich also an Ostersonntag fastenbreche, sind es nur 46 Tage. Also noch weniger als sieben Wochen. Aber wie man es auch dreht: recht lang.

Naja, wie dem auch sei: Ich lasse dieses Jahr mal sämtlichen Süßkram weg. Keine Schokolade. Kein Gummizeugs. Kein Kuchen. Keine süßen Brötchen. Kein Zucker im Kaffee. Das einzige, was ich mir zugestehe, ist ein Marmeladenbrot zum Frühstück. Ansonsten: Obstobstobst. Zur Zeit vorrangig Bananen, Äpfel und Orangen. Letzter meistens gepresst; erstere gerne mit Joghurt und zweitere immer zwischendurch.

Das klappt nun seit neun Tagen ziemlich gut. Aber ich habe ja noch mindestens 37 Tage vor mir.

Bumerang

Das hat man wohl davon, wenn man Holz im Blogdorf verteilt: Irgendwer ist handwerklich begabt und schnitzt daraus einen Bumerang. Vielleicht hat die liebe Frau Tschakka ja australische Vorfahren?!

Auf jeden Fall hat sie mir elf Fragen zurückgeworfen. Aber gleich vorneweg: Das Holz bleibt jetzt hier liegen. Wer mag, darf sich die Fragen schnappen. Oder die Fragen vom letzten Mal oder vorvorletzten Mal. Oder die ich für Frau Brüllen letztens oder Percanta kürzlich beantwortet habe. Ein Fragen-Eldorado. Wahnsinn. Aber ich schweife ab:

1. Wenn du einen Moment deines Lebens konservieren und immer wieder herausholen und bestaunen könntest, welcher wäre das?
Einen einzelnen Moment gibt es nicht. Es ist vielmehr eine Phase: Die Zeit seit der Trennung, ganz besonders ab März 2015 bis jetzt immer noch andauernd.
Wobei ich mich frage, warum die Frage im Konjunktiv steht. Ich kann mir ja immer Momente in irgendeiner Form konservieren: Fotos, Texte, Andenken. Ich tue das auch recht viel. Wenn ich dann bewusst an die Momente denke oder zufällig drüber stolpere, lässt es mich schmunzeln, freue ich micht oder bestärkt es mich. Mein Blog hilft mir auch sehr beim Konservieren.
Ich muss gerade an eine „Aufgabe“ denken, die mir der Kurpsychologe gestellt hatte: Ich sollte einen Brief an mich schreiben, mit dem ich mir selber Mut mache. Den habe ich zwischen der Kur und der Trennung immer wieder gelesen. Das hat mir sehr geholfen.

2. Gibt es Entscheidungen in deinem Leben, die du wirklich bereust und rückgängig machen würdest, wenn du es nur könntest? Welche und warum?
Die Frage (#5) hat schon Frau Brüllen gestellt – quasi. Das beschreibt ganz gut die zwei einzigen Entscheidungen/ Handlungen, die ich wirklich bereue.

3. Welches Buch hast du zuletzt nicht zu Ende gelesen und warum?
Seit dem Kindle leseprobe ich ja recht viel. Eine Leseprobe, die ich allerdings schon wieder vom Kindle gelöscht habe und somit nicht mehr weiß, was es war, habe ich nach ein paar „Seiten“ abgebrochen, weil das Buch so platt und vorhersehbar war.
Die mir empfohlene Paul-Ehrlich-Biografie habe ich mir auch als Leseprobe gezogen. Da bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich das ganze Buch lesen will. Das hat einen sehr anstrengenden Stil; ist nicht flüssig.

4. Welchen Ort auf dieser Erde möchtest du in deinem Leben unbedingt noch sehen und bereisen?
Mich zieht es nach Skandinavien. Und nach Island. Und Schottland möchte ich auch wiedersehen. Achja, nach Irland will ich auch mal wieder.

5. Wann hast du zuletzt etwas nur für dich getan und was war das?
Ich bemühe mich immer mehr und auch sehr, regelmäßig was für mich zu machen. So gönne ich mir morgens, wenn der midi-monsieur aus dem Haus ist und ich schlags-k.o. bin, noch eine Stunde Schlaf. Auch dass ich jetzt tatsächlich, wenn auch mit einer Mini-Einheit, angefangen habe, wieder zu sporteln, verbuche ich unter „für mich“.
Das letzte Größere, was ich nur für mich gemacht habe, war aufs Sven-van-Thom-Konzert zu gehen. Das sind auch so Dinge, die ich dieses Jahr noch mehr einplanen werde: Abende für mich. Zeit für mich. Auch unabhängig von den Zeiten, in denen der midi-monsieur beim Papa ist.

6. Du bist zu einer Party eingeladen und kennst nur die Gastegeberin/den Gastgeber. Freust du dich darauf, kommst du leicht mit anderen ins Gespräch oder bereitet es dir vorher Bauchschmerzen?
In der Situation war ich letztens tatsächlich. Also die Freude darüber, neue Menschen kennenzulernen, ist meist stärker als meine Schüchternheit. Und wenn ich mich erstmal darauf eingelassen habe, komme ich auch gut mit anderen ins Gespräch.

7. Museum, Kino, Kletterpark oder eher Sofa am Wochenende?
Ganz gemischt. Es gibt Wochenden, an denen ich (bzw. wir) viel unternehme und andere, an denen wir zwei Tagen Pyjama-Tag haben.

8. Dein Lieblingsessen?
Das eine Lieblingsessen habe ich eigentlich nicht. Wobei Grie Soß mit Kartoffeln und Ei schon ziemlich genial sind. Kartoffeln gehen aber generell immer. Und Pfannkuchen.

9. Wenn du dir aussuchen könntest, wo du leben möchtest, wäre das in… ?
… tatsächlich in Frankfurt. Es gibt vieles, warum es „meine“ Stadt ist, warum ich es liebe hier zu wohnen. Noch ein bisschen mehr würde ich Frankfurt lieben, wenn es in der Bretagne wäre. Nah am Meer.

10. Wenn dich jemand versehentlich anrempelt, sagst du…? Und wenn du jemanden anrempelst, sagst du…?
a) Kommt drauf an: Wenn es doll war und der Rempler nichts sagt, dann gerne mal: „Wer gucken kann, ist klar im Vorteil.“ oder „Entschuldigung ist ein echt schweres Wort.“
b) Im Normalfall entschuldige ich mich.

11. Gibt es Musik, die dich sofort das Radio abstellen lässt?
Reggae

Rechnung aufgegangen

Zuerst dachte ich noch, dass das komisch sein könnte, so ganz allein auf ein Konzert. Denn außer mir kennt anscheinend keiner in meinem näheren Umfeld Sven van Thom. Aber dann dachte ich mir: „Ach, für 12 Euro kannst Du nicht viel verkehrt machen.“ Dass ich das 3,5-Fache für die Babysitterin und das 2,5-Fache fürs Carsharing und ein Viertel noch für ein Getränk ausgeben „muss“, soweit hatte ich in dem Moment nicht gedacht.

Aber es hat sich gelohnt. Ich hatte sehr viel Spaß. Es war ein kleines Konzert in der Lounge der Centralstation in Darmstadt. Es waren vermutlich so 100 Zuhörer da, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Zumal die Vorband – ja, es gab eine Vorband – Lampe  schon gut für Stimmung sorgte. Kannte ich vorher auch nicht, habe mich aber sehr amüsiert.

Zu Sven van Thom kam ich im Sommer 2014, als ich mal auf facebook nach Musikempfehlungen fragte, weil ich den Soundtrack auf meinem Handy nicht mehr hören konnte. Mir gefielen auf Anhieb seine Texte. Und die Musik dazu auch. Mal abgesehen davon, dass ich außer Notenlesen wenig Ahnung von Musik haben, wüsste ich nicht, in welche Musikrichtung ich ihn stecken würde. Aber sie ist gut. Und die Texte beweisen, dass man auch auf Deutsch tolle Songs schreiben kann.

Über ihn selbst oder seine Band hatte ich mir – auch aus Ermangelung an Musikkenntnis – bis zum Sonntag keine Gedanken gemacht. Klar, er singt und irgendwie ne Gitarre ist auch dabei. Aber sonst?!

Lustig war, dass er so ein – wie der Hesse sagen würde – klaaner Uffgestummter ist. Und so kam ein kleiner Mann mit einem irgendwie zu großem Anzug auf die Bühne. Eine Gitarre – ich glaube so eine Art Westerngitarre – bei sich. Sonst nix. Keine Band. Aber die brauchte er nicht. Bei einigen Songs loopte er sich selbst. Bei anderen wechselte er die Gitarre. Bei ein paar Songs kam die Musik vom Band und er rappte.

Er wusste sein Publikum bestens, abgesehen von der Musik, mit Anekdoten und Interaktionen zu unterhalten. Einmal auch mit mir, als ich nach einem Blockflöten-Solo von ihm – ja, er spielt auch Blökflöte – spontan mitten im Song applaudierte (und zum Glück das Publikum dann mitklatschte) und ich mir daraufhin einen vielsagenden Blick einfing und er wohl nicht um einen doppeldeutigen Kommentar umhin kam.

img_20160214_212425.jpgJa, ich hatte einen tollen Abend, habe viel gelacht und keinen Moment lang darüber nachgedacht, dass ich schlussendlich über das 7-fache des Eintrittspreises für den Abend bezahlen musste.

Drei Stunden

Nach dem Konzert gestern musste ich ja noch arbeiten. Bis morgens um 3h00 habe ich eine Presseinformation geschrieben, die der Kunde heute morgen haben „musste“. Immerhin hat es sich gelohnt, denn eine halbe Stunde nach Erhalt lobte mich der Kunde.

Bis ich allerdings heute nacht eingeschlafen war, war es auch sicherlich 4h00. Der Wecker klingelte drei Stunden später. Ich kam erstaunlich gut aus dem Bett – immerhin war der midi-monsieur nicht gekommen. Den musste ich wecken. Aber es ging erfreulich flüssig heute: er anziehen, ich duschen; er anziehen, ich Frühstückbox bereiten; er frühstücken, ich schminken. Und dann ging er auch schon aus dem Haus und kurz drauf ich. Kaffee holen, U-Bahn, S-Bahn, Wiesbaden. Kaum bin ich am Platz, kommt die erste Kollegin. Dann die nächste. Schreiben, mailen. Dann kommt noch eine. Denken, schreiben, lachen. Dann kurze Mittagspause. Dann kommt der Kollege und dann muss ich auch schon wieder zurück: S-Bahn, U-Bahn, den midi-monsieur nach Hause beordern, den midi-monsieur zu Hause einsammeln, in den Hort nebenan gehen und eine Klassenkameradin und ihre Schwester abholen. Äpfel schneiden, Kekse reichen. Nochmal arbeiten. Äpfel schneiden, Kekse reichen. Weiter arbeiten. Der Damenbesuch wird abgeholt. Hausaufgaben kontrollieren. Essen. Über Referenzen brüten, telefonieren. Die Babysitterin kommt, ich gehe los zur Schulkonferenz. Sitzen. Zuhören. Zurück nach Hause. Der midi-monsieur schläft.

Ich bin für drei Stunden Schlaf erstaunlich fit. Es warten noch zwei Ladungen Wäsche aufs Aufhängen und die dritte Staffel – zumindest eine Folge – von „Die Brücke“.

… abelig, örgs, kodderig, übel, unleidlich, nicht gut, flau im Magen, kotzig …

… der midi-monsieur seit der Nacht auf Freitag und ich seit gestern Abend.

Daher heute Sofa und sonst nicht viel. (Einkaufen in dem Zustand mir nur einer handvoll Zwieback intus war auch eher semi.)

12 von 12

Ich komme spät ins Bett. Zu spät. Deswegen bekomme ich es nur unterbewusst mit, dass der midi-monsieur aufwacht (in seinem Zimmer) und ins Bad stürmt, um zu kotzen.

#1: Als er dann zu mir ins Bett kommt, werde ich wach und hole erstmal einen Eimer.img_20160212_093906.jpg

#2: Weil die Nacht so zerpflückt ist, wache ich erst auf, als das Telefon klingelt. Der midi-monsieur geht dran. Etwas blöde Situation, da nicht irgendwer Bekanntes dran ist, sondern eine Kundin anruft. Danach bin ich wach, mache mir Tee, den Rechner an und arbeite an drei Themen gleichzeitig. Zwischendurch noch Telefonate mit den „Kollegen“. (Das Kind leidet derweil auf dem Sofa und guckt netflix leer.)img_20160212_094613.jpg#3: Ich habe einiges erledigt und auch ein paar Kühe vom Eis gebracht, als es an der Tür klingelt. Ein paar Klassenkamerad*innen vom midi-monsieur, die in den Hort nebenan gehen, bringen die Hausaufgaben vorbei.img_20160212_123319.jpg#4: Angesteckt von io habe ich eine App auf dem Handy, die schon seit Stunden anmerkt, dass ich mich mal kurz um mich kümmern soll.img_20160212_125420.jpg#5: Der midi-monsieur leidet doch sehr. Aber etwas zu sich nehmen muss und will er. Mehr als Zwieback und Tee ist nicht drin.img_20160212_134419.jpg#6: Anfang März sind Kommunalwahlen. Vor ein paar Tagen kamen schon die Unterlagen an. Also die Muster, damit man sich schon mal überlegen kann, wie man seine 93 Stimmen verteilen möchte. Wieviele Bäume für diese Wahl draufgehen?! Immerhin gibt es die Wahltapete dann ja noch einmal im Original. Interessanterweise, kann ich zum ersten Mal in meinem Leben jemanden wählen, den ich persönlich kenne.img_20160212_135948.jpg#7: Ich habe Hunger. Und einen kläglichen Rest Thunfisch-Tomatensoße. Und immer noch Yufka-Teig. Und geriebenen Käse. Also bastele ich mir kleine Thunfisch-Tomaten-Zigarrenböreks. Und weil ich Nachtisch möchte, aber ja 7-Wochen-Ohne mache(n will), und immer noch Yufka übrig ist, gibt es noch zuckerfreie (also ohne zugesetzten Zucker) Bananen-Kokos-Zigarrenböreks (unten).img_20160212_152039.jpg#8: Das Nach-Essen-und-generell-Tief verlangt nach einem koffeinhaltigen Getränk. Ich entscheide mich für Kaffee. Beim Versuch ihn mit einem Hauch Zimt zu aromatisieren, bin ich etwas schwungvoll und ich kreiere ein Zimtgetränk mit Kaffeegeschmack.img_20160212_160340.jpg#9: Dem Kind sein Handy ist ja nur bedingt seins. Denn eigentlich ist es mein altes. Er darf es für ausgewählte Spiel-Apps nach Absprache benutzen. Mir war es nämlich irgendwann zu blöd, dass das Kind und auch die Spiele-Apps mein Handy blockierten. Auf „seinem“ Handy laufen also nur Spiel-Apps, aber die nehmen ziemlich viel Platz rein. Das Resultat war, dass mal wieder kein Update aufgespielt werden konnte. Der midi-monsieur weiß, dass das bedeutet, dass ich dann mal wieder aufräumen muss. Also versuche ich Daten von der internen auf die externe zu schieben. Aber es hilft nix ich muss grundlegend aufräumen. Dann ist der halbe interne Speicher wieder leer.img_20160212_184443.jpg#10: Nachdem Zwieback und Tee dringeblieben sind, hüngert es das Kind. Aber es ist noch Schonkost angesagt: Ich koche Kartoffeln und Möhren. Für mich gibt es noch Erbsen dazu.img_20160212_204041.jpg#11: Wer den ganzen Tag leidend auf dem Sofa liegt, ist natürlich abends fit. Also gucken wir zusammen Fernsehen. (Ja, auf der Kommode liegen acht Schokoweihnachtsmänner)img_20160212_215001.jpg#12: Letzte Amtshandlung für heute: Diesen Blogpost fertigstellen.img_20160212_232056.jpgAlle 12von12 sammelt wie immer Draußen nur Kännchen.

Mama-Taxi

Aaaaahhh, ich hab’s getan. Ich habe den midi-monsieur heute zu einer Freizeitveranstaltung mit dem Auto gefahren. Ja, dabei habe ich gar kein Auto.

Aber das Problem – so sehr Frankfurt auch die Stadt der Kurzen weg ist – ist, dass man interessanterweise nur sehr schlecht von Ost nach West (und natürlich auch umgekehrt) mit dem ÖPNV von einem in den anderen Stadtteil kommt: U- und Straßenbahnen gehen sternförmig von zwei zentralen Punkten in der Innenstadt aus. Die Querverbindungen werden mehr oder weniger von Bussen bestritten. Aber Bus ist ja eh ein ziemlich sub-optimales Verkehrsmittel. Finde ich.

Neben der Problematik, der schlecht miteinander verbundenen Ost-West-Stadtteile in Frankfurt, gibt es noch die der Sportangebote für Kinder zwischen ca 5-8 Jahren. Da gibt es nämlich nicht viel. Meistens nur Fußball und das ist heillos überlaufen. Außerdem will der midi-monsieur das nicht. Sondern Basketball. Und da war ich ja schon froh, überhaupt ein Training für seine Altersstufe gefunden zu haben. Und dann auch noch im westlichen Nachbarstadtteil. Mit dem Rad sind das knapp 3,5 Kilometer. Aber das wollte ich ihm nach dem Training nicht noch extra zumuten. Außerdem war’s kalt. Also habe ich ein Carsharing-Auto organisiert – für eine 12-Minuten-Strecke, die mit dem ÖPNV leicht 30 Minuten gedauert hätte.

Mein Öko-Gewissen schimpft mit mir, dass das bloß nicht zur Gewohnheit werden darf.

Gestolpert

Stöckchen sind immer gut. Und weil ich heute sooo komisch drauf bin, dass ich keinen Schwank aus meinem Leben zum Besten geben will, passt es ganz gut, dass Percanta einen Ast im Blogdorf platziert hat. Und das Schöne: Es gibt keine Regeln. Ich kann also einfach nur Fragen beantworten:

  1. Du wirst vom Radio zu einer Sendung eingeladen, sie führen eine Stunde lang ein Gespräch mit Dir. (Sowas wie „Doppelkopf“ auf HR2). Du darfst Dir dafür fünf Musikstücke wünschen. Welche?
    Sven van Thom – Es hat einfach nicht gereicht
    Sabaton – 1648
    Deine Lakaien – Without You Words
    Y’Akoto – Perfect timing
    Zaz – Comme ci, comme ca
    .
  2. Frösche, Pinguine, Eulen. Welches putzige Tierchen wird als nächstes unsere Kaffeetassen, Umhängetaschen, Postkarten, Shirts und Dekokissen bevölkern, bis auch die treusten Fans es nicht mehr sehen können? Waschbären? Langohrigel? Irgendjemand, den wir noch gar nicht auf dem Schirm haben?
    So Trends gehen ja immer an mir vorbei. Wobei ich mich dunkel an Schwalben und Füchse erinnere. Eigentlich wäre mal ein Insekt dran. Ne Gottesanbeterin wäre irgendwie cool. Aber vermutlich wird es dann nur ein Skarabäus.
    .
  3. a. Was war Dein liebstes Was-ist-Was-Buch?
    b. Hast Du Deinen Beruf entsprechend ausgewählt?
    Wenn ja: alles richtig gemacht? Wenn nein: Warum nicht? Und wäre das Was-ist-Was-Thema besser gewesen?
    Die Was-ist-Was-Bücher gehörten meinem großen Bruder. Was nicht heißt, dass ich sie nicht angeguckt/ gelesen habe. Aber so wirklich bewusst kann ich mich an keinen einzelnen Band erinnern. Vielleicht weiß meine Mutter da mehr.
    Daher ist es nicht so einfach zu sagen, ob es mich beeinflusst hat. Ich glaube eher, dass der ziemlich gute Sachkunde-Unterricht und die Sachkunde-AG in der Grundschule einen guten Grundstein gelegt haben für mein naturwissenschaftliches Interesse. Am Gymnasium war der naturwissenschaftliche Unterricht – bis auf Biologie – eher unterirdisch. Und meinen Wunsch Biochemie zu studieren hat der Biochemie-Prof an der FH Gießen geweckt.
    .
  4. Sternzeichen, Aszendent, Blutgruppe, Geschwisterposition oder die Gene. Steht Dein Leben unter irgendeinem ‚Stern‘ oder hast Du Deine Charakterbildung selbst in der Hand?
    Sternzeichen: Die ein oder andere Eigenschaft, die meinem Sternzeichen zugesprochen werden, stimmen. Andere wiederum ü.ber.haupt nicht. Aszendent: Ich kenne meinen sogar. Aber was der mit mir macht??? Blutgruppe: Die kann ich mir nicht merken, dann kann die auch nichts ausrichten. (Kann die Blutgruppe was am Charakter machen?). Gene: Möglicherweise bekommen wir eine „Grundausstattung“ von unseren Gengebern, aber die Umwelt formt.
    Geschwisterkonstellation: Ich bin ein Sandwichkind zwischen zwei Brüdern. Vielleicht erklärt das einiges. 😀
    Nee, mal im Ernst: Mein Leben gehört mir. Ich bin ich. Das muss ich allein ausbaden. Da kann ich nichts auf irgendwas schieben. Mich hat viel gepträgt, aber was ich daraus mache, ist meine Suppe.
    .
  5. White wine to the fish?
    Auch. Oder Wasser. Oder was da ist. (Heißt das nicht: White wine with the fish?)
    .
  6. Mustermix, Patchwork, Color-blocking oder doch eher Ton in Ton? (In Kleidung, Haaren, Familie. Du entscheidest.)
    Kleidung: Undefinierter Stilmix. Gerne mal knallrot und türkis dazwischen
    Haare: Fällt wohl unter Colorblocking
    Familie: kleinste mögliche Familieneinheit
    .
  7. Eine Frage aus der Mottenkiste: Welche Comic- oder Zeichentrickfigur bist?
    Ich habe es ja nicht so wirklich mit Comics oder Zeichentrick. Vielleicht aber Lucy von den Peanuts. (Aber vielleicht tue ich ihr und mir damit bös Unrecht.)
    .
  8. Welcher Einfall der Natur hat Dich zuletzt überrascht? Oder hört nicht damit auf, Dich zu faszinieren?
    Mich fasziniert die Natur immer. Auch ein Grund, warum ich was Naturwissenschaftliches studiert habe.
    Überrascht hat mich allerdings der Mückenschwarm, der mich Mitte Dezember verfolgt hat.
    .
  9. Was hast Du gerade in Deinen Hosen- und/oder Jackentaschen?
    Eine 1-, eine 2- und eine 10-Cent-Münze; Rotzfahne; 2 Haargummis
    .
  10. Sehr schön. Ich würde mich freuen, wenn Du über einen dieser Gegenstände ein Gedicht schreiben könntest. Einen Haiku, einen Limerick, einen Vierzeiler für’s Tageblatt, ein Sonett, egal. Wenn es Dir lieber ist, kannst Du auch was zeichnen. Oder tanzen. Oder eine Oper dazu komponieren. Nur: Wir würden das hier gerne sehen! Und wenn die Antwort aus 9 Dich nicht inspiriert, nimm die 2.
    Blank bis auf den letzten Pfennig.
    Taschenfreude,
    das Kleine ehren.
    .
  11. Geht es eigentlich auch wieder etwas weniger hysterisch? (Bzw.: alle bekloppt?)
    Werwiewaswo? Wieder irgendein Trend, der an mir vorbeigegangen ist? Ich verpasse sowas ja immer.
    .
  12. Haben Sie denn noch irgendwelche Frage an uns?
    Uns? Wer ist „uns“? Pluralis majestatis?