Platsch

Heute war eigentlich den Plan, nach Frühstück und Maus, den midi-monsieur mit dem Kv zum Schwimmen zu schicken und dass ich dann die Ruhe dafür nutze, mal eine denkintensive Arbeit zu erledigen. Gut, die hätte ich schon längst am Donnerstag und/ oder Freitag und/ oder Samstag machen können. Habe ich nicht, also drängte es mich.

Dann saß allerdings beim Schwimmsachenpacken ein todtrauriges Kind neben seinem Rucksack und wollte, dass ich un.be.dingt mit ins Schwimmbad gehe. Nienienie würde ich tolle Dinge mit ihm machen. Und mit Papa wäre es ja eh viel toller, da könnte er ja auch gleich nach Frankreich ziehen. Ich dröselte ihm kurz die Problematik Alltag vs. Freizeit auf, aber es änderte nichts, was es auch nicht unbedingt sollte, an seinem dringenden Wunsch, dass ich mit ins Schwimmbad komme. Und irgendwie hatte er ja auch recht. Also zog ich meinen Bikini an und packte meinen Rucksack. Dann buchte ich ein Carsharing-Auto, denn der midi-monsieur wünschte zudem ins Wellenbad zu gehen.

Das Gute, wenn zwei Erwachsene mit einem Kind im Schwimmbad sind, ist ja, dass ein Erwachsener auch mal Bahnen ziehen kann. Und so setzte ich mich nach ein paar Minuten in den ersten Wellen ab und schwamm nur – aber immerhin – 10 Bahnen.

Die restliche Zeit verbrachten wir in trauter Dreisamkeit. Ich beobachtete die Schwimmkünste des midi-monsieurs, die nicht den Eindruck machten, als hätte er schon zwei Seepferdchen-Kurse absolviert. Zumindest, solange er sich „klassisch“ im Wasser fortbewegte. Tauchend macht er beste Brustschwimmbewegungen und kommt auch vorwärts. Und – was mich besonders erstaunte – er kann bestens Rückenschwimmen. Mit gutem Kraulschlag, guter Körperspannung und hin und wieder schafft er auch eine Armbewegung. Aber er ist flott. Auch ohne Arme.

Irgendwann äußerte das Kind den Wunsch, wer wolle vom Ein-Meter-Brett springen. Ich war mir nicht sicher, aber er wollte. Also erklärte ich ihm, dass er eintaucht, dass er aber trotzdem schnell beiseite schwimmen müsste. Der Kv wollte das nicht. Er war sich wegen eintauchen und wegschimmen noch unsicherer als ich. Also lotste ich den midi-monsieur erstmal zu einem Startblock. Er hüpfte ein paar Mal runter und war sich dann immer noch sicher, dass es das Ein-Meter-Brett sein sollte. Dann sollte es so sein.

Er stellte sich brav an. Ging, als er dran war, ohne zu zögern über die Planke und platschte mit einer ordentlichen Arschbombe ins Wasser. Ins tiefe Wasser des Sprungbeckens. Er kam ohne Panik hoch und schwamm auf einmal im Bruststil an den Rand. Keine Angst. Nur Stolz über seine eigene Leistung. So stolz, dass er nach dem zweiten Mal übermütig meinte: „Und jetzt auf den Dreier.“ Aber der war ja zum Glück nicht offen.

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