Rechnung aufgegangen

Zuerst dachte ich noch, dass das komisch sein könnte, so ganz allein auf ein Konzert. Denn außer mir kennt anscheinend keiner in meinem näheren Umfeld Sven van Thom. Aber dann dachte ich mir: „Ach, für 12 Euro kannst Du nicht viel verkehrt machen.“ Dass ich das 3,5-Fache für die Babysitterin und das 2,5-Fache fürs Carsharing und ein Viertel noch für ein Getränk ausgeben „muss“, soweit hatte ich in dem Moment nicht gedacht.

Aber es hat sich gelohnt. Ich hatte sehr viel Spaß. Es war ein kleines Konzert in der Lounge der Centralstation in Darmstadt. Es waren vermutlich so 100 Zuhörer da, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Zumal die Vorband – ja, es gab eine Vorband – Lampe  schon gut für Stimmung sorgte. Kannte ich vorher auch nicht, habe mich aber sehr amüsiert.

Zu Sven van Thom kam ich im Sommer 2014, als ich mal auf facebook nach Musikempfehlungen fragte, weil ich den Soundtrack auf meinem Handy nicht mehr hören konnte. Mir gefielen auf Anhieb seine Texte. Und die Musik dazu auch. Mal abgesehen davon, dass ich außer Notenlesen wenig Ahnung von Musik haben, wüsste ich nicht, in welche Musikrichtung ich ihn stecken würde. Aber sie ist gut. Und die Texte beweisen, dass man auch auf Deutsch tolle Songs schreiben kann.

Über ihn selbst oder seine Band hatte ich mir – auch aus Ermangelung an Musikkenntnis – bis zum Sonntag keine Gedanken gemacht. Klar, er singt und irgendwie ne Gitarre ist auch dabei. Aber sonst?!

Lustig war, dass er so ein – wie der Hesse sagen würde – klaaner Uffgestummter ist. Und so kam ein kleiner Mann mit einem irgendwie zu großem Anzug auf die Bühne. Eine Gitarre – ich glaube so eine Art Westerngitarre – bei sich. Sonst nix. Keine Band. Aber die brauchte er nicht. Bei einigen Songs loopte er sich selbst. Bei anderen wechselte er die Gitarre. Bei ein paar Songs kam die Musik vom Band und er rappte.

Er wusste sein Publikum bestens, abgesehen von der Musik, mit Anekdoten und Interaktionen zu unterhalten. Einmal auch mit mir, als ich nach einem Blockflöten-Solo von ihm – ja, er spielt auch Blökflöte – spontan mitten im Song applaudierte (und zum Glück das Publikum dann mitklatschte) und ich mir daraufhin einen vielsagenden Blick einfing und er wohl nicht um einen doppeldeutigen Kommentar umhin kam.

img_20160214_212425.jpgJa, ich hatte einen tollen Abend, habe viel gelacht und keinen Moment lang darüber nachgedacht, dass ich schlussendlich über das 7-fache des Eintrittspreises für den Abend bezahlen musste.

2 Gedanken zu „Rechnung aufgegangen

  1. Pingback: Bumerang | Groß-Stadt-Ansichten

  2. Pingback: Lichtblicke 2016 | Groß-Stadt-Ansichten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s