Ein bisschen Glück

Durch die vielen insgesamt nicht einfachen Wechseln – der Pädagoge spricht da ja von Transitionen – im Sommer wurde aus meinem fröhlichen, aufgeschlossenen, sozialen mini-monsieur ein unsicherer, nörgeliger, aggressiver und angespannter midi-monsieur. Es tat mir sehr weh zu sehen, wie er nicht konnte, wie er wollte. Wie ihn die vielen neuen Dinge in seinem Leben einfach überrollten und wie schwer er sich tat, seinen Platz zu finden. Zwischenzeitlich war ich kurz davor, ihm professionelle Hilfe zukommen zu lassen. Ich hatte auch schon Empfehlungen, aber dann kam eine Mischung aus „ich kann mich nicht aufraffen“ und „ich habe keine Zeit“ dazwischen. Dann war Weihnachten und dann wirkte es, als würde es besser werden. Es gab tatsächlich wieder Tage, an denen er am späten Nachmittag nach Hause kam und erzählte, er habe einen guten Tag gehabt. Das kannte ich ja schon gar nicht mehr.

Nur das mit dem Anschlussfinden scheint nicht einfach. Er hat einen Klassenkameraden, den er nett findet und mit dem er sich immer mehr annähert. Die anderen sind nicht so ganz auf seiner Wellenlänge. Im Hort orientiert er sich an den Großen, aber das ist eine eher unsägliche Konstellation – zumal da auch der Hort seine Aufgabe nicht so ganz erfüllt und da mal vermittelnd eingreift. Von anderen Kindern erzählt er wenig bis gar nichts.

Doch dann brachte er letztens die erste Einladung zu einem Geburtstag mit. Und ich kann durchaus sagen, dass ich sehr erleichtert war. Da gibt es andere Kinder, die ihn auf dem Schirm haben. Es war schön, sein Strahlen darüber zu sehen.

Schön zu sehen war heute und gestern auch, dass er auf dem Spielplatz wieder zu alter Form kommt: Er zieht los und findet mindestens einen zum Spielen oder er wird gefunden. Aufgrund der Kälte waren wir nicht lange draußen, aber als wir gingen, hatte ich ein rotwangiges, glückliches Kind an meiner Seite.

Hatte ich nicht …?!

Heute beim Aufwachen (ohne Wecker) halbwegs rechtzeitig für den Französisch-Kurs vom midi-monsieur fühlte ich mich, als habe mich ein Panzer überfahren. Dabei war ich gar nicht so spät gestern im Bett und habe sicherlich sieben Stunden geschlafen. Aber ich fühlte mich krank. Möglicherweise hat mich die Seuche vom Kind erwischt. Der lag ja Dienstag bis Donnerstag flach.

Trotzdem bin ich schnell duschen und dann mussten wir auch schon los. Das Kind wollte mit dem Rad fahren. Es war zwar kalt, aber irgendwie sehr schön. Zumal mein Rad ja quasi wie neu ist – also der komplette Antrieb (Kettenblätter, Kurbeln, Ritzel und Kette) – und so macht das Fahren wieder viel mehr Spaß.

Wie immer, wenn das Kind Französisch „büffelt“, genehmigte ich mir ein Frühstück in einem Frankfurter Kultcafé. Als wir wieder auf dem Rückweg waren, fuhren wir nicht wie sonst manchmal auf dem Markt vorbei, damit der midi-monsieur eine Waffel bekäme. Wir fuhren direkt nach Hause.

Und kaum waren wir im Warmen, erschlug es mich. Ich musste mich hinlegen. Zuerst wollte ich nur eine halbe Stunde die Füße hochlegen und mich noch ein bisschen weiter mit Steve beschäftigen. Aber ich kam nicht weit. Mir fielen die Augen zu und ich schaffte es gerade noch, dem Kind die Fernbedienung auszuhändigen. Dann war ich weggebeamt. Für knapp zweieinhalb Stunden. Danach fühlte ich mich besser und ging schnell einkaufen. Der Wocheneinkauf. Der beinhält auch Aufbackbrötchen, die sich für den midi-monsieur und mich als gute Brotalternative herauskristallisiert haben (ganzes Brot schaffen wir selten und es wird trocken, frische Brötchen sind für immer zu teuer und Toast fällt wegen fehlendem Toaster aus).

Weil das Wetter so gut war heute Nachmittag, packte ich zu Hause nur schnell die Tiefkühl- und Kühlschranksachen weg und scheuchte den midi-monsieur in die Schuhe, damit er noch eine Runde gelüftet wird. Das tat uns beiden gut.

Als ich dann das Abendessen vorbereitete und die anderen Sachen verräumte, war ich irritiert: „Hatte ich nicht Aufbackbrötchen gekauft?“ Ich suchte alle Taschen ab. Nichts. Suchte den Kassenbon, den ich aber wohl nicht mitgenommen habe. „Habe ich jetzt wirklich die Brötchen bezahlt und nicht mit genommen?!“ Ich überlegte, wo ich sie wohl liegengelassen habe. „Hoffentlich hat sie wer gefunden, der sie brauchen kann.“ Aber dann fiel es mir wieder ein: Weil ich wen vorgelassen hatte, habe ich meine Einkäufe auf dem Band zurückgeschoben und dabei die Brötchen auf das sich nicht bewegende Ende der Förderbandanlage gelegt. Da sind sie wohl liegen geblieben.

Angekommen

Eigentlich habe ich heute keine Wörter mehr. Ich habe heute nämlich den ganzen Tag geschrieben. Beruflich.

Als ich um 19h00 den Rechner zuklappte, rauchte mir der Kopf. Aber es fühlt sich gut an. Nach „ich habe was geschafft“, nach …

… ich bin angekommen. Beruflich.

Ich kann nicht „endlich“ schreiben, es muss „wieder“ heißen. Ich hatte das schon mal. Ein tolles Thema aka Kunde aka Produkt, tolle Maßnahmen und ich konnte meiner schreibenden Erklärbärleidenschaft frönen. Ich durfte und musste mich tief einarbeiten. Ich durfte und musste mitdenken, beraten, Strategien entwickeln.

Jetzt passt es wieder: schreiben, schreiben, schreiben, Inhalte erarbeiten, beraten aka ungefragt meinen Senf dazugeben. Und das Ganze selbständig macht es noch runder.

Dochdoch, das ist alles ganz rund gerade.

Erbsen

Ich wollte mal erwähnen, dass ich Erbsen liebe. Sehr. Mit Erbsen kann man gaaaanz viele Gericht aufwerten. Oder schnell eine vollwertige Mahlzeit zaubern. Deswegen habe ich auch immer Tiefkühl-Erbsen im Haus.

Und habe ich mal keine im Haus, kommt das einem kleinen Notstand nahe.

S

Seit ich auf diese 7-Minuten-Sport-App gestoßen wurde, bin ich tatsächlich regelmäßig aktiv. Dass das jetzt nicht der Weisheit letzter Schluss ist, ist mir klar, aber immerhin komme ich wieder in die Gänge.

Seit zwei Wochen steht ein Buch bei mir rum, das darauf wartet, bearbeitet zu werden: Schwedisch zum Selbstlernen. Nein, ich habe keinen Schweden kennengelernt. Mir ist nur danach, noch eine Sprache zu lernen.

Mal abgesehen davon, dass ich den Dingern relativ neutral gegenüberstehe, bin ich froh, dass ich nie über die sogenannten Deppenzepter gelästert habe. Denn nun habe ich einen Selfie-Stick (geschenkt bekommen).

Das erste Buch, dass ich auf meinem Kindle lese, ist die Biografie von Steve Jobs. Mannmannmann, was für ein Typ.

Letztens habe ich zum ersten Mal – ja, ich komme jetzt in das Alter – einer guten Bekannten zur Scheidung gratuliert. Aus tiefstem Herzen.

Erwähnte ich hier schon mal, dass ich – ich weiß gar nicht mehr wann – mal in den Wacken-Mitschnitt reinzappte und tatsächlich hängen blieb. Dabei habe ich es ja gar nicht mit Metal-Musik. Aber damals lief gerade Sabaton und es zog mich irgendwie in den Bann. Seitdem höre ich sie wirklich oft. Und war ganz entzückt, dass diverse Alben übers Prime-Abo zu haben waren.

Dieses Süßigkeiten-Fasten bekommt mir ja ausgesprochen gut. Es ist vermutlich die Summe aus vielem, aber ich fühle mich seitdem deutlich fitter.

So fit, dass mir auch der aktuelle Stress, der über das vereinbarte wöchentliche Arbeitspensum hinausgeht, und der damit verbundene Schlafmangel (zum Glück nicht oft) nichts ausmachen.

Wissen ist Macht

Der Brockhaus existiert nicht mehr. Schon seit 2014 ist die gedruckte Version nicht mehr erhältlich. Die digitale Version ist Schulen, Hochschulen, Behörden und so vorbehalten. Marion Mustermann und Otto Normalverbraucher gucken in die Röhre auf wikipedia. Nichts gegen wikipedia, aber man sollte dem ganzen doch etwas kritisch gegenüberstehen. Immerhin kann da letztlich jeder seinen Senf zugeben.

Ja, das macht den Reiz aus. Ja, das unterstützt eine gewisse Aktualität. ABER es verführt auch dazu, Fehlinformationen zu streuen. wikipedia zu missbrauchen. PR-Agenturen haben es eine zeitlang intensiv für eigene Zwecke genutzt. Bis es zu viel wurde. Aber trotzdem stehen seitdem (und auch immer wieder neu) Inhalte drin, die mehr als bedenklich sind. Die sehr gezielt sind. Die keinen Informationsauftrag erfüllen, sondern klar der Meinungsmache dienen.

Und das gilt letztlich für das ganze Internet. Wir meinen heutzutage alles zu wissen. Oder wissen zu können, weil wir es ja vermeintlich googeln können. Wer hinterfragt schon groß Google-Ergebnisse? Dann öffnet man zweidreivier Seiten zum gleichen Thema. Im besten Fall bildet man sich aus allen eine Meinung oder nimmt halt die, die einem am besten passt. Letzlich sind nur die wenigstens wirklich in der Lage und machen sich die Mühe, diese Hülle und Fülle an Informationen zu überblicken. Dinge, die im Internet stehen, werden erstaunlich schnell zur Wahrheit.

Nicht einfacher wird es, wenn man Informationen aus fremden Ländern sucht. Die Webseiten sind meist in einer fremden Sprache, Google-Translator ist da nur eine sehr schlechte Hilfe und wer weiß schon, wie es um den Informationsgehalt der fremden Webseite besteht. Wie sieht es in dem Land mit Meinungsfreiheit aus? Gibt es da Zensur? Vielleicht vesteckte? Versucht man vielleicht gewissen Bereichen, die grenzübergreifendes Belang haben, eine bestimmte Färbung/ Tonalität/ Meinung zu geben?!

Es ist schwierig. Sehr schwierig. Und ich glaube ehrlich, dass diese ungefilterte und unendliche Informationsflut noch wirklich Schlimmes anrichten wird.

———————————————

Disclaimer: Dieser Text entstand aufgrund einer sehr langen, eigentlich unnötigen Diskussion zu einem Thema, zu dem man nicht das Internet befragen sollte, sondern wirklichwirklich wen, der sich damit auskennt.