Bücherdealer

Als ich nach Hessen zog, brachte ich Zahnschmerzen mit, die mit der Zeit schlimmer wurden. Aber OMG: neue Stadt und dann auch gleich zum Zahnarzt? Zu meinem großen Glück empfohl mir eine Kollegin „meinen“ Zahnarzt*. Der war zwar nicht ums Eck, aber für eine Empfehlung nehme ich auch gerne mal Wege auf mich. Und ich sollte es nicht bereuen: Er wirkte kompetent und war auch noch witzig. Er versorgte erst den schmerzenden Zahn bestens und machte mir dann auch als erster Zahnarzt überhaupt einen annehmbaren Vorschlag für den abgebrochenen Schneidezahn. Noch heute freut er sich, wenn er meine wunderschönen Veneers sieht. Bis zum Umzug nach Hamburg blieb ich ihm treu.

Als mich vor einem Jahr böse Schmerzen unter einer Krone plagten, meldete ich mich bei „meinem“ Zahnarzt. Es ging schnell: Zahn raus, Implantat rein (gleichzeitig); keine Komplikationen. Damals war schon klar, dass eine weitere Baustelle nur eine Frage der Zeit sein wird. Naja, die Geschichte ist ja bekannt. Da ich die Röntgenbilder gesehen habe und ja auch (mit vollem Bewusstsein) beim Eingriff dabei war, lasste ich die blöden Komplikationen nicht ihm an. Vielmehr rechne ich es ihm hoch an, dass er Silvester auf meine e-Mail reagierte und an Neujahr nur für mich in die Praxis kam. Dass ich seitdem noch fünf weitere Termin hatte, ist wenig erfreulich, aber wenn der Wurm erstmal drin ist, dann ist er wohl drin. Beim letzten Termin am Freitag nutzte ich die Zeit zwischen Betäubung setzen und eigentlicher Behandlung mit Lesen im Kindle. Der Doc sah ihn, als er wieder reinkam, und wir stellten zusammen fest, wie praktisch so ein eReader sei. Dann kürettierte er an den Implantaten rum. Als die Pflicht getan war, war ihm noch nach Schwätzchen und wir unterhielten uns darüber, was ich so lesen würde und er empfahl mir das eine oder andere. Und dann machte er mir ein Angebot, das für mich, die ich ja mit sehr unausgeprägten kriminellen Energien ausgestattet bin, halb unmoralisch und rein juristisch sicherlich auch illegal ist: Ich solle doch beim nächsten Besuch meinen Kindle mitbringen und er würde mir mal eine größere Bibliothek draufspielen.

Ich will nicht wissen, wie er das macht, aber ich werde ihn wohl vor dem nächsten Besuch per WhatsApp an sein Angebot erinnern.

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* Er hat eine website und ist auch eher ein Tekkie, deswegen werde ich ihn nicht verlinken, weil er ja nicht wissen muss, dass ich (über ihn) blogge.

4 Gedanken zu „Bücherdealer

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