Erinnerung

Es gibt Phasen in meinem Leben, an die ich mich mehr schlecht als recht erinnere. Vielleicht sollte ich mal meine alten Tagebücher mal rauskramen (wenn ich nur wüsste, wo die sind). Würde das meinem Gedächtnis wirklich auf die Sprünge helfen? Oder würde ich es nur lesen, wie Geschichten, mich eventuell fremdschämen? Ich habe als Jugendliche lange Tagebuch geschrieben. Auch eine zeitlang mit einer Mitschülerin aus der Nebenklasse eine Art gemeinsames Tagebuch. Ich kann mich tatsächlich an ihren Namen erinnern. Aber wie alt ich war, als die Kladden zwischen uns hin- und hergingen, weiß ich nicht. Vermutlich 13/14 Jahre alt. Was aus ihr geworden ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ihre kleine Schwester, die mal auf einer Jugendfreizeit, bei der ich Betreuerin war, dabei war, sich umgebracht hat. Aber ich schweife ab.

Vieles von dem bisschen, an das ich mich aktiv erinnern kann, kann ich nicht zeitlich einordnen. Also Erinnerungen, die aus der Zeit zwischen Übergang zur Weiterführenden Schule bis zu meiner Abizeit, also so ab 1995, stammen. Mich hat das bislang nicht groß gestört. Aber Freitag „fiel“ ein Satz auf Twitter und ich las den Text von Tante Emma. Und seitdem kaue ich auf dem Gedanken rum: Man erinnert sich nicht an Dinge/ Situationen, wenn sie nicht mit einer (starken) Emotion verknüpft sind.

Allerdings stecke ich auch in einem Dilemma: Ich weiß ja gar nicht, an was ich mich nicht erinnere. Also weiß ich letztlich auch gar nicht, ob bzw. warum daran keine Emotion hängt. Oder ob ich womöglich nur was verdränge.

Aber gehe ich mal Schritt für Schritt vor:

U3: So gut wie keine aktiven Erinnerung, aber das ist vermutlich auch normal.

U6: Etwas mehr Erinnerungen, zum Teil sehr konkrete, was ich auch noch als normal bezeichnen würde.

U10: An meine Einschulung kann ich mich null erinnern, an die Schulzeit durchaus. Natürlich nicht mehr en detail, aber nach 33 bis 29 Jahren ist das wohl auch normal. Was mich etwas irritiert: An meine Taufe, die ich damals aktiv eingefordert habe, kann ich mich nicht erinnern. Und an Ballettaufführungen nur, weil es Bilder gibt.

U15: Ich habe das Gefühl, dass in dieser Zeit total viel und alle gleichzeitig passiert ist. Es gibt starke und schwache Erinnerungen.

U 18,5: Vielleicht fallen die Erinnerungslücken dieser drei/vier Jahre unter pubertäre Amnesie, aber ich kann mich gerade an die Zeit mit meinem ersten langjährigen Freund (3,5 Jahre mit etwas on-off) kaum erinnern, v.a. was wir zusammen gemacht haben. Dafür ist das Ende dieser Beziehung umso einschneidender. Und um das Bild von Tante Emma mit der Festplatte zu nutzen: Ein Segment scheint durch einen Headcrash nicht mehr auslesbar zu sein.

Ab 18,5: Die Erinnerungen sind seitdem immer präsenter. Zumindest bis ich mit meinem Ex-Mann (also damals Mann) zusammenzog (22,5 Jahre), er in den Kosovo ging und ich mit dem zweiten Studium anfing. Ich erinnere mich wenig ans Studium selbst. Keine Erinnerung ans Lernen, nur an ein paar Laborpraktika und an die Diplomarbeit. Intererssanterweise muss ich mich sehr anstrengend, Erinnerungen mit meinem Ex (Urlaube oder was wir sonst so gemacht haben) wachzurufen. Allerdings habe ich viele Bilder von Südfrankfreich (wo wir ja mindestens einmal pro Jahr waren) abgespeichert.

Seit dem Umzug nach Frankfurt, also für die letzten 11 Jahre, habe ich zum Teil sehr intensive Erinnerungen. Die Zeit war aber auch mit sehr starken, wenn nicht zum Teil extremen Emotionen verknüpft.

Jetzt, wo ich da ein bisschen in mich gegangen bin, stelle ich – etwas beruhigt – fest, dass es mit meinen Erinnerungen doch nicht so schlecht bestellt ist, wie ich immer dachte. Aber es war sehr spannend, da mal systematisch ranzugehen.

Danke, Tante Emma!

Licht aus

Egal, wo und wie ich gewohnt habe, ich habe immer sehr wenig für Strom gezahlt. Selbst mit Kind und erhöhtem Waschaufkommen haben wir zu Dritt so viel bezahlt wie ein Zwei-Personen-Haushalt.

Und ich würde noch nicht mal sagen, dass ich ein extremer Stromsparfuchs bin. Zum Advent läuft der Backofen quasi durchgehend. Ich koche und backe generell viel. Ich arbeite auch nachts und brauche da natürlich Licht. Normalerweise läuft dabei auch Musik oder der Fernseher. Auch die Waschmaschine läuft oft.

Allerdings nutze ich schon seit jeher Energiesparlampen, Fernseher und andere Standbay-Geräte sind an ausschaltbaren Mulitsteckern und werden abends vom Strom abgekoppelt und Lichter, die nicht benötigt werden, werden mehr oder weniger konsequent ausgemacht.

Daher war ich vor gut einem Jahr ziemlich geschockt, als die Stromabrechnung kam und ich eine Nachzahlung von knapp 600 Euro zu leisten hatte. Gut, das bezog sich auf 14 Monate, aber die Statistik zeigte mir, dass unser Verbrauch dem einer vielverbrauchenden vierköpfigen Familie entsprach. Und dass, wo wir ja fünf dieser 14 Monate nur zu zweit gewohnt haben. Zur Nachzahlung kam noch eine Abschlagserhöhung um 59 Prozent. Örgs.

Schnell war klar, wer dafür verantwortlich war: die Deckenspots, die Wohnzimmer, Flur, Bad, Gäste-WC und das mittlerweile Kinderzimmer beleuchten. Da steckten nämlich Halogenstrahler drin.

Ich machte mich dran, die suzessive auszutauschen gegen LED-Leuchtmittel. Den Anfang machte das Wohnzimmer: fünf Spots in zwei Schaltkreisen. Der Schaltkreis mit den drei Lampen funktionierte einwandfrei mit den LEDs; der mit den zwei ging nach einer gewissen Zeit immer wieder aus*. Nicht sonderlich praktisch, aber nicht so nervig, dass ich bereit war, die ollen Stromfresser wieder einzusetzen**.

Als nächstes war der Flur dran: vier Spots. Die nach kurzer Zeit anfingen zu flackern*. Was natürlich einen guten Nebeneffekt hatte, dass das Licht immer schnell gelöscht wurde.

Dann passierte lange Zeit nichts, bis ich endlich noch weitere LEDs besorgte. Erstmal im da noch recht neuen Zimmer vom midi-monsieur: sechs Spots verteilt auf zwei Schaltkreise. Der Test ergab, dass die eine Reihe sofort wieder ausging und die andere flackerte. Nicht gut. Aber wieder alles auf Halogen? Ich tauschte jeweils einen Spot zurück. Und siehe da: Alles lief leuchtete stabil.

Im Bad tauschte ich nur zwei der vier Spots (in einem Schlatkreis), da die LEDs anderes Licht machen und es am Spiegel zu düster geworden wäre.

„Aber wenn ein Halogenspot im Schaltkreis im diesen stabilisiert, dann versuche ich das mal im Wohnzimmer und im Flur“, dachte ich und stieg auf die Leiter. Und tadaaa: Alles leuchtet, wie es soll.

Und obwohl der Austausch der letzten Halogenspots noch gar nicht so lang her ist, hat es sich schon ausgezahlt: Die Stromabrechnung für 2015 bescherte mir eine Nachzahlung von knapp 100 Euro und eine Senkung des Abschlags um 15 Prozent. Unser Verbrauch lag auf dem Niveau eines vielverbrauchenden Drei-Personen-Haushalts.

Dann bin ich mal gespannt, wie sich das für 2016 zu Buche schlägt.

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*Ich weiß, dass es was mit dem Transformator für die Halogenspots, Spannung und so zu tun hat, aber Stromsparen hat Vorrang.

** Was mir meine tolle Stehlampe bescherte. Denn eines Tages war eine Freundin da. Und als wir beim Essen mal wieder im Dunkeln saßen, diskutierten wir über das Lichtkonzept in meinem Wohnzimmer und ich erzählte ihr, dass ich eine Stehlampe suchen würde. Aber dass es nicht so einfach ist, eine zu finden. Ich beschrieb ihr, was ich suchte und sie erzählte mir, dass just einen Abend vorher eine gemeinsame Freundin ihr genauso eine Lampe angeboten hat. Lange Rede, kurzer Sinn: Am nächsten Tag stand die Lampe bei mir.

Schlechte Angewohnheit

Ich hasse geschlossene Türen. Also tagsüber. Nachts hingegen kann ich nur bei geschlossener Tür gut schlafen.

Wenn ich allein bin, neige ich dazu, auch die Badezimmertür offen zu lassen, wenn ich mal muss. Nun liegt das Badezimmer aber direkt gegenüber vom Gästezimmer und wenn ich auf dem Pott hocke – und die Tür vom Gästezimmer offen ist -, dann kann ich direkt nach draußen gucken. Also in den Hof. Irgendwann ging mir auf: Wenn ich rausgucken kann, kann eventuell auch wer reingucken. Öhm ja.

Seitdem mache ich – sofern ich daran denke, wenn es mich pressiert – auf dem Weg zur Toilette die Tür vom Gästezimmer zu.

Multithematisch

– So langsam komme ich in den Arbeitsflow als Festfreie. Viele spannende Themen. Ich werde gut eingebunden.

– Dienstag kam ich mir vor wie Tigermom: Das Kind musste abends ein Deutsch-Arbeitsblatt komplett neu machen. Und auch ein Mathe-Blatt ließ ich ihn trotz freiwillig komplett machen.

– Die Zahngeschichte ist immer noch nicht ausgestanden. Der Doc fürchtet schon, dass ich eines der beiden Implantate verlieren werde. Aber erstmal noch eine hoffentlichhoffentlich „letzte“ OP nächsten Dienstag.

– Dafür habe ich jetzt viel Lesestoff auf meinem Kindle.

– Es ist phänomenal, wieviel Wäsche zwei Menschen erzeugen.

– Heute ging der einzige große Spiegel der Wohnung kaputt, als das Kind zufällig in seiner Nähe war. Es hätte wirklich Zufall sein können, da er nicht montiert war. Aber beim Zubettgehen plagte ihn das schlechte Gewissen und gab zu erkennen, dass er möglicherweise doch involviert war. Naja, Scherben bringen Glück.

– Beim Essen hatte ich ein interessant bis lustiges Gespräch mit dem midi-monsieur über Gott. Es ist phänomenal, mit welchen Thesen manche Kinder (nicht meins, das stellt eigene auf) indoktriniert werden. (Darüber könnte ich mal bloggen …)

Zwischenbilanz

Inspiriert von der guten Nike, habe ich im August vor knapp zweieinhalb Jahren eine Liste erstellt, die ich ja auch immer mal wieder aktualisiere. Nun habe ich noch 340 Tage bis zur 40, eine Gelegenheit mal Zwischenbilanz zu ziehen (jaja, mit einem Blogplaner hätte ich das an meinem Geburtstag gebloggt, ach ne, da ist ja 12von12; dann vielleicht am 11.; ach wurscht, jetzt ist es mir eingefallen, also muss es raus):

  1. ein Kind kriegen
  2. eine Sprache lernen
  3. ein Kind einschulen
  4. einen Roadtrip machen
  5. Irland wiedersehen
  6. ein großes Konzert besuchen (mehrere schon (Depeche Mode, Die Ärzte, Die Toten Hosen, The Busters), aber ich würde gerne nochmal)
  7. Jobwechsel
  8. Stadtwechsel
  9. Wurzeln finden bzw. schlagen
  10. ein richtiges Sofa kaufen
  11. mehr für mich tun (es wird, aber die Sportsache pressiert)
  12. bunte Haare
  13. angeln gehen (fürchte, dass das wohl nichts mehr wird)
  14. arbeitslos sein
  15. Fotografieren vertiefen
  16. bloggen (läuft)
  17. kompromissbereiter sein (ich merke immer mehr, dass bewusste Kompromisse (außer mit dem Kind) für mich ausgesprochen faule sind)
  18. ein Paar Doc’s
  19. Interrail
  20. kompromissloser sein (das bin wohl ich, egal welches Alter)
  21. einen Kindergeburtstag ausrichten
  22. eine Nacht durchtanzen
  23. in einer WG leben
  24. heiraten
  25. Studium abbrechen
  26. mit meinem Körper Frieden schließen (siehe 11.)
  27. Tattowierung (Motiv und Körperstelle stehen fest)
  28. Scheidung
  29. Kekse backen (Immer wieder zu Weihnachten, wird auch mit 40 nicht aufhören)
  30. ein Friesennerz
  31. die Alpen mit dem Rad überqueren
  32. ehrenamtlich tätig sein (immer mal wieder, wird nicht mit 40 abgeschlossen sein)
  33. nötige Versicherungen abschließen
  34. eine neue Sportart lernen
  35. fasten
  36. Campen
  37. eine Geschäftsidee entwicklen (Idee steht, Umsetzung sollte bis 40 erfolgen)
  38. einen Hund haben
  39. vegetarischer essen (so bewusst kriege ich das nicht hin)
  40. nach Skandinavien reisen (zwei Tage Kopenhagen waren nicht genug)

Damit sind acht Punkte noch offen. Einige davon schaffe ich bestimmt vor 40, bei ein paar bin ich mir nicht sicher: Irland und Skandinavien. Eines davon vielleicht, aber beides wohl nicht mehr. Für andere muss ich mich einfach mal aufraffen: Fotografieren und neue Sportart.

Aber wer weiß, was die nächsten 340 Tage noch so bringen.

Punktlandung

Heute war ich in der Landeshauptstadt zum Arbeiten. Seit Anfang des Jahres bin ich mindestens einmal pro Woche dort. So lassen sich Dinge einfacher besprechen und durch meine Präsenz bin ich auch dem Team gegenwärtiger, sodass sie mich besser in Projekte einbinden können.

Wegen des midi-monsieurs muss/ möchte ich um 17h00 zu Hause sein, das heißt, dass ich um 15h35 die S-Bahn erwischen muss. Allerspätestens um 15h41. Die S-Bahn um 15h49 klappt nur, wenn ich den midi-monsieur auf dem letzten Drücker, also um 17h00 aus dem Hort losschicken lassen.

Heute ging der midi-monsieur zum Aikido-Training. Erfreulicherweise wollte er alleine vom Hort dorthin gehen, weswegen er zusätzlich zum Ranzen auch noch seine Tasche mit den Aikido-Sachen zur Schule und von dort zum Hort mitnehmen wollte. Da wollte ich nicht, dass er auch noch einen Schlüssel mitnehmen muss. Zumal er wollte, dass ich ihn vom Aikido abhole.

Ab 14h00 saß ich in einer Besprechung und wir diskutierten, guckten auf die Uhr, wälzten Ideen, guckten auf die Uhr, sponnen rum und auf einmal war es 15h32. Die erste S-Bahn war weg, die zweite nicht mehr erreichbar. Ich packte schnell meine Sachen, huschte aus dem Büro und guckte dabei auf meine rmv-App. Aaarg, Störungen auf der S-Bahn-Linie zwischen Wiesbaden und Frankfurt. die 41er- und die 49er- Bahn fallen aus. Nächste Möglichkeit: 16h05. Damit wäre ich erst nach 17h00 zu Hause bzw. in der Nähe des Aikido-Dojos. Das wird verdammt knapp.

In Wiesbaden hatte ich wenigstens genug Zeit, mich ganz vorne im vordersten Wagen zu platzieren. Mit Musik und Kindle versuchte ich die 49 Minuten Fahrt zu entspannen („Die S-Bahn fährt nicht schneller, wenn Du nervös die Zeit verfolgst.“). An meiner Umsteigestation musste ich dank optimaler Postitionierung nur die Rolltreppe hoch zur U-Bahn, wo dann glücklicherweise auch meine kam (wenigstens einmal war es gut, dass sich die U-Bahnen in Frankfurt nicht an ihre Fahrplöne halten). 17h06 war ich an der Haltestelle und 17h09 im Dojo, wo ich dann einen schon umgezogenen midi-monsieur nur noch einsammeln musste.

Und weil ich dann schon heißgelaufen war, fuhren das Kind (mit dem Roller) und ich (mit dem Fahrrad) noch schnell ein Paket und einen Brief zur Post und danach auch endlich das ausgeliehene Buch wieder zu Bücherei.

Es vibriert

Heute hat die Stadt oder zumindest das Viertel vibriert. Als ob um mich herum ganz viele Waschmaschinen im Schleudergang liefen. Und so fühlte ich heute morgen auch mein Kopf an: Es dröhnte und rauschte. Ganz merkwürdig.

Es gibt auch Tag, da stinkt die Stadt. Das liegt sicherlich an Winden, wobei ich bislang noch nicht ausmachen konnte, ob Ost- oder Westwind schlimmer ist. Westwind wäre logischer, da doch der Industriepark Höchst und auch die Kläranlage eher westlich (von mir) liegen.

Vielleicht werde ich auch einfach langsam verrückt 😉