Einfach mal kein Weihnachten

Seit anderthalb Jahren schwebte das Damokles-Schwert über mir. Über Weihnachten. Denn mit der Trennung war klar, dass es Weihnachten geben würde, die ich ohne mein Kind verbringen würde. Dieses Jahr ist es also soweit – auch wenn es Anfang des Jahres nicht unbedingt danach aussah. Aber das Verhältnis zwischen dem KV und mir hat sich deutlich entspannt und da der midi-monsieur ja auch eine französische Verwandtschaft hat, hatte ich keine Argumente konnte und wollte ich mich nicht dagegen stellen. Zumal mir Daten meist eh nicht so wichtig sind. Gerade diese Häufung im Dezember und Januar (Weihnachten, Silvester und mein Geburtstag innerhalb von 18 Tagen) ist einfach anstrengend. Da kann es nicht schaden, das ein wenig zu entzerren. Sollen sich doch andere den Stress machen, vom 24. bis 26. Dezember Familienidylle, saubere Wohnungen und bestes Essen punktgenau zu servieren.

Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Weihnachten. Wobei ich noch mehr die Adventszeit liebe. Das ist die einzige Zeit im Jahr, in der es bei mir dekotechnisch eskaliert (was keine Kunst ist, da es ja sonst nix gibt). Auch backe ich mit Hingabe Plätzchen (ich backe auch so gerne, aber Kekse gibt’s nur zu Weihnachten). Ich mag die vielen Lichter in den Fenstern, Weihnachtsbäume und Glühwein.

Aber als klar war, dass der midi-monsieur am 24. Dezember und darüber hinaus nicht bei mir sein würde, beschloss ich einfach: Dann mach ich mir die Adventszeit dafür richtig schön. Das Essen mit Freunden und der Adventskaffee waren einfach toll und höchst erfreulich. Mission:Adventix hat mich auch lächeln lassen. Und überhaupt war es eine tolle Adventszeit (zumindest bis zur Zahn-OP). Außerdem genieße ich es sehr, dass ich in diesem Jahr im Dezember endlich mal wirklich Ruhe und Zeit habe, trotz guter Aufträge aber eben ohne den Stress einer Festanstellung. Warum das kolportieren?

Und vor allen Dingen womit? Es macht für mich wenig Sinn, zu meinen Eltern zu fahren. Meine Mutter arbeitet bis heute. Damit sind Gäste für sie am 24.12. eigentlich auch immer Stress (auch wenn ich selbstverständlich mithelfe). Dazu kommt, dass dort irgendwann (25. oder 26.) mein großer Brunder aufschlagen wird und ich ebendiesem nicht sehen möchte. Ob mein kleiner Bruder in die Heimat fährt, ist mir nicht bekannt, aber mal abgesehen von ungeklärten Kröten zwischen uns, muss ich es mir nicht antun, mich als fünfte Rad deren Happy-Family-Idylle auszusetzen.

Das ist auch der Grund, warum ich die vielen wirklich lieb gemeinten Einladungen von Freunden ausgeschlagen habe: Wenn ich nicht mit meinem Kind Weihnachten feiern kann, dann muss ich mich auch nicht mit anderen Familien mit Kindern untern Baum setzen oder essen und mir vor Augen führen, was ich halt dieses Jahr nicht habe. Gleiches gilt für Einladungen von befreundeten Paare: In einer solchen Konstellation würde ich mich einfach fehl am Platze fühlen. Und dann doch allein und einsam. Aber ich habe kein Problem, mit mir allein zu sein. Und schon gar nicht damit, keinen Stress zu haben (wenn ich irgendwo hin gehen würde, bräuchte ich ja noch Geschenke).

Ich habe einen gut gefüllten Kühl-, Eis- und Vorratsschrank. Sollte wer spontan vorbei kommen (was ich beim Zustand der Wohnung gerade nicht hoffe), könnte ich problemlos (und stressfrei) ein spannendes Dinner zaubern. 🙂

Aber eigentlich plane ich, das zu tun, was in den letzten Tagen dank Zahn und Schulkind zu kurz kam: schlafen. Vielleicht werde ich morgen zum großen Stadtgeläut gehen und ein Tränchen verdrücken.

In diesem Sinne: Macht Euch keine Sorgen um mich! Ich wünsche Euch allen von Herzen tolle Weihnachtstage, egal wie Ihr sie verbringt – Hauptsache so, wie Ihr es Euch wünscht.

3 Gedanken zu „Einfach mal kein Weihnachten

  1. Das klingt doch hervorragend! Ich bin gespannt, ob es sich bewährt. Ich habe dieses Jahr auch aus der kinderlosen Not eine Tugend gebracht und bin nach Florenz gefahren. Frohes Fest!

  2. Liebe B.

    Mission Adventix hat mir ein sehr großes Lächeln auf das Gesicht bezaubert. Vielen Dank!!! Deine Festtagspläne klingen gut. Ich hoffe du konntest die Tage so genießen wie du es die vorgestellt hast.

    Liebe Grüße aus HH,
    D.

    • Dankeschön. Ich freue mich, wenn ich Dir eine Freude machen konnte und wünsche Dir viel Spaß mit der Maschine (möge sie lange leben).
      Und ja, mein Nicht-Weihnachten war wunderbar ruhig und entspannend.
      Liebe Grüße

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