Räumchen, wechsel Dich

Als wir, damals ja noch als heile (hahaha) Familie mit Hund, in die Wohnung gezogen sind, hatte sich die Raumaufteilung irgendwie von selbst ergeben: Die Wohnung hat zwei Zimmer mit Balkonzugang zum Innenhof, sowie ein Zimmer zur Straße, wohin auch Küchen- und Wohnzimmerfenster gehen. Es machte irgendwie am meisten Sinn, die Schlafzimmer nach hinten raus zu legen. Und so bekam der midi-monsieur das größere der beiden Zimmer und das Schlafzimmer kam ins kleinste (der ganzen Wohnung). Das größte Zimmer (neben dem Wohnzimmer), das zur Straße, wurde MuFuZi: Gästezimmer, Rumpelkammer, ein bisschen Büro. Es wurde quasi alles dort verstaut, was man in den anderen Räumen nicht lagern konnte oder wollte.

Nachdem der Kv ausgezogen war, räumte ich dieses Zimmer zwar grundlegend auf, aber veränderte nichts an der Zimmerverteilung. Auch nicht, als die erste Mitbewohnerin des Jahres einzog. Zumal ich meine Bücher und so dort drin beließ.

Dann hatten wir die Wohnung für uns. Mich nervte zwar das kleine Zimmer, weil das 140-Bett da so viel Raum einnimmt, aber zur Straße hin will ich nicht schlafen und den midi-monsieur wollte ich auch nicht einfach umtopfen.

Im Juli ergab sich dann, dass die Freundin bei uns wohnen würde. Und der midi-monsieur meldete an, dass er das Zimmer wechseln wolle. Irgendwie dachte ich nicht zu Ende bzw. es kam mir auch etwas unfair vor, die Untermieterin ins kleinste Zimmer zu stecken und so tauschten wir „nur“ das Kinderzimmer mit dem MuFuZi, das im Zuges des Tauschs zu einem reinen Schlafzimmer wurde, in dem nur noch ein Bücherregal von mir stand und ich ein Drittel des Einbauschranks belegte.

Doch auf einmal merkte ich, wie sehr mir Platz für mich fehlte, zumal ich ja zeitgleich anfing zu Hause zu arbeiten. In mein Zimmer passte beim besten Willen kein Schreibtisch und so richtete ich mein Büro am Esstisch ein, was dank Laptop und wenig Material gut zu handhaben war. Aber so wirklich befriedigend war es nicht, zumal ich keine Rückzugsmöglichkeit hatte, wenn ich abends arbeitete und die Mitbewohnerin ausnahmsweise mal früh zu Hause war.

Mehr und mehr wuchs der Wunsch, mein Zimmer in das andere Zimmer am Balkon zu verlegen. Und als die Freundin verkündete, dass sie auszöge, plante ich schon mal in Gedanken und kaufte mir einen neuen Bettrahmen (der bisherige war so ein Provisorium, das fast sieben Jahre gehalten hatte).

Gestern war es dann, nach einen nicht so schönen Finale zwischen uns, soweit und sie packte ihre sieben Sachen und verließ die Wohnung. Und ich hatte dem Moment so entgegen gefiebert, dass ich dann doch noch um 21h30 Kevin durch das Zimmer schickte, durchwischte und schon mal das neue Bett aufbaute.

Heute dann habe ich die Zimmer weiter getauscht: Das Gästebett steht im neuen Zimmer; ich werde heute Nacht schon im neuen Zimmer schlafen; habe die Gardinen gewaschen und wieder aufgehangen; habe mir einen Schreibtisch eingerichtet. Jetzt fehlen nur noch meine Klamotten.

Aber es fühlt sich so gut an: das Zimmer, aber auch, dass die Wohnung wieder uns gehört.

Ein Gedanke zu „Räumchen, wechsel Dich

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