Der große Topf

Seit den Sätzen denke ich darüber nach, was dieses Alleinerziehend für mich bedeutet. Denn, man hat es im Text wohl kaum bemerkt, es fällt mir schwer, in den großen Topf der Alleinerziehenden zu springen und von „wir Alleinerziehende“ zu schreiben.

OMG, will ich womöglich meinen „Status“ leugnen? Habe ich den Wunsch nach happycreepy family so verinnerlicht, dass ich es nicht wahrhaben will?

Wohl kaum, dafür bin ich einfach zu realistisch, zu wenig romantisch und letztlich auch zu gern alleinerziehend.

Was ist denn dann mein „Problem“?!

Der Punkt, der mich von _den_ Alleinerziehenden, die man wahrnimmt bzw. sich darstellen, wohl am deutlichsten trennt, ist das, was von vielen Alleinerziehenden am belastensten empfundenen wird: das Finanzielle.

Aber genau daran hat sich für mich durch die Trennung kaum etwas geändert. Ich war ja auch schon vor der Trennung die HauptAlleinverdienerin. Der Kindesvater hatte etwa ein Viertel meine Nettogehalts monatlich, aber was er damit wirklich gemacht hat, weiß ich nicht. Die eigentliche Absprache war, dass ich alle Fixkosten (Miete, Strom, Telefon, Kita, Klamotten für den midi-monsieur) trage und er die Lebensmittel. Dafür hätte seine Rente eigentlich reichen müssen, aber trotzdem musste ich regelmäßig Einkäufe bezahlen.

Irgendwie schaffte ich es, mich ein Jahr trotz Mary Poppins, dafür ohne Kita-Beitrag und mit Unterhaltsvorschuss finanziell durchzuwurschteln. Und jetzt ohne Kinderfrau, dafür mit Hort-Beitrag (der btw bislang noch nicht abgebucht wurde den ich heute erst nachträglich ab August überwies, weil er nicht abgebucht wird), weiterhin Unterhaltsvorschuss, Mitbewohnerin und Selbstständigkeit sieht es nochmal anders aus.

Ich brauche mich auch nicht über ausbleibenden Unterhalt vom Kindesvater ärgern, da von vornherein klar war, dass er nicht zahlen muss.

Und so drückt mich der finanzielle Schuh nicht (mehr als vorher), was vermutlich wahrscheinlich sicherlich dazu beiträgt, dass ich nicht mit dem Alleinerziehenden-Sein hadere.

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