Ce qui me manque*

Nicht nur beim midi-monsieur löst alles Französische was („Ohhh, Frankreich.“) aus, auch für mich ist es ein Trigger. So habe ich das Gefühl, dass sich grundsätzlich _alle_ französischsprachigen Menschen immer in meiner Nähe aufhalten. Und kaum höre ich wen Französisch parlieren, fange ich an, auf Französisch zu denken oder zumindest den gerade gedachten Gedanken (im Kopf) zu übersetzen. Aber ich merke, wie mein Französisch weniger flüssig wird. Wie ich anfange, nach Vokabeln zu suchen. Das ist schade. War es doch immerhin sieben Jahre lang Teil meines Alltags, eine tägliche Herausforderung, aber auch eine tolle Bereicherung.

Doch mit Frankreich verbinde ich noch mehr als die Zeit mit dem Vater vom midi-monsieur: Obwohl ich bewusst kein Französisch in der Schule wählte und lernte, führte mich meine erste Jugendfreizeit allein an Frankreichs Südwestküste. Das war 1991. Danach 1995 auf der Interrail-Tour, von der meine intensivsten Erinnerungen die aus Paris und Straßburg sind. 1996 verliebte mich sehr in einen äußerst frankophilen Pfälzer, als ich erstmals in den Cevennen war. Nicht genau Dort verbrachte ich zwei Jahre später den ersten Urlaub mit dem Mann, der mittlerweile mein Ex-Mann ist, und war von da an neun Jahre lang regelmäßig mit ihm dort. Jedes Jahr waren wir mindestens einmal im Languedoc. Eine wunderschöne Gegend, die ich immer und jederzeit empfehle und hoffentlich mal wieder sehen werde. Nach der Trennung fuhr ich 2007 erstmals allein ins Nachbarland. Inzwischen hatte ich etwas Französisch gelernt – mein Ex spricht so gut Franzsösisch, dass ich nie ernsthaft Bedarf und Ehrgeiz hatte, es zu lernen – und machte einen Roadtrip durch die Bretagne, die ich von da an bis 2013 (außer 2012) immer wieder sah.

Mal abgesehen von zwei Abholaufenthalten in Paris, war ich nun seit über zwei Jahren nicht mehr in Frankreich. Das fühlt sich komisch an. Als würde etwas fehlen. Und immer, wenn dieses Gefühl größer wird und mir dann auf instagram, in Blogs oder woanders Bilder aus Frankreich begegnen, dann wird mir schmerzlich bewusst, wie schön es dort ist und wieviele Erinnerungen ich mit Frankreich habe. Und dann ist sie groß, die Sehnsucht und ich vermisse die weiß-gekalkten Häuschen mit den blauen Fensterläden, diese besonderen Angelbuden am Meer, den Blick über die Causse du Larzac, Paddeln im L’Hérault und die scheinbar endlosen Weinfelder des Languedocs.

Ma France, il faut te revoir.**

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* Was ich vermisse
** Mein Frankreich, ich muss dich wiedersehen.

Ein Gedanke zu „Ce qui me manque*

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