Kleinkram

Der Urlaub mit meinen Eltern steht. Haus, Zugreise, Mietwagen sind gebucht und bezahlt. Ich habe eine google-map erstellt, in der ich Sehenswertes eingetragen/ -zeichnet habe. Dabei musste ich feststellen, dass ich vieles, was von unserem Haus binnen 1 Stunde erreichbar ist, schon kenne. Und irgendwie fühlt es sich ganz komisch an, auf die Karte zu gucken und dabei durchaus viele Ortsnamen zu lesen, durch oder in die ich schon (mehrfach) gefahren bin.

Am Wochenende steht Frankfurt vermutlich Kopf. Die Feierlichkeiten zu 25 Jahren Einheit finden hier statt (es ist ja sehr bezeichnet, dass die nicht in der Landeshauptstadt stattfinden – also bezeichnend für die Bedeutung unserer Landeshauptstadt). Der midi-monsieur und ich werden dem Wahnsinn nicht beiwohnen, sondern die Flucht gen Oma und Opa antreten.

Mit meinem Business-Plan bin ich immer noch nicht weiter und das ist sehrsehrsehr ärgerlich. Und ich weiß nicht, warum ich den Dreh nicht bekomme.

Der morgige Elternabend in der Schule fällt aus. Genauso wie schon seit drei Tagen der Hauptunterricht für den midi-monsieur. Ich bin ja mal gespannt, wie das wieder aufgefangen wird, wenn ich höre, wie weit die Parallelklassen schon sind.

Wenn das Wetter morgen gut ist und ich nicht vergesse, ein Foto zu machen, werde ich morgen hier auf dem Blog etwas verlosen.

Verlegenheitsstöckchen

Da ich bei Frau Novemberregen nur sechs „Nominierte“ entdecke, schnappe ich mir einfach mal ihr 11-Fragen-Stöckchen, weil ich heute so ideenlos bin.

1. Was haben Sie zuletzt gegessen? (Sorry, ich bin hungrig.)
Einen Riegel Ragusa.

2. War es das, worauf Sie auch so richtig Appetit hatten?
Ja, irgendwie schon. Mir war nach was Schokoladigem. Aber eigentlich hatte ich auch Lust auf Pommes. Und Nudeln. Irgendwie waren auf ig vorhin soviele Essensbilder und ich war nach den zwei Käsestullen irgendwie noch hungrig unbefriedigt, da ging der Appetit mit mir durch.

3. Wenn nein, wie kam es zu der Diskrepanz? Ersatzfrage für die, die gegessen haben, worauf Sie Appetit hatten: war es so gut wie erhofft?
Jein. Irgendwie hatte ich es nougatiger in Erinnerung. Vermutlich hat sie etwas Geschmack einbüßen müssen, weil sie wohl warm wurde. So sah es zumindest aus.

4. Welches Buch lesen Sie dieser Tage? (Falls Sie zig Bücher angefangen haben, beschränken Sie sich bitte auf eins.)
keins

5. Wie ist es? Ersatzfrage für die, die kein Buch lesen: warum nicht?
Ich habe zwar einen Stapel Bücher neben dem Bett liegen, aber irgendwie bin ich dann doch zu k.o. und gucke nur noch mal kurz ins Handy für Nachrichten, worüber ich dann einschlafe.

6. Was wollen Sie als nächstes mal ausprobieren?
Probieren ist vielleicht der falsche Ausdruck, aber ich spiele sehr ernsthaft mit einer Tattowierung. Stelle und Motiv stehen schon.

7. Wie sind Sie hier in diesem Blog gelandet?
Also, wenn ich das mal noch so nachvollziehen könnte. Ich vermute über Twitter.

8. Spielen Sie gern?
Hängt vom Spiel ab. Aber prinzipiell schon. Vor allen Dingen seit der midi-monsieur seine Liebe für Brettspiele entdeckt hat wieder.

9. Wenn ja, was? Ersatzfrage für die, die nicht gern spielen: Warum nicht?
Carcassonne steht derzeit hoch im Kurs

10. Wie viele Stunden schlafen sie im Schnitt pro Nacht?
Zu wenig. Und das ist komplett selbstverschuldet und ich muss den Dreh wieder bekommen. Denn eigentlich brauche ich schon so 8 Stunden pro Nacht. Da ich aber für und mit dem midi-monsieur aufstehe, habe ich meistens nur so zwischen 6 und 4 Stunden. Wenn’s ganz schlimm ist, dann muss ich mich nachdem das Kind los ist noch einmal hinlegen.

11. Haben Sie schonmal ernsthaft versucht, jemanden umzubringen? (Bitte keine Details, ich möchte nur eine Korrelation zwischen 10 und 11 herstellen).
Nein!

Ich hoffe, mir wird verziehen, wenn ich keinen nominiere und auch keine Fragen stelle. Sollte hier jemand mit Blog lesen, der dieses Stöckchen gerne hätte, denke ich mir 11 Fragen aus.

Viechzeug – ein Update

Ich will mich ja nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber vor 12 Tagen bekam ich eine Lebensmittelmotten-Pheromon-Falle an den Schrank gebappt. Fast panisch kontrollierte ich sie die ersten Tage mehrmals täglich. Aber sie blieb leer. Also entspannte ich mich und sie blieb weiterhin leer. Auch heute noch.

Und damit auch nichts anderes mehr durch die Küche fleucht, habe ich auch noch eine Drosphila-Falle aufgestellt. Joaah, die bleibt nicht leer. Aber dafür schwirrt weniger durch die Küche. Deutlich weniger. Das Wetter und die geänderte Biomüll-Entsorgungstaktik leisten sicherlich ihren Beitrag.

Nur die Spinnen, die dürfen weiterhin unter der Decke hocken und vermutlich verhungern.

Skurril

Schrieb ich doch letztens erst, wie sehr ich Frankreich vermisse und hatte auch schon angefangen zu überlegen, wie ich ein baldiges Wiedersehen arrangieren könnte, da telefonierte ich mit meiner Mutter. Und nachdem wir diverse Daten geklärt hatte, wann wer wo ist, kam von ihr die Idee auf, ob wir nicht in den Herbstferien zusammen nach Frankreich, genau in die Bretagne fahren wollen. Sie würde die Gegend gerne mal sehen, fände es aber gut mich als Sprachkundige mitzunehmen.

Wir haben uns auf ein Ferienhaus geeinigt, denn es ist nicht soo einfach mit meinen Eltern:

Ich guckte also nach Häusern mit 3 Schlafzimmern, schickte meiner Mutter Links, machte mir Gedanken zur Anreise, konferierte mit meiner Mutter über WhatsApp. Gestern abend war alles schon ziemlich konkret und als ich darüber dann mal kurz nachdachte, musste ich auf einmal lachen:

Wir haben den Aufenthalt so geplant, dass wir bis zum letzten Tag des midi-monsieurs dort sind und ihn dann praktischerweise mit zurücknehmen können. Da der KV offiziell bei seinen Eltern wohnt – zumindest, wenn der midi-monsieur bei ihm ist -, gehe ich davon aus, dass wir das Kind ebendort abholen werden. Was vermutlich dazu führen wird, dass sich seine und meine Eltern zum ersten Mal überhaupt sehen werden. Diese Vorstellung ist schon sehrsehrsehr skurill, weil da einfach Welten aufeinander prallen werden.

Ich freu mich einfach mal drauf.

Kleine Kinder, kleine Sorgen

.. größere Kinder, größere Sorgen.

Danach schaut es gerade sehr aus. Dabei läuft – objektiv betrachtet – alles gar nicht so schlecht. Der midi-monsieur drängt immer mehr in die Selbstständigkeit. Seit zwei Wochen geht er nun schon allein zu Schule und die letzten zwei Tage wollte er allein vom Hort nach Hause kommen. Und das klappt prima. Ich mache mit nur noch ganz wenige Sorgen.

Auch die Schule scheint nicht so dramatisch zu sein, zumindest was den Anspruch anbelangt – wenn man mal von dieses blöden Ausmalbildchen absieht. Die Hausaufgaben, die er im Hort erledigt, sehen gut aus. Und auch Hausaufgaben, die er mit mir macht, gehen ihm recht leicht von der Hand.

Und doch bahnte sich seit Tagen eine Krise an, die sich am Freitag mit aller Gewalt – leider auch wortwörtlich – entlud.

Ich hatte gehofft und es hatte auch den Anschein, dass die zwei Wochen vor den Ferien im Hort geholfen hätten, dass er sich dort wohl fühlt. Er ging immer gerne hin, freute sich drauf. Auch in den letzten Tagen, als die Abneigung zur Schule schon deutlich artikuliert wurde, hieß es immer, dass der Hort toll sei.

Als ich jedoch gestern im Hort anrief, um zu sagen, dass sie ihn schicken sollten, erzählte mir seine Erzieherin, dass der midi-monsieur ein anderes Hortkind gegen die Brust getreten habe. Öhäm… Mal abgesehen davon, dass das gar nicht geht, kenne ich mein Kind gut genug, dass ich weiß, dass ein solches Agieren nur passiert, wenn er hilflos überfordert ist.

Er war noch total in Rage, als er zu Hause ankam: Alles war Kacka-Scheiße. Schule sowieso. Hort nun auch. Er fühlte sich ungerecht behandelt. Und die Erzieher waren auch alle doof.

Es entlud sich alles. Er schimpfte und schmipfte. Und sprach dann irgendwann unter Tränen aus, wo der Schuh eigentlich drückt: Ihm ist das alles zu viel. Das neue Wissen, das nun in seinem Kopf sei, würde ihn ganz wuschig machen. Aber Buchstaben hätte er immer noch nicht gelernt. Im Hort wäre ihm das auch alles zu viel mit den ganzen neuen Kindern, er habe keinen Freund*. *schluck*

Er ließ sich in den Arm nehmen und weinte und schimpfte. Ich fühlte, dass er ruhiger wurde.

Doch dann schlug es um und ich schluckte hilflos: „Mama, ich bin schlecht. Ich bin nichts. Ich kann nichts. Ich mag mich nicht. Am besten wäre, wenn ich tot bin. Mama, ich will sterben.“

Es ist nicht das erste Mal, dass er so etwas Ähnliches äußert. Und es beunruhigt mich. Sehr! Und ich denke nicht, dass ich das weiter beobachten sollte, sondern dass ich mir bzw. uns Hilfe suchen muss.

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* Die Hort-Situation ist in der Tat etwas blöd: Denn außer ihm ist nur ein anderes Kind aus dem alten Kindergarten in die neue Einrichtung gewechselt und das war ausgerechnet der Junge, wegen dem er ja schon aus Frankfurt wegziehen wollte. Die anderen Kinder in seinem Alter waren größtenteils schon vorher in der Einrichtung und kennen sich untereinander.

Für mich soll’s …

… keine roten Rosen regnen. Denn die mag ich nur sehr dosiert. Und regnen muss es die bzw. Blumen überhaupt auch nicht.

Aber was ich gerne mag – besonders, wenn ich allein zu Hause arbeite -, sind hübsche Blumen in der Vase auf dem Tisch. In der Tulpensaison ebendiese. Zwischenduch auch mal ein Strauß bunte Rosen. Im Sommer eher keine, aber dann Sonnenblumen.

Heute lachten mich Lisianthi an. Kannte ich bislang gar nicht. Aber hübsch sind sie.

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Sie werden auch Japanrosen genannt.

Selbstorganisation

Das Bearbeiten und fristgerechte Abgeben meiner Aufträge klappt bislang ziemlich gut. Die Auftragslage ist gut, aber noch so überschaubar, dass ich gut planen kann und auch hier und da „brennende“ Aufträge übernehmen kann, die ich auch mal wortwörtlich über Nacht erledige.

Trotzdem bleibt mit meist noch genug vom Tag übrig, sodass ich mehr Zeit für dem midi-monsieur hätte, wenn er denn vor 17h00 vom Hort abgeholt werden möchte, und eigentlich und vor allen Dingen auch uneigentlich auch gaaaanz viel Zeit hätte, den Businessplan für mein zweites Standbein, mit dem ich eigentlich Januar/ Febuar 2016 starten möchte, schreiben könnte. Ich bin ja schon froh, dass eine Grundstruktur steht, aber ich muss da ein paar Sachen recherchieren, telefonieren, Dinge konkretisieren. Doch irgendwie bekomme ich keinen Drive rein.

Ich hoffe, mir hilft es, dass ich es hier mal aufschreibe und mir so „öffentlich“ Druck mache. Ansonsten dürft ihr mich gerne auch mal in den Hintern treten 🙂

 

Komischer Tag

Ich schlief schon mit Halsschmerzen ein. Der midi-monsieur ging heute nicht in de Schule, weil er sowas wie krank war. Zumindest hätte er krank werden können, so wie es den Anschein auf dem Schulweg hatte und weswegen er zurückkam.

So verbrachten wir einen Tag zusammen, der nicht zusammen geplant war und dementspechend ausfiel. Ich, die angezählt eigentlich ihre Ruhe wollte, ein Kind, das doch – zum Glück – nicht richtig krank war und so immer unausgeglichener wurde.

Es endete damit, dass der midi-monsieur zwar um 20h45 im Bett lag, aber um 22h30 immer noch nicht schlief und bis dahin auch dreimal den Weg vom Zimmer ins Wohnzimmer suchte („Mein Körper ist noch nicht müde.“ „Das Hörspiel ist zu laut.“ „Ich brauche Mama-Wärme.“), sodass ich dann noch 30 Minuten in seinem Zimmer saß.

Lustiges Highlight war heute, als um kurz vor Mittag auf einmal sechs kleine Mädchen Mitschülerinnen des midi-monsieurs in Begleitung eines Hort-Erziehers vor der Tür standen, um einen (!) Hausaufgabenzettel abzugeben.

Ach, jetzt muss ich noch schnell die erste Entschuldigung seit den gefälschten für mein Kind schreiben.

Ghostbuster

Gestern saßen der midi-monsieur, die mitbewohnende Freundin und ich nach dem schönen Ausflug am Tisch beim Essen – auf Wunsch des Kindes gab es Brathähnchen und Möhren und auf meinen Wunsch hin dazu Reis und Erbsen.

Der midi-monsieur saß an seinem angestammten Platz. Und als wir gerade anfangen wollten zu essen, ertönte ein merkwürdiges Geräusch. Es rauschte und zischte. Aber irgendwie leise und nicht aus der unmittelbaren Umgebung. Ich hatte die Wand hinter dem midi-monsieur in Verdacht, denn immerhin verlaufen dort die Wasserleitungen von den Badezimmerarmaturen. Die Freundin verdächtigte die Wasserflasche und das Kind den Reistopf, denn schließlich ist Reis ja des Teufels und er wollte ja keinen und überhaupt. Das Geräusch verschwand.

Wir begannen zu essen. Der midi-monsieur zu reden. Da kam das Geräusch wieder. Komisch. Es war nicht zu verorten und ich sah dem midi-monsieur an, dass er es sehr komisch fand. Er guckte sich um und vergaß ganz, in sein sein Hähnchenbein zu beißen. Das Geräusch verschwand.

Wir guckten uns an und dann fing die Freundin an, von komischen Geräuschen in Berlin zu erzählen. Das Kind stieg mit ein und überlegte sich zusammen mit ihr, woher das Geräusch wohl damals in Berlin gekommen sei. Und weil das wohl noch nicht unheimlich genug war, packte sie noch eine Geschichte aus Südamerika aus. Sie schmückte es etwas aus. Und das Kind guckte sich um. Ich sah ihm an, dass ihm nicht wohl war. Gar nicht wohl. Er aß nichts. Er rutschte immer näher an meinen Platz auf der Kopfseite des Tisches heran. Und noch näher. Ob er den Platz mit mir tauschen wolle, fragte ich ihn. Er nickte dankbar. Aber danach überspielte er seine Angst noch ganz gut und spann die Geschichte weiter. Sprach von Monstern in Höhlen, die mit dem Geräusch Menschen anlockten – oder halt wahnsinnig machten. Doch dann kam das Geräusch wieder.

Ich stand auf und wollte ins Bad und nach den Wasserhähnen schauen. Womöglich nicht ganz zu. Oder auf heiß gestellt. Die Warmwasser-Versorgung im Haus ist etwas eigenwillig. Dem midi-monsieur war mittlerweile ziemlich gruselig und er wollte nicht allein am Tisch bleiben. Er folgte mir. Wir ließen etwas Wasser laufen, drehten auf kalt, gingen wieder zurück an den Tisch und aßen tatsächlich ein bisschen. Dem midi-monsieur war es allerdings jetzt so unheimlich, dass er auf meinem Schoß saß. Ich konnte spüren, wie sehr ihm das Herz mittlerweile in die Hose gerutscht war.

Das Geräusch kam nicht noch einmal wieder. Aber das beruhigte ihn nicht. Der Grusel saß ihm im Nacken. Er wollte nicht allein ins Bad und auch nicht allein den Pyjama holen. Also war klar, dass allein schlafen schon mal gar nicht ging und er war sehrsehr dankbar, als ich ihm anbot, die Nacht in meinem Bett schlafen zu dürfen und auch solange bei ihm zu bleiben, bis er eingeschlafen war.

Heute war das Geräusch nicht noch einmal zu hören. (Und ich hoffe, dass ich das Bett für mich haben werde.)