Blogger für Flüchtlinge

BFF_1508_HeaderBFF1Manchmal habe ich so blöde Gedanken, wie zum Beispiel den zur Aktion #BloggerFuerFluechtlinge: Es ist nun schon ein paar Tage her, dass ich den Aufruf dazu bei Nutriculinary las und viele Blogs, die ich lese, haben sich dessen angenommen. Mit tollen Beiträgen. Und da kam mir der Gedanke: Was kann ich denn noch dazu beitragen, es ist doch schon alles gesagt und irgendwie.
Ja, und irgendwie ist das ziemlich blöd, denn auch wenn ich glaube und hoffe, dass viele meiner Leser schon von dieser Aktion gehört bzw. gelesen habe, heißt das ja nicht, dass ich die zwei, drei, die gerade im Urlaub sind, nicht auch noch informieren sollte. Worum es bei der Aktion geht, klaue ich einfach mal da, wo ich zuerst davon las:

#BloggerfuerFluechtlinge soll daran erinnern, dass wir was tun können und sollten, jeder von uns. Am allereinfachsten und größtmöglich hilfreich ist es, Geld zu spenden. Das geht vom Sofa aus und jeder Betrag zählt, für Menschen denen es nicht nur an so grundlegenden Dingen wie Schuhen und Unterwäsche mangelt. Die Zustände im Landesamts für Soziales und Gesundheit (LaGeSo) in der Moabiter Turmstraße in Berlin sind besonders prekär, seit Wochen kommen täglich hunderte Kriegsflüchtlinge dort an.

Mit #BloggerfuerFluechtlinge sammeln wir Gelder für den Verein Moabit hilft, denn die Helfen wirklich, direkt und vor Ort. Informationen dazu und die Möglichkeit direkt via betterplace. org zu spenden, finden sich hier:

https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/bloggerfuerfluechtlingei

Aber eben auch: Nutzt den Hashtag #BloggerfuerFluechtlinge, sprecht und schreibt über die Flüchtlingssituation, weist auf Spendenaktionen hin und erzählt darüber hinaus von Eurem Engagement, Euren Aktionen und Ideen, bloggt, vloggt, podcastet und verbreitet die Notwendigkeiten.

Viele Menschen helfen schon, überall in Deutschland mit Sach- und Geldspenden, als freiwillige Helfer, im Kleinen wie im Großen. Tatkräftige Hilfe und eine echte Willkommenskultur,werden nicht nur dieser Tage, sondern noch lange eine Notwendigkeit sein. Erzählt Eure Geschichten, ruft auf zum Mitmachen, motiviert – tut Gutes und sprecht darüber – gegend die Sprachlosigkeit der Regierung und damit die Dumpfen und Schlichten nicht die Lautesten bleiben in diesem Land.

Die tolle Bea hat dazu das Logo/ Banner am Anfang des Artikels entwickelt, das sie „allen“ zur Verfügung stellt.

Ich habe ja schon hier ein bisschen von meinem Problem mit der Flüchtlingshilfe geschrieben. Es hat mir ja keine Ruhe gelassen. Also habe ich noch weiter recherchiert. Besonders viel habe ich nicht gefunden außer das, was im „Nachtrag“ steht. Aber der Kommentar zu dem Blog-Post hilft mir weiter: Gießen oder Darmstadt sind zwar nicht ums Eck, aber wenn die Sachspenden nehmen, würde ich den Weg auf mich nehmen.

Vermutlich wird es Darmstadt, denn ich fand endlich eine brauchbare Info:
Die Flüchtlingshilfe Darmstadt nimmt sehr gerne Spenden an. Die Annahmestelle befindet sich in der Niersteiner Str. ganz zentral und beschildert. Es ist von Mo – Fr zwischen 09:00 und 18:00 Uhr Annahme. Komplett alles wird genommen, außer Elektrogeräte und Lebensmittel.

Ich habe einfach viel zu viele Sachen, die NICHT angezogen oder genutzt werden. Da es finanziell bei mir gerade etwas unsicher ist, fällt es mir einfach viel leichter Zeug zu spenden, das noch gut ist, aber bei mir nur Platz wegnimmt. Ich würde gerne mehr tun, weiß aber, dass ich mit meinem Tageskontingent (24 Stunden, wer hätte es gedacht) auch haushalten muss, aber ich werde mich mal an den einen oder anderen Kontakt, der auf dem Integrations- und Diversitätsportal der Stadt Frankfurt am Main genannt wird, wenden und nachfragen.

Ansonsten möchte ich noch einen Gedanken weitergeben, der schon auf 140 Zeichen bei einer Twitter-Diskussion gepresst wurde:

Wer nicht offen gegen die Flüchtlinge ist, sondern in die Katergorie „Ich bin kein Nazi nicht gegen Flüchtlinge, aber …“ fällt, bemüht gerne so stammtischige wie unkorrekte Argumente, die vor allem in Richtung gehen, dass es in Deutschland ja auch genug Leuten schlecht ginge und man erst denen helfen sollte. Mir fällt dazu nicht viel ein, weil das einfach doof und vielleicht auch wieder so „typisch deutsch“ ist? Leid gegen Leid ausspielen?! Leute kommt mal klar!
Ja, es ist menschlich, das Leid in der eigenen Nähe stärker zu empfinden, und für uns alle, die wir eine Wohnung, (mehr als ausreichend) Klamotten, Spielzeug (im Überfluss) und vor allen Dingen genzenlose Freiheit haben, ist das Leid derer, die auf unvorstellbaren Wegen und unter kaum tragbaren Bedingungen zu uns kommen, sehr abstrakt. Ich kann es mir, wie wohl viele andere auch, nicht wirklich vorstellen. Doch wir sind Menschen und können mitfühlen und wir können uns überlegen, wie wir in einem fremden Land empfangen werden möchten.
Und bei den Leid-Aufwiegern bezweifele ich auch ganz stark, dass sie sich auch nur ansatzweise um diejenigen kümmern, die in ihren Augen einen angeblichen Vorrang in der Hilfskette haben.

Ich habe aber auch ein Problem mit dem vermeintlichen Gegenargument, dass ein Land, das Geld für Elbphilharmonien, Hauptstadtflughäfen und unterirdische Bahnhöfe verschwenden ausgeben kann, sich auch Flüchtlingshilfe leisten können muss.

Es gäbe aber nicht mehr Geld für Flüchtlinge, nur weil man bei der Elbphilharmonie das Dach weggelassen hätte, man am BER auf eine Landebahn verzichten würde oder wenn in Stuttgart die Tunnelröhre nicht ausgekleidet würde.

Umgekehrt wird keinem auch nur ein Cent in der Tasche fehlen, weil Deutschland Flüchtlingshilfe finanziert. Ich zahle nicht mehr Steuern. Im Gegenteil (auch wenn es minimal wirkt): Aktuell bekomme ich durch Erhöhung von Kindergeld und Unterhaltsvorschuss sogar mehr Geld vom Staat.

Und wenn die Idioten in Heidenau, Freital und wo sie alle rumspuken, mal an sich halten würden, dann wären auch nicht so viele Polizisten und Beamten (und damit auch Gelder!) unnötig gebunden, sondern könnten dazu beitragen, dass den Flüchtlingen schnell(er) geholfen wird.

Mal angesehen davon, dass gerade beim LaGeSo vieles schief gelaufen ist, finde ich es richtig, dass Flüchtlingshilfe nicht nur Staatsaufgabe ist, sondern dass auch WIR – jeder in seinem Rahmen – helfen: Sach- oder Geldspenden, ehrenamtliche Unterstützung vor Ort, Patenschaften, Unterkünfte bereitstellen.

Das ist ein erster Schritt zur Integration.
Die, die kommen (müssen), willkommen heißen.
Ein Zeichen setzen:

Wir sind Menschen – Mitmenschen. Wir bekommen das GEMEINSAM schon hin.

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