Vermittlung

Wir komischen PR’ler haben es schwer. So richtig fassen können uns die wenigsten, die nicht mal mit uns Kontakt hatten. Für die meisten machen wir irgendwas mit Werbung oder Markteting oder sonst irgendwas Unbrauchbarem und sind letztlich überbezahlt, wie so ziemlich jede/r, die/der irgendwas mit Beratung macht.

Ja und ich gebe es zu, dass es mir in der letzten Zeit auch immer wieder der Mehrwert meiner Arbeit gefehlt hat. Aber eigentlich mag ich meinen Job – so, wie ich ihn mal angefangen habe. Dahin will ich ja jetzt wieder zurück.

Nun bin ich ja seit 1.8. offiziell arbeitslos und damit auch arbeitssuchend. Und auch wenn ich schon ein bisschen freelancen kann, kam ich natürlich nicht um das Beratungsgespräch beim Arbeitsamt rum. Und so saß ich vor Kurzem meiner Beraterin gegenüber und erklärte ihr, was ich so gemacht habe, was ich derzeit als Freelancer machen werde und erzählte ihr auch von meiner Idee. Die fand sie wohl ganz gut, denn ich bekam einen Gutschein für ein Existenzgründer-Coaching.

Wir erstellten aber auch meinen Lebenslauf/ Profil für die Jobbörde der Bundesagentur. Und da stellte sich mal wieder raus, dass das mit der PR beim Arbeitsamt nicht sooo ausgereift ist. Die Allgemeinplätze der PR konnten gerade so abgefragt werden, aber eine Spezialisierung ist nicht vorgesehen. Die ist aber, gerade wenn man schon ein paar Arbeitsjahre hinter sich hat, ziemlich wichtig. Denn über die Jahre baut man sich ein fachspezifisches Netzwerk auf. Kennt die relevanten Journalisten als auch Medien und auch die Fallstricke sowie Besonderheiten des eigenen Bereichs. In meinem Fall ist das HealthCare und mir sagen berufsbedingt Dinge wie AMNOG, HWG, BfArM, CHMP, FDA, EMA und so weiter was. Dafür habe ich von anderen Bereich wie z.B. Finanz-Kommunikation NULL Ahnung.

Darauf wies ich meine Beraterin am Ende der Lebenslauferstellung hin. Es fand sich aber im bunten Drop-Down-Menü der Online-Jobbörse kein Auswahlfeld, das dieses Problem hätte lösen können und so entließ sie mich mit der Bitte, ich solle doch mein spezifisches Jobprofil selbst schreiben und unter Jobsuche ablegen. Was ich noch am gleichen Abend tat.

Nun erhielt ich Post. Mit einem Vermittlungsvorschlag. Für eine PR-Berater-Position. Im näheren Umkreis von Frankfurt. Tja und damit war es das dann auch schon mit den Übereinstimmungen. Denn

  1. die PR-Agentur ist auf Luxus-Reisen spezialisiert.*
  2. der Job erfordert regelmäßige Reisetätigkeit – also mehrtägige für Pressereisen.**
  3. die Tür-zuTür-Entfernung mit dem ÖPNV beträgt im günstigsten Fall 1,5 Stunden.***

Jetzt bin ich mal gespannt, was als nächstes kommt.

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* Das wäre in etwa so, als würde man einem langjährigen HNO eine Kardiologen-Stelle vorschlagen.
** Kann und will ich als Alleinerziehende nicht machen. Mein Status ist auch bekannt.
*** Auch das ist nur schwerlich zu akzeptieren und als Alleinerziehende eigentlich gar nicht.

3 Gedanken zu „Vermittlung

  1. Das ist nicht nur in Bezug auf die Jobsuche unangenehm, sondern auch insofern, dass man diesen „Vorschlägen“ nachkommen und sich bewerben muss, um den Anspruch auf das über Jahre erarbeitete Arbeitslosengeld nicht zu verlieren. Gerade für Spezialisten ist das manchmal lästig (obwohl, man weiß ja nie, ob man darüber nicht doch jemand Spannendes mit Beziehungen in der eigenen Branche kennenlernt).
    Mit Erziehungsaufgaben lassen sich beim AA als Vorgabe sehr kurze Arbeitswege-Zeiten rechtfertigen. Das reduziert die Anzahl der Vorschläge – auch wenn man selbst für die richtige Aufgabe viel weiter fahren würde. Man kann trotzdem online das gesamte „Angebot“ der AA durchsuchen (und einen Suchrobot einstellen).Nach Aussage „meines“ AA-Mitarbeiters werden „Vorschläge“ auch nur aus diesem Pool erstellt. Man übersieht also nichts, muss aber weniger sinnlose Bewerbungen senden.
    Viel Erfolg bei Suche und Kundenwerbung!

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