Schwere Beine

Die hyperaktive Freundin hatte mal wieder wegen einer gemeinsamen Aktivität gefragt. Irgendwie lässt sie sich auch nach gemeinsamem Radeln und Urlaub nicht davon abbringen.

Diesmal wollte sie zur Vorbereitung auf ihren Norwegen-Wanderurlaub mit uns wandern. Im Taunus. Dahin, wo sie eigentlich herkommt.

Das Schöne an Frankfurt ist ja, dass man mit der Straßenbahn nicht nur bis in den Stadtwald reinfahren kann, sondern auch mit der U-Bahn in den Taunus kommt. Und so war ihr Plan, von der Hohemark über den Großen Feldberg bis in den tiefsten Hintertaunus zu wandern. Und wieder zurück. Also sie. Denn für mich war klar, dass der mini-monsieur (und auch ich) nicht über 20 km wandern können. Aber auch aus dem Hintertaunus kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln wieder raus. Zum Glück.

Laut ihrer Planung würde die gesamte Tour „nur“ 4-5 Stunden dauern. Hmmm. Trotzdem entschieden wir uns, dass wir um 10h00 an der Hohemark starten wollte. Das ging auch trotz wenig Schlaf, weil sooo heiß gestern in Ffm, und Schienenersatzverkehr ab irgendwo mitten auf dem Feld gut auf.

Die Wege im Taunus sind bestens ausgebaut und auch gut beschattet, sodass es recht angenehm zu laufen war.

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Es waren außer uns nur wenig andere unterwegs und somit war es eigentlich recht ruhig. Zumindest wenn man von dem kleinen Disput zwischen dem mini-monsieur und mir bei Kilometer 0,7 absieht, weil er sich von mir nicht zeigen lassen wollte, wie er mit den Walking-Stöcken umgehen sollte, ich aber seine Technik als Gefahr für ihn und die Mitwanderer ansah, worauf ALLES doof war und sowieso nur die Erwachsenen Spaß haben. Da habe ich mein Kind bei der Hand genommen und bin umgedreht. Für fünf Meter. Dann konnten wir uns darauf einigen, dass er nur einen Stock benutzt und ich den anderen.

Bis zum Großen Feldberg geht es logischerweise erstmal „nur“ bergauf. Aber zum Glück waren wir 5 Erwachsene und so wurde der mini-monsieur reihum motiviert, an die Hand genommen oder unterhalten. Sogar kurzfristig getragen.

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Wir machten – wie sich das gehört – am Fuchstanz Rast. Es gab leckeren Kuchen und Getränke. Und Wespen.

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Da waren aber auch schon gut 7 Kilometer Aufstieg geschafft und zum höchsten Berg des Taunus brauchten wir nur noch zwei. Die gingen auch recht gut dank Himbeeren rechts und links, einem viiiel tollerem Weg als dem Hauptweg aka Singeltrail für die Mountainbiker (und ich sah die ganze Zeit einen wilden Downhiller in uns reinrasen) und auch der Stärkung durch sehr zuckerhaltige Limonade.

Fast oben angekommen sahen wir Frankfurt ganz miniklein hinterm Altkönig.

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Und dann standen wir auch schon oben vor dem renovierten Fermeldeturm.

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Wir gönnten uns ein Eis, stiegen auf den Aussichtsturm, kletterten auf den Brunhildisfelsen und machten uns dann wieder an den Abstieg bzw. dem von der Freundin auserkorenem Ziel sechs Kilometer tiefer in den Hintertaunus rein.

Ich bin eh keine so begeisterte Bergabsteiger bzw. -geherin. Und unser Weg war zwischendurch ziemlich steil, nicht erkennbar oder einfach unwegsam, sodass mir mit jedem Meter bergab die Beine mehr und mehr weh taten. Meine Laune war da kurzweilig eher suboptimal. Und die vom mini-monsieur auch, der sichtlich k.o. war. Auf seinen Wunsch hin machten wir auch eine letzte Rast etwa 800 Meter vor unserem Ziel.
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Dort verabschiedet wir uns nach 6 Stunden gemeinsamem Wandern von der aktiven Freundin und ihrem Freund, die wieder zurück zum Start wandern wollten und der mitbewohnenden Freundin, die in genau dem Dorf heute zur Hochzeit eingeladen war.

Der mini-monsieur, die befreundet Kollegin der aktiven Freundin und ich legten von dort noch einen Kilometer zurück bis zur nächsten Bushaltestelle und fuhren mit ziemlich schweren Beinen nach Hause.

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3 Gedanken zu „Schwere Beine

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