Hitzefrei

Heute morgen war es noch recht kühl und ich haderte kurz, ob das ärmellose Shirt für den mini-monsieur ausreichen würde für den Tag im Wald.

Auch die Bahn in die Landeshauptstadt war gut klimatisiert. Ebendort war es auf dem kurzen Weg zwischen Bahnhof und Agentur sogar frisch. Und das „neue“ Büro empfing mich gut temperiert.

Angenehm. Gut auszuhalten. Kreislauf da, wo er hingehört.

Doch als ich um 15h00 auf dem Weg nach Hause einen Schritt vor die Tür machte, stand ich vor einer Hitzewand. Die Bewegungen wurden langsamer und der Laptop wurde immer schwerer auf den eigentlich kurzen 400 Metern.

In der Bahn dann wieder kühl und auch am Bahnhof, an der U-Bahn-Haltestelle und in der U-Bahn selbst, sodass ich beschloss, einen kurzen Abstecher auf den Markt zu machen, damit wir fürs morgige hessische Dinner bei uns alles da hätten.

Die Hitze, die mich oberirdisch erwartete, ließ mich eine schnelle, effektive Runde drehen. Allerdings auch schon nicht mehr klar denken, denn so schleppte ich neben dem Laptop (ungünstig im Messenger-Bag) 2,5 kg Kartoffeln (nötig), ein Päckchen Grie Soß (nötig und fällt nicht ins Gewicht), eine Ahle Worscht (ungeplant, aber tragbar) und einen 2,7-Liter-Kanister (ungeplant und ziemlich schwer und unhandlich) mit Stöffche aka Äppler aka Apfelwein in die Bahn und von dort durch die Hitze zum Hort, um den mini-monsieur abzuholen.

Mein Kind war vom Tag im Wald ziemlich k.o., sodass er nur nach Hause schlich. Das langsame Gehtempo und zudem die Sonne, die uns direkt auf den Kopf schien – ausweichen war nicht möglich, da kein Schatten aufgrund des Sonnenstands -, ließen meine Last immer schwerer werden. Ich spürte, wie mein Kreislauf immer mehr in die Beine sackte und mein Hunger deutlich dazu beitrug, dass ich immer unleidlicher wurde auf den 450 Metern vom Hort zu uns.

Zu Hause empfing uns eine kühle Wohnung (Rolläden unten den ganzen Tag) und ich verstaute nur schnell die zu kühlenden Sachen, suchte mir was zu essen und begab mich auf die Couch. Während der mini-monsieur duschte, musste ich die Füße hochlegen. Als er fertig war, legten wir uns zusammen aufs Sofa und ich schlief ein.

Als das Kind sein abendliches kika-Programm schauen wollte, ging ich auf den Balkon, um die Wäsche aufzuhängen. Ich merkte sofort, wie mir durch die Hitze der Kreislauf in die Beine rutschte. Nach getaner Arbeit legte ich wieder Füße hoch.

Da sich der mini-monsieur wünschte, mit mir zu kuscheln, als es Zeit war für ihn ins Bett zu gehen, kletterte ich mit in sein Hochbett. Ich war immer noch so fertig, dass ich vor dem mini-monsieur einschlief. Nach einer halben Stunde wachte ich auf und wankte wieder Richtung Sofa. Ich konnte nicht mehr klar denken, sonst hätte ich mich ja bettfertig gemacht und wäre schlafen gegangen. Stattdessen schlief ich auf dem Sofa ein. Wo mich dann zu vorgerückter Stunde die mitbewohnende Freundin fand.

Ich will nicht übers Wetter jammern und ich mag diese trockene Hitze tatsächlich. ABER ab über 28° C macht mir die Hitze wirklich schwer körperlich zu schaffen, sodass ich gerade sehr froh bin, alles in meinem Tempo und nach meinem Ermessen machen zu können (und dass sich die Wohnung nicht so sehr aufheizt, wenn tagsüber Rolläden und Fenster zu sind).

3 Gedanken zu „Hitzefrei

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