Vertragsunterzeichnung und Krötenwanderung

Der mini-monsieur und ich haben so ein paar Themen miteinander, bei denen wir immer häufiger aneinander geraten. Und als ich letztens diesen interessanten Artikel las, fing ich an darüber nachzudenken, ob das nicht wenigstens einen Versuch wert wäre, unsere Diskussionen zu entzerren. Und nachdem mir gestern so dermaßen der Kragen geplatzt ist, dass ich immer noch ziemlich zerknirscht bin, hatte ich dann abends beschlossen, dass wir nun mal endlich so ein Belohnungs-Token-Was-auch-immer-System einführen müssen. Wir besprachen zusammen, was es zu erfüllen gibt und was es für eine Belohnung gibt. Und damit das Ganze auch etwas offizieller wirkt und wir ja auch die Regeln irgendwie fixieren wollten, malten wir zusammen unseren „Lego-Vertrag“, den wir auch beide unterschrieben. Wir sind uns also „ab sofort“ darüber einig, dass

  • nach dem Toilettengang gespült wird, die Hände gewaschen werden und das Licht im Bad (innenliegend ohne Fenster) ausgemacht wird
  • das Essen vom Teller ohne Umweg im Mund landet und dabei vor allen Dingen Gabel (und Messer) eingesetzt werden – und NICHT die Finger
  • Anziehen am Morgen und am Abend mehr oder weniger in dem Moment ausgeführt wird, wenn ich dazu auffordere.

wpid-2015-05-31-20.33.50.jpg.jpegDie Regeln sind, dass er in den drei definierten Bereichen in der 1. Phase jeweils 20 Haken (wollte der mini-monsieur) sammeln kann. Wenn das 20er-Feld voll ist, bekommt er 20 Legosteine. Je nachdem, wie gut sich dadurch die „Probleme“ schon gelöst haben, werden in Phase 2 ganze Tage belohnt oder bei „Fehlverhalten“ Haken und damit letztlich Legosteine abgezogen. Das werde ich mir überlegen, wenn es soweit ist.

Mein Wunsch und meine Hoffnung ist, dass sich dadurch diese drei Punkte positiv verselbstständigen und sie einfach kein deutlich geringeres Konfliktpotential bergen.

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Diese Radtourgeschichte ist immer noch nicht geklärt. Die „Gegenseite“ scheint eine sehr krude Sicht auf den Hergang zu haben und sich sehr im Recht fühlen. Mich hingegen hat die Geschichte so genervt, dass ich nach zwei Wochen Schweigen eine Karte geschrieben habe, mit der ich mitgeteilt habe, dass ich das Verhalten nicht verstünde und eine Erklärung erwarten würde. Aber irgendwie wirkt diese Kröte, als wäre sie nicht nur einmal überfahren worden, sondern als wäre noch einmal jemand im Rückwärtsgang drübergefahren.
In zwei Wochen heiratet das Paar. Und wenn bis dahin die Situation nicht geklärt ist, werde ich nicht hingehen und gut Wetter machen, während sich alles in mir dagegen streubt.

Und weil gerade Krötenwanderzeit in meinem Leben zu sein scheint, habe ich auch noch eine familiäre Kröte. Vielleicht liegt es an mir. Vielleicht bin ich doch adoptiert oder vom Mars oder sonst irgendwie in diese Familie geraten. Auf jeden Fall kann ich gerade mit bestimmten Verhaltensweisen nicht gut umgehen bzw. mir ist meine Zeit und Energie zu schade, wenn ich das Gefühl habe, dass nicht wirklich was zurückkommt.

Zu einer kleinen Baby-Kröte ist die Riesen-Kröte der letzten Monate der Kindesvater mutiert. Wenn es nicht immer wieder unnötige Energie absorbieren würde, könnte ich darüber mittlerweile sehr lachen. Aber noch beschränke ich mich aufs Kopfschütteln.

2 Gedanken zu „Vertragsunterzeichnung und Krötenwanderung

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