Worauf warten?!

Ich und mein Bauch hatten mal ein ziemlich gutes Verhältnis. Wenn ich mich auf was verlassen konnte, dann auf mein Bauchgefühl. Das führte nicht selten zu Aktionen, die nach „mit dem Kopf durch die Wand“ aussahen – zumindest für Außenstehende. Aber diese Entscheidungen und Aktionen aus dem Bauch heraus sind die, die ich nie bereut habe und die mich immer am weitesten gebracht haben.

Doch irgendwann habe ich aufgehört wirklich auf meinen Bauch zu hören. „Ja, aber“, sagte der Kopf oder: „Das gehört sich so.“ An einigen Stellen habe ich mich von allem Möglichen leiten lassen – nur nicht von mir selbst.

Ich will jetzt auch nicht über die Vergangenheit klagen, denn ich kann sie ja nicht ändern. Aber ich muss mir überlegen, was ich daraus für mich jetzt ziehen kann. Zumal mein Bauch gerade mit mir spricht. Naja, er schreit mich eher an – und zwar zu mehreren Themen:

Wohnung: Die Wohnung, in der wir wohnen ist toll. Sie ist groß, hat einen tollen Balkon, liegt gut. Sie ist für ihre Größe zwar nicht zu teuer, aber sie ist zu teuer für mich. Aber direkt nach der Trennung wollte ich den mini-monsieur nicht noch weiter belasten wollte. Außerdem war es praktisch, dass die Kita direkt nebenan ist. Und es hing ja auch in der Schwebe, ob wir uns wegen der Grundschule nicht doch noch stadtteiltechnisch umorientieren müssten/ sollten.
Aber nun habe ich keine „Ausreden“ mehr – außer, dass ich eigentlich kein Geld für einen Umzug habe – und habe mich bei DER örtlichen Wohnungsbaugesellschaft angemeldet. Und einen Suchagenten habe ich auch eingerichtet.

Job: Hier dreht sich mein Magen regelmäßig um. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich mich da, wo ich jetzt arbeite, nicht wohl fühle. Aber dieses Agenturleben ist nichts mehr für mich. Aber irgendwie habe ich mich in den letzten Jahren dann doch von Agentur zu Agentur gehangelt – ein bisschen aus Ermangelung an Alternativen zum anderen aus ökonomischem Druck heraus.
Ich hätte wirklich gerne einen Teilzeitjob. So 30-35 Stunden pro Woche fände ich super. Weil mir das einfach etwas mehr Flexibilität böte. Auch möchte ich nicht mehr von Kunden abhängig sein. Und vor allen Dingen möchte ich auch mal wieder für etwas arbeiten, dass nicht nur etwas verkaufen will, sondern auch irgendwie was Gutes tun will.
Und ich möchte mich um meine Idee kümmern.

Äußeres: Ich fühle mich angepasst wie noch nie. Und in mir drin wütet aber mein Punk. Ich hasse hochhackige Schuhe. Ich hasse Kostümchen und Hosenanzüge. Und Blusen, die über meine Oberweite gehen, gibt es eh nicht. Ich will mal wieder die Haare bunt. Und das werde ich auch bald machen.

Sport: Nicht nur mein Bauch, sondern jede Faser meines Körpers verlangt nach Ertüchtigung. Schwimmen wäre toll und Yoga. Doch gerade bin ich mal wieder krank. Ich bin ja schon froh, dass ich zur Arbeit 5 km hin und 5 km zurück zur Arbeit fahren kann. Aber die 10 Kilometer reichen nicht. Aber ich muss irgendeine Möglichkeit finden.

Kopf: Mein Geist braucht eine Herausforderung. Jetzt nochmal studieren muss nicht sein, aber irgendwas muss ich machen. Vielleicht eigne ich mir noch eine Sprache im Selbststudium an. Vielleicht eine skandinavische Sprache? Dänisch und Schwedisch sind mir gefühlt näher. Aber irgendwer meinte mal, dass man mit Norwegisch in ganz Sknadinavien am besten durchkommt. Oder Niederländisch?

Wie heißt es: Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Und ich bin froh, dass ich auch schon ein paar Schritte weiter bin. Aber ich habe noch Weg vor mir. Doch warten kommt nicht mehr infrage. Worauf auch? Es wird keiner für mich tun.

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