Die Jugend von heute

Als letztens die Kita Konzeptionstage hatte, hatte ich einen ganzen Tag mit dem mini-monsieur. Da passierte was Seltenens: Ich war mit meinem Kind auf dem Spielplatz. Und nachdem sein Kindegartenkumpel gegangen war, wollte der mini-monsieur noch ein bisschen mit nem Ball spielen.

Wir kicken ein wenig, doch mein Schuhwerk ist nicht optimal. Außerdem sind da noch zwei „große Jungs“, sicherlich so 16-17-18 Jahre alt, die in der anderen Ecke des Sportfeldes mit einem Basketball am Korb zugange sind. Immer wieder schielt mein Kind zu den Großen und meint irgendwann: „Ich frag‘ jetzt die Großen, ob ich mitspielen darf.“ Spricht’s und geht. Ich folge ihm mit dem erforderlichen Abstand.

Ohne Scheu (und dafür bewundere ich mein Kind wirklich) stellt er sich zu den beiden Jungs und fragt sie, ob er mitspielen könne. Ich beobachte die Szene und fürchte, dass er sich eine Abfuhr einholt. Erwartungsfroh guckt er die zwei an, die ihn darauf mustern. Erleichtert nehme ich zur Kenntnis, dass es nicht abschätzig ist. Sie grinsen den mini-monsieur freundlich an und sagen: „Wir sind gerade mitten in einem Spiel. Aber wenn wir fertig sind, kannst du mitspielen.“ Nein, sie wollen ihn nicht abwimmeln. Aufmerksam beobachtet mein Kind die beiden, wie sie mit dem Ball umgehen.

Als sie fertig sind, darf er mitspielen. Sie erklären ihm geduldig die Regeln, lassen ihn ein paar Probewürfe machen, geben ihm ein paar Tipps für seine Wurftechnik. Man sieht, dass sie ihn respektieren. Der mini-monsieur spürt das auch. Er hört zu, hampelt nicht rum, ist konzentriert bei der Sache. Sie spielen zusammen und der mini-monsieur macht seine Sache gut. Er erntet nicht nur einen anerkennenden Blick.

Dann müssen wir gehen. Das Kind ist stolz und glücklich. Und ich bin begeistert über diese erfreulichen Beispiele der heutigen Jugend. Ist doch nicht alles schlecht. Und mir schießt durch den Kopf: „So einen Jugendlichen hätte ich auch gerne – so in zehn Jahren. Hoffentlich bewahrt sich der mini-monsieur solch positiven Erfahrung und gibt sie später weiter.“

Ein Gedanke zu „Die Jugend von heute

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