Erste Hilfe

Mein letzter Erste-Hilfe-Kurs ist so lang her wie bei den Meisten: seit dem Führerschein. Immer wieder habe ich darüber nachgedacht, das mal wieder aufzufrischen. Als letztens in der Gruppe, zu der auch unsere Agentur gehört, gefragt wurde, wer Ersthelfer sein wolle, habe ich spontan „hier“ gerufen. Und kam so in den Genuss einer äußerst informativen, aber auch kurzweiligen Ersthelfer-Unterweisung. Ich habe viel mitgenommen, das ich gerne mit Euch teilen möchte. Vielleicht nimmt es Euch ja in Zukunft – auch ohne aktuelle Auffrischung – die Angst, einfach zu handeln, wenn irgendwer vor Euch liegt.

  • Ruhe bewahren!
  • Hilfe rufen kann jeder. Auch wenn man sich nicht an die Person rantraut, kann man sein Handy zücken und die 112 anrufen. Oder wen GEZIELT ansprechen, der dort anruft.
  • Zum Hilfeleisten muss und darf man sich nicht in Gefahr begeben. Und Gefahren können viele lauern, wenn man in eine Situation kommt, von der man nicht weiß, wie sie entstanden ist. Das soll keine Ausrede sein, denn Hilfe rufen kann und muss man!
  • Vergesst die W-Fragen. Wenn Ihr die 112 anruft, habt Ihr wen an der Strippe, der weiß, was er fragen muss. Also: ANRUFEN!
  • Macht Euch nicht wuschig mit der stabilen Seitenlage. WENN die Person atmet, kann man versuchen, sie in die Seitenlage zu bringen. Auf die Arme aufpassen und dann einfach an Schulter und Oberschenkel (zu einem hin) auf die Seite drehen. Macht kein Gedöns. Es gibt keine B-Noten!
  • Atmet die Person nicht oder nicht wirklich (röcheln gilt auch nicht): SOFORT mit Herzmassage beginnen (ggf. vorher auf einen harten Untergrund bringen)! Dabei kann es passieren, dass die Person die Arme bewegt bzw. hebt. Sofern sie sich nicht massiv wehrt, ist das die unkontrollierte Beugeabwehr. Das ist ein Zeichen für Sauerstoffverlust. Und kein Zeichen für eine wundersame Auferstehung!
  • Bei der Herzmassage gilt: tief, fest, schnell. Am besten von der Seite, stärkere Hand auf den Brustkorb aufs untere Drittel des Brustbeins, andere Hand drauf und drücken, drücken, drücken. (Und unterschätzt das nicht.) Der Rhythmus sollte 30:2 – also Herzmassage zu Beatmung – sein. Beatmung durch den Mund. Das Gleiche gilt für Kinder!
  • Habt keine Angst, was falsch oder kaputt zu machen! Eine Person, die nicht atmet, ist klinisch tot. Wenn Ihr nix macht, bleibt sie das. Daher: machen, machen, machen. Eine eventuell gebrochene Rippe heilt wieder. Daran stibt die Person aber nicht.
  • Denkt dran: Ohne Defibrillator hält eine Herzmassage das System aufrecht – sozusagen den Patienten frisch -, ABER der Patient wird für gewöhnlich NICHT wiederbelebt. Daher muss die Herzmassage solange durchgeführt werden, bis der Notarzt/ Sanitäter übernimmt.
  • Ist ein Laiendefibrillator in der Nähe, sollte eine weitere Person diesen holen. (Einer MUSS solange die Herzmassage weitermachen.) Diese Laiendefis sind ganz einfach zu bedienen, da sie Euch anleiten. Sie reden mit Euch. Geben Euch den Takt der Herzmassage vor. Der Defi-Einsatz erfordert zwei Personen.
  • Ist die Person bei Bewusstsein: Bleibt ruhig! Beruhigt die Person.
  • Bei Verdacht auf Herzinfarkt, Asthma oder Schlaganfall: Person mit aufrechtem Oberkörper platzieren, um die betroffenen Organe nicht unnötig zu belasten.
  • Kleine Verbrennungen (max. zwei Handflächen) mit lauwarmen Wasser kühlen. Kein Eis. Und großflächige Verbrennungen gar nicht kühlen.
  • So schwer es fällt: Bei Krampfanfällen kann man nichts machen, außer die Situation sichern. NICHT festhalten! NICHTS in den Mund!
  • Starke Blutungen werden mit einem Druckverband gestillt. Dazu kann ein Handy, ein Päckchen Taschentücher mit eingebunden werden. Nicht abbinden. Wenn möglich, betroffene Stelle so hoch wie möglich.
  • Nasenbluten: Nacken kühlen und Kopf nach vorne.
  • Hat sich wer verschluckt: Vorne rüber beugen und auf den Rücken klopfen. Hilft das nicht: Heimlich-Manöver (von hinten um den Bauch umarmen und kräftig zugreifen). NICHT im Stehen auf den Rücken klopfen. (Schwerkraft! Der Fremdkörper rutscht tiefer rein.)
  • Ruhig bleiben!

Ein Gedanke zu „Erste Hilfe

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