Mary Poppins

Seit gut sieben Monaten ist unsere Babysitterin bei uns. Wobei der Ausdruck ja eigentlich falsch ist. Der mini-monsieur ist kein Baby mehr. Kindersitterin und Kinderbetreuerin klingen aber komisch. Nanny ist jetzt auch nicht mein Wort. Und so schwanke ich oft zwischen Kinderfrau, der halt falschen Babysitterin oder aber im Freundeskreis „Mary Poppins“.

Sie hat zwar keine magischen Kräfte, aber ich finde sie durchaus zauberhaft. Und der min-monsieur liebt sie auch heiß und innig. Dabei macht sie gar nicht viel. Aber das ist vermutlich das Geheimnis. Sie ist so wunderbar geerdet und strahlt eine tolle Ruhe aus, die dem Kind gerade sehr zu Gute kommt.

Sie muss sich in den zwei Stunden, die sie normalerweise täglich bei uns ist, ausschließlich um den mini-monsieur kümmern. Und das ist auch gut so. Denn diese exklusive Aufmerksamkeit genießt er sehr und braucht er auch gerade. Und das ist auch etwas, was ich wohl kaum so leisten könnte, selbst oder gerade wenn ich ihn von der Kita abholen würde. Denn ich müsste würde mich immer etwas aufteilen zwischen ihm und dem Alltag, sprich Haushalt, Einkaufen, Erledigungen. Mary Poppins hingegen kann sich einfach auf ihn und seine Wünsche einlassen. Sie geht toll auf ihn ein, ohne sich dabei von ihm auf der Nase herum tanzen zu lassen. (Ich bin mir sicher: Sie wird später bald eine tolle Lehrerin.)

Mein Kind so gut betreut zu wissen, entspannt mich sehr. Und zu wissen, dass sie zeitlich relativ flexibel ist, hält mir den Rücken frei.

Dass sie bei uns ist, ist Glück im Unglück. Denn ich habe Mary Poppins erst im zweiten Anlauf gefunden. In der ersten Runde dachte ich, eine gute Unterstützung in einer Jura-Studentin gefunden zu haben. Doch als ich mit ebendieser alles fix machen und vertraglich unter Dach und Fach bringen wollte, meldet sie sich nicht mehr. Gut. Oder auch nicht, aber was sich so anbahnt, braucht keinen Anfang finden. Ich schaltete eine neue Anzeige beim Studentenwerk mit klaren Konditionen: 2 Stunden täglich (5 Tage pro Woche), festes Gehalt, Anmeldung als Mini-Job. Ich bekam ein paar interessante „Bewerbungen“. Drei kamen in die engere Auswahl, davon auch ein junger Mann. Mit der einen war es etwas angestrengt und bemüht. Und der junge Mann war mir leider etwas zu quasselig. Bei Mary Poppins fiel mir sofort positiv auffiel, war, dass sie mich duzte. Das mag nicht jeder, aber es passte. Und das erste Treffen mit ihr war auch gleich angenehm entspannt. Dieser Eindruck ist bis heute geblieben.

Mary Poppins, solltest Du das hier zufällig lesen: DANKE, dass Du bei uns bist. ❤

2 Gedanken zu „Mary Poppins

  1. Pingback: Hackstücke | Groß-Stadt-Ansichten

  2. Pingback: Bange machen gilt nicht | Groß-Stadt-Ansichten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s