Der Ernst des Lebens

Bis vor ein paar Tagen habe ich noch gebangt und überlegt, was mache ich, wenn nicht. Wenn nicht, müsste ich aufhören zu arbeiten oder klagen. Vermutlich eher letzeres. Alternativ habe ich für einen kurzen Moment mit dem Gedanken gespielt, den mini-monsieur zurückstellen lassen, oder zumindest damit zu drohen, um den Druck auf unsere Kita zu erhöhen. Aber zum Glück (wenn auch nicht in unserer Kita):

  • Der mini-monsieur hat einen Hortplatz!

Damit steht der Einschulung im Sommer nichts mehr im Wege. Die ist auch dringend nötig. Die Wissbegirde ist da und kann im Elementarbereich langfristig nicht mehr gestillt werden. Außerdem ist er ziemlich groß für sein Alter. Würden wir noch ein Jahr warten, würde er seine Mitschüler locker um eine Kopf überragen. Mal ganz abgesehen davon ist er kein Kann-Kind und ich halte absolut nichts von Rückstellungen, nur weil man dem Kind noch ein Jahr Spielen gönnen will.* (Wenn es das wirklich noch braucht, ist das eine ganz andere Sache.)

Und nun, wo die Einschulung sicher ist und auch „schon“ in fünfeinhalb Monaten ansteht und es auch „nur noch“ zweieinhalb Monate bis zum Geburtstag des mini-monsieurs sind, dachte ich gestern: „Los, wir gehen endlich mal nach Ranzen gucken.“

Hahaha, „mal gucken“. Also, dass sich der Ranzenmarkt seit 1983 weiterentwickelt hat und dass die Entscheidung nicht mehr „Scout oder Amigo“ und dann Auswahl zwischen jeweils zwei Farben ist (ich hatte damals einen knallorangenen Scout), hatte ich ja schon ein bisschen mitbekommen, aber dass es gefühlt (und vermutlich auch real) 398 Modelle gibt, hatte ich nicht erwartet.

Nach einer Waffel vom Markt (Bornheimer kennen dieses Ritual) radelten der mini-monsieur und ich zum ersten Laden. Dort erwartete uns ein erfreulich überschaubares Regal mit genau zwei Marken: Scout und McNeill. Zweitere gefielen dem Kind optisch und mir ergonomisch nicht. Also guckten wir nur bei einem der Klassiker. Recht schnell war für den mini-monieur klar, dass er gerne einen Ranzen mit Bauchgurt wolle. Das sollte mir recht sein. Und so kamen bei den Scouts die Modelle „Alpha“ und „Sunny“ in die Auswahl. Und dann hatte mein Kind auch schon keine Lust mehr zu probieren. Wir erledigten also erstmal andere Dinge – naja, versuchten es.

Dann ging es in den zweiten Laden, der eine deutlich größere Auswahl hatte. Dank der Erfahrungen aus dem ersten Geschäft konnte ich wenigstens zeitgewinnend selektieren. Die Motivation des mini-monsieurs, auch noch irgendeinen Ranzen aufzusetzen, ging gen Null. Da war schnelles Handeln gefragt. Und so hatte er binnen kürzester Zeit Schultaschen von Scooli, DerDieDas und Ergobag auf dem Rücken. Damit hatten wir dann folgende Ranzen-Anwärter auf der Liste:

  • Scout Alpha
  • Scout Sunny
  • Scooli Twixer
  • DerDieDas ErgoFlex (XL)
  • Egobag

Zu Hause beschäftigte ich mich dann eingehender mit den einzelnen Modellen:

  • Was sie alle haben, ist ein in alle Richtungen einstellbares Rückensystem: genau auf die Körpergröße abstimmbar, Brust- und Beckengurt. Fein.
  • Alle Ranzen gibt es im Set mit Sporttasche, Federmappe, Schlamper(-box)/ Geldbörse und ggf. Heftbox.
  • Der Gewichtsunterschied zwischen dem leichtesten und schwersten liegt bei knapp 500 Gramm (ein halbes Kilo!).
  • Die Farben bzw. Designs rangieren zwischen ziemlich dunkel über grenzwertig hin zu erfreulich zeitlos.
  • Beim Scout Sunny gefällt mir das Seitentaschen-Konzept nicht. Außerdem hat er das geringste Volumen.
  • Die DerDieDas-Ranzen sind mit 800 Gramm bzw. 850 Gramm (XL-Version) die leichtesten. Und das finde ich schon sehr charmant. Allerdings sind sie mir etwas zu lang (42 cm), da ist selbst der große mini-monsieur zu einem Drittel drin verschwunden, sollte er was auf dem Boden suchen. Zudem sind sie bewusst nicht mit DIN erfüllenden Reflektoren ausgestattet (und es gibt auch keine Erweiterungs-Sets).
  • Der Scoolio Twixer ist eigentlich nicht schlecht. Gewicht im Mittelfeld. Preis eher niedrig. Was mich stört, ist die sehr begrenzte Design-Auswahl. Da der mini-monsieur keinen roten oder rosa farbenen Ranzen möchte, fallen schonmal zwei der vier Designs weg und die verbleibenen zwei sind thematisch sehr festgelegt: Dino oder Star Wars.

In der engeren Auswahl sind damit:

  • Scout Alpha: Sicherheitsgedöns (Reflektoren und so) nach DIN, gute Aufteilung, preislich – zumindest online – akzeptabel, die Designs sind erträglich; problematisch finde ich das hohe Eigengewicht (knapp 1,3 kg)
  • Ergobag: ergonomisch sehr durchdacht, gute Aufteilung, Heftbox sehr praktisch, Sporttaschen-System überzeugend, das Grund-Design angenehm zeitlos, Kletties zum Individualisieren, Gewicht akzeptabel; zu kritisieren sind die fehlenden Reflektoren nach DIN (Sicherheits-Kit zukaufbar), relativ hoher Preis und ich mag den Verschluss nicht

Da der Ranzen erfreulicherweise ein Geburtstagsgeschenk von Oma und Opa wird, werde ich mich auch noch mal mit den edlen Schenkern absprechen. Ich tendiere schon eher zum Ergobag. Immerhin sollte der Ranzen wenigstens die Grundschulzeit überleben und da sehe ich bei einem zeitlosen Grund-Design einfach die größeren Chancen.

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* Und es gibt nicht selten die Anfragen nach Rückstellung, weil die Eltern ebendies meinen oder vorschieben, weil ihnen die mit der Einschulung einhergehenden Änderungen im Familienalltag gerade nicht in den Kram passen, z.B. an Schulferien gebunden zu sein.

2 Gedanken zu „Der Ernst des Lebens

  1. Pingback: Meilensteine | Groß-Stadt-Ansichten

  2. Hallo!
    Wir haben uns für einen Scout Ranzen entschieden, weil wir darüber die besten Erfahrungsberichte gelesen haben. Zufälligerweise war aber mein erster Ranzen auch ein Scout 🙂

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