Vertragen

Vor ein paar Tagen, ich hatte den mini-monsieur gerade ins Bett gebracht – er war ziemlich fertig mit seinem gefühlten 398. Schnupfen in dieser Saison -, da klingelte das Telefon. Weil ich fürchtete, dass das Kind wieder wach würde, hob ich, obwohl ich sah, dass es der Kindesvater war, ab. Er wollte, nachdem er seinen Sohn nicht sprechen konnte, wissen, wie es ebendiesem denn ginge. Immerhin fiel ja der feste Skype-Termin zwei Tage zuvor recht kurz aus, weil es dem mini-monsieur nicht gut ging. Wir sprachen insgesamt 18 Minuten – nicht nur über den Gesundheitszustand des Kindes, sondern auch über andere Belange (Schule, Sport, Französisch). Ohne uns anzugiften, zu streiten oder dass irgendwer in Tränen ausgebrochen ist. Das ist schonmal nicht schlecht.

Am nächsten Morgen erzählte ich dem mini-monsieur, dass ich am Abend zuvor mit seinem Vater gesprochen hattem und richtete ich ihm die Grüße und Küsse aus.
„Und ihr habt nicht gestritten?“, wollte er wissen er und es blitzte etwas in seinen Augen auf.
„Nein, wir haben uns nur unterhalten“, antwortete ich.
„Vertragt ihr euch wieder?“, fragte er deutlich hoffnungsfroh.
„Vielleicht so, dass wir wieder miteinander sprechen können, ohne zu streiten. Aber nicht mehr: Der Papa wird nicht wieder bei uns wohnen.“
„Okay.“ Und ich hörte heraus, dass sein Kopf sagte „Ich weiß. So ist es.“, aber sein Wunsch ein anderer, nun wiederum enttäuschter, ist.

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