Entschieden

Schon seit diesem komischen „Vorstellungsgespräch“ bei der Wahlgrundschule bin ich ja nicht so richtig überzeugt, dass der mini-monsieur da unbedingt hin muss. Wir waren da im Oktober letzten Jahres, also elf Monate vor der Einschulung, und da musste ich mich belehren lassen, wie der mini-monsieur den Stift halten solle und dass er ja in sein Französisch deutsche Vokabeln einfließen lassen würde. Ach?! Das Prinzip von aktiver und passiver Sprache bei bilingualen Kindern sollte einer Pädagogin in einer Schule mit bilingualem Angebot bewusst sein. Nun gut. Aber irgendwie dachte ich mir ja, eigentlich ist es ja echt ganz gut für das Kind, wenn er seine Vatersprache frühzeitig lesen und schreiben lernt. Wir gingen mit nichts Definitivem: Die Entscheidung über einen Platz an der Schule fällt erst im März/ April dieses Jahres – also jetzt bald.

Also habe ich nicht nur alle Horte um die zuständige Grundschule sondern auch die um die Wahlgrundschule mit Anmeldungen und Dringlichkeitsschreiben beglückt. Die müssen in Frankfurt bis zum 31.12. (des Vorjahres) bei den jeweiligen Einrichtungen vorliegen. Dann bekommt man Anfang Februar Bescheid. Ich habe bislang einige Absagen, aber noch keine definitive schriftliche Zusage – weder um die eine, noch um die andere Schule. Aber ich habe (berechtigte) Hoffnung für einen Hort in unserem Viertel. Damit schlägt der Zeiger eh schon mehr zu zuständigen Grundschule. Denn ohne Hort keine Schule.

Doch gestern „musste“ ich zum Elternabend an die Wahlgrundschule. Und ich dachte, dass die Einladung zum Elternabend quasi eine Platzzusage sei. Doch der mini-monsieur hat immer noch keinen Platz sicher. Dazu muss er am Freitag erstmal ins Assesment zum Probetag, bei dem er drei Stunden „unterrichtet“ und beobachtet wird, ob er denn wirklich schulreif ist. Und dann hat er auch nur die Hürde in den Lostopf genommen.

Uns wurde also die Idee der Schule vorgestellt und sehr detailliert erklärt, wie die bilinguale Klasse unterrichtet würde. So erfuhr ich, dass in der bilingualen Klasse nicht nur bilinguale Kinder, sondern auch Schüler sein werden, die KEINEN französischsprachigen Hintergrund haben. Also Kinder, die erst in der Schule das erste Mal mit Französisch in Berührung kommen. Dass die Kinder erst ab der 2. Klasse Französisch schreiben und lesen lernen, wusste ich vorher. Dass es dabei aber nur um „Grundkenntnisse“ geht, war mir neu. Auch, dass der Fokus ganz klar auf Sprechen und weniger auf Schreiben und Lesen läge, irritierte mich. Also natürlich sollen die Kinder sprechen, aber dass sie so gut wie keine schriftlichen Aufgaben auf Französisch erledigen werden, finde ich komisch.

Ich bin sicherlich weit entfernt von Tigermom. Aber für so ein Angebot muss ich mein Kind nicht aus seinem Umfeld reißen und vier Jahre lang quer durch die Stadt zur Schule schicken. Da gibt es andere, besser geeignete Angebote, die den mini-monsieur dabei unterstützen, die Sprache seines Vaters zu pflegen.

Und so bin ich ganz froh, dass diese Entscheidung wohl endlich gefallen ist.

Ein Gedanke zu „Entschieden

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