Ruf da jetzt an!

Dass ich heute morgen vor dem Weckerklingeln die Augen aufschlug, lag daran, dass der mini-monsieur bestens gelaunt vor mir stand und forderte: „Ruf jetzt im Kindergarten an, dass ich rübergehen kann.“ Völlig verdattert und auch leicht gerädert, denn lang war die Nacht nicht, guckte ich meinen Sohn an und sah, dass er nicht nur sehr wach war, sondern auch schon angezogen.

Und während ich noch versuchte mich zu entknittern und zu überlegen, wie dieses Wunder – denn normalerweise muss ich immer stundenlang auf ihn einreden, damit er sich wenigstens einen Socken anzieht – zustande gekommen ist, hüpfte er vor mir auf und ab und drückte er mir das Telefon ans Ohr: „Ruf da jetzt an!“ Ich bemühte mich aus der Horizontalen und murmelte: „Und was ist mit Frühstück?“ „Oh, vergessen“, bekam ich als knappe Antwort, während er abzischte.

Als er wieder vor mir stand – ich muss noch einmal eingedöst sein oder er war so schnell – verkündete er: „Hab ich mir selbst gemacht. Rufst Du jetzt an?“ „Was hast Du Dir denn eingepackt?“, wollte ich wissen. „Müsli, Ei, zwei Cornichons und ein Salamibrot“, verkündete er stolz. „Wow“, denke ich, aber so ganz geheuer ist mir das nicht. Ich lasse mir die Dosen zeigen:

Müsli: check.
Ei: check.
Cornichons: check.
Nur das Salamibrot sieht sehr speziell aus: Sechs Salamischeiben – ohne Brot.

Ich rappel mich endgültig auf und gehe in die Küche, um ihm noch ein Brot unter die Salami zu schieben. Dann macht er sich fertig – Schuhe, Jacke, Schal und Mütze – und ich komme endlich seinem Befehl: „Ruf da jetzt im Kindergarten an.“ nach.

Kuss, tschüss und weg.

Krimskrams, bunter

Ich war mal wieder – nach über 6 Jahren – auf einem Konzert. Auf einem guten Konzert. Aber The Busters sind eh ein Garantieschein für Konzerte mit viel Spaß und Tanzen. Dafür habe ich auch meine über 20 Jahre alten Docs rausgekramt.

wpid-img_20150213_190819.jpgDie Ohrenstöpsel habe ich irgendwie dann doch vergessen reinzumachen.

wpid-img_20150213_225042.jpgViele Bilder konnte ich nicht machen, weil wir eigentlich die ganzen zwei Stunden über gehüpft und getanzt haben. (Dass am nächsten Tag die Hüfte beleidigt war, habe ich gerne in Kauf genommen.)

Danke, Barbara und Peter fürs Mitkommen! (Und besonders Peter fürs totale Ausflippen. Dagegen wirkten wir beiden (Ost-)Westfälinnen, wie (Ost-)Westfälinnen sich halt so in der Öffentlichkeit benehmen. *lachendab*)

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Ich habe es ja immer noch nicht wirklich mit Fasching/ Karneval. Aber am Fasching-Sonntag waren wir zum Zuch-Gucken verabredet und anschließend zu einer Familien-Party eingeladen. Da habe ich mich dann doch mal verkleidet.wpid-img_20150216_173751.jpgAus praktischen Gründen ging der mini-monsieur für diesen Zweck als Eisbär.wpid-img_20150219_105544.jpgDenn unter dem Onesie kann er sich schön warm anziehen, ohne dass er was drüber ziehen muss und die Verkleidung wieder hinfällig ist.wpid-img_20150215_141614.jpgDer Zuch war etwas zäh und irgendwie fand sich keine verlässliche Info, wieviele Wagen er in diesem Jahr hatte, und so brachen wir die Aktion nach Wagen 94 mit dennoch gut gefüllten Tüten für die Kinder ab und gingen Kreppel essen.

Das Kostüm für Rosenmontag im Kindergarten stand quasi schon seit November fest, musste aber dennoch Sonntag abend noch schnell fertiggestellt werden (Fellbauch nähen, Ohren aus BH-Einlagen und Haarreif basteln und Fell um die Maske kleben). Der Wunsch war nämlich Fledermaus – und zwar eine naturnahe und kein Batman!wpid-img_20150216_085243.jpg

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An der Jobfront tut sich was. Ich hatte zwei gute Gespäche in den letzten Tagen. Es geht doch nichts über Netzwerke. Wenn ich meines mal noch mehr gepflegt hätte… Aber die Möglichkeiten sind schon mal gut und interessant und vielversprechend.

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Der mini-monsieur (und ich) hat tatsächlich die Wahl zwischen zwei Schulen. Das macht das alles gerade nicht einfacher. Denn solange er keinen Hortplatz hat, können wir nicht entscheiden. Es wird die Schule mit dem Hortplatz den Zuschlag bekommen. Und dann werden wir evtl. umziehen (müssen), was passen könnte, wenn das eine Job-Gespräch einen guten Ausgang nimmt.

Raus

Es ist ja nicht so, dass ich nicht weiß, was mir (also meiner Seele, meine Hüfte meint da was anderes) gut tut. Aber irgendwie lauern eine ganze Menge „abers“ beim Versuch, die Dinge anzugehen. Seit Wochen will ich endlich wieder zum Sport: Yoga und Schwimmen. Aber Sport und Seuche sind kein gutes Team. Und die Seuche hält mich sehr im Griff. Schwimmen wäre derzeit mit der chronischen Sinusitis sehr kontraproduktiv. Ich sammele ja auch so schon jeden Virus auf und verwandele ihn in was Akutes. Yoga ginge sicherlich in den Phasen ohne akut laufende Nase. Aber da kann ich halt nicht jeden Tag hin.

Und dann kommt dazu, dass ich mal wieder total schlecht schlafe. Wenn der mini-monsieur im Bett verschwunden ist, bin ich fast täglich so k.o., dass ich auf dem Sofa einschlafe. Dann wache ich nach vier bis fünf Stunden auf und bin erstmal wach. Zu wach, um wieder einzuschlafen und so rödel ich nachts rum, bis ich wieder müde bin, und habe am Ende der Nacht nur noch wenige Stunden, bis der mini-monsieur in die Kita muss (und ich evtl. zur Arbeit).

Gestern war ich ja mal wieder arbeiten. Mit sehr wenig Schlaf. Heute hatte ich aber überraschend frei (Sonderurlaub wegen Karneval, zu nehmen am Rosenmontag oder Veilchendienstag) und ich war fest entschlossen, was zu machen. Allerdings hatte ich wieder eine ziemlich verkorkste Nacht und heute morgen stand ich auch noch ziemlich neben mir. Ich habe aber dann dennoch aufgeräumt und Kevin mal wieder losgeschickt. Der war lustigerweise etwas bockig und reinigte zuerst nur einen Quadratmeter und meinte dann seine Arbeit getan zu haben. Als ich ihn dann wieder losschickte, machte er doch tatsächlich beleidigt selbstständig die Tür zu. Als er dann wirklich fertig war, war ich es auch. Es reichte gerade mal noch dazu, etwas Obstsalat zu essen, aber dann bin ich wieder komatös zusammengebrochen.

Als ich wieder wach war, war klar, dass ich noch irgendwas machen muss. Sonst kann ich den Nachtschlaf wieder abhaken. Für Yoga und Schwimmen ist die Sinusitis wieder zu akut, aber raus, RAUS geht immer. Und so machte ich mich auf Richtung Grüngürtel. Mit dem Bus nur ein paar Stationen und dann wanderte ich bei grauem Himmel vier Kilometer von Seckbach aus über den Lohrberg wieder zurück nach Seckbach.

20150217_165055_baSeckbach ist echt noch ein Dorf (offiziell Frankfurter Stadtteil). Etwas hutzelig, aber mit Stadtanbindung, irgendwie nett. Irgendwie auch ein Option (zumal die Grundschule einen Ganztagszug hat).

20150217_165127_baFachwerk, Roller und Spielstraße – Dorf pur.

Auf dem Lohrberg angekommen ging es dann um den einzigen Weinbergs Frankfurts rum.

20150217_170114_ba20150217_170304_baAm MainÄppelHaus vorbei.

20150217_170632_baWeil ich Durst hatte, kehrte ich zum ersten Mal in meinen über zehn Jahren in Frankfurt in der Lohrberg-Schänke ein.

20150217_171808_baSehr nett da oben. Und die Karte mit vielen Frankfurter Spezialitäten zwingt einen ja zum Wiederbesuch.

20150217_171158_baDie Skyline ging etwas im diesigen Wetter unter. Und für mich ging es dann auch wieder runter vom Bersch.

20150217_174827_baWas das wohl mal war? Ein bisschen sieht es aus wie eine alte Äppler-Wirtschaft.

20150217_175312_BADas Kunsthaus am Lohrberg war mir bislang unbekannt. Aber mir ist ja noch so vieles unbekannt in Frankfurt. Das bietet noch genug Stoff für weitere Wanderungen.

Ich will da auch mal hin

Als ich letztens so richtig fiese Ohrenschmerzen hatte und sehr unleidlich war am Abend, da machte mir der mini-monsieur ein interessantes Angebot:
„Mama, du könntest ja auch zu Gott gehen.“
„Meinst du denn, dass der mir helfen kann?“, fragte ich.
„Ja, der guckt ja eh schon in dein Ohr.“

Und das war nicht die erste bzw. einzige Unterhaltung mit dem mini-monsieur, bei der es (sehr zentral) um Gott ging. In letzter Zeit drehen sich viele Gedanken des Kindes um ebendiesen. Ich finde es sehr spannend und frage mich bis zu einem gewissen Grad, woher er das hat (und kichere vor mich hin, weil ich weiß, dass der Kindsvater bei dem Gedanken daran Würgereiz hat).

Denn bislang haben Glaube, Kirche und Gott bei uns zu Hause keine wirkliche Rolle gespielt – der ein oder andere christliche Wert natürlich schon. Auch ist der mini-monsieur nicht getauft: Zum einen, weil der Kindsvater das partout nicht wollte*, und zum anderen, weil ich nichts von Babytaufen halte. Glauben ist eine so persönliche Sache, dass ich mich sehr schwer tue, dies für mein Kind einfach so zu entscheiden. Das soll er ruhig mitentscheiden.

Aber man darf nicht vergessen, dass er sein erstes Kindergartenjahr indoktriniert wurde in einem christlichen Kindergarten verbracht hat. Da kam der Pfarrer regelmäßig und erzählte von Gott und Jesus. Oder sie gingen auch in die Kirche, zu der der Kindergarten gehörte. Soweit ich das beurteilen kann, wurde das Thema sehr kindgerecht aufbereitet. Aber ich erinnere mich noch immer schmunzelnd daran, wie eines Tages beim Essen der mini-monsieur seine Arme angewinkelt hob und zu uns sprach: „Gottes Liebe ist wunderbar.“ Während ich mich nur über die Gestik, die mir als Reformierte nicht so geläufig ist, wunderte, blieb dem Kindsvater doch bös der Bissen im Hals stecken. Naja, der Kindergarten nahm halt auch diesen Teil des Bildungsauftrags sehr ernst.

Der jetztige Kindergarten hat allerdings mit Kirche nichts am Hut. Und wenn er nicht wirklich direkt nebenan wäre, hätte ich wohl auch den evangelischen Kindergarten, der quasi hinterm Haus liegt, in Betracht gezogen. Aber so rückte Gott in den Hintergrund.

Doch seit November kommt Gott immer wieder in unseren Gesprächen vor.** Und ich bin schwer angetan, was für Gedanken sich dieser kleine Mann dazu macht. Dass er so erfreuliche, freundliche aber auch tiefsinnige Ideen von „seinem“ Gott hat. Und es beruhigt mich auch ein wenig, dass er trotz seiner akuten militanten krawalligen Phase Gott mit Liebe und Güte verknüpft.

Dazu passte auch dieses Buch, dass wir vor ein paar Tagen zum ersten Mal lasen:

wpid-img_20150213_045939.jpgIch hatte es zufällig gefunden und es lädt wunderschön dazu ein, über alles Mögliche zu philosophieren – auch über Gott, Glaube und was Liebe dabei ist. Wir kamen dabei von einem zum anderen und irgendwann erwähnte ich Gottesdienste und er wünschte sich daraufhin: „Da will ich auch mal hin.“

Und so freue ich mich besonders, dass wir am kommenden Samstag zu einem – wenn auch katholischen – Taufgottesdienst eingeladen sind. Und wenn sein Interesse dann noch besteht, können wir am Sonntag zum Kindergottesdienst in die Kirche hinterm Haus gehen.

Für mich schließt sich ein bisschen ein Kreis. Denn so habe ich auch meinen Weg in den Glauben gefunden. Mich hat keiner gedrängt oder gezwungen. Ich wollte mit meinem Vater in die Kirche gehen.

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* Was mit Blick auf seine Vergangenheit sehr bigott ist, aber ich bin ja nicht so.
** Ich hoffe nicht, aber befürchte, dass das Ereignis mit dem Papa das alte Trennungstrauma von vor 2,5 Jahren wieder „aktiviert“ hat, denn unsere Zeit in Hamburg ist auch immer wieder Thema.

Alleinerziehend

Böse könnte ich sage, dass ich eigentlich seit der Geburt des mini-monsieurs alleinerziehend – nicht zu verwechseln mit alleinversorgend – bin, aber dann wäre ich schon ein bisschen ungerecht – immerhin haben mir die Diskussionen mit dem Kindsvater gezeigt, dass meine Ideen von Kindeserziehung tatsächlich die besseren nicht ganz verkehrt sind.

Und ohne Scherz: Dieses Alleinerziehend ist eine ziemlich ambivalente Sache. Auf der einen Seite finde ich es tatsächlich gut. Ich muss mich nicht abstimmen, keine – in meinen Augen – unnötigen Diskussionen führen. Aber hier fängt die Ambivalenz schon an: Ich habe keinen, der mich unmittelbar spiegelt (oder auch umgekehrt). Wenn ich das „brauche“, muss ich mir bewusst Spiegel suchen. Mein großes Glück ist dabei wohl, dass meine Mama zum einen noch recht jung (für eine mittlerweile fünffache Oma) und zum anderen vom Fach ist (und als Kita-Leiterin seit Jahren die Sorgen von uns „neuen“ Eltern täglich erlebt). Ihr Rat ist mir wichtig (auch wenn ich ihn nicht immer befolge). Und ich weiß, dass ich sie immer anrufen kann, wenn ich mir unsicher sein sollte oder überlege, wie ich das Verhalten des mini-monsieurs einordnen soll oder mir mal wieder zu viel abverlange. Und ich bin nicht zu stolz uneinsichtig ach, was weiß denn ich, um mir auch externe Hilfe zu holen: Erziehungsberatung, engsten Kontakt mit dem Kindergarten. Das alles hilft mir sehr, um nicht durchzudrehen dem mini-monsieur gerecht zu werden.

Woran ich arbeiten muss, ist mir gerecht zu werden. Zum einen ist es sicherlich tief in mir drin ein Tick von mir, dass ich meine, dass ich meine wenige Freizeit neben dem Job meinem Kind widmen muss will und ich mich deswegen sehr schwer tue, obwohl wir eine wunderbare Mary Poppins haben, einfach mal was für mich zu tun. Zum anderen wurde dieses Gefühl all die Jahre vom Kindsvater verstärkt. Dass meine Arbeit mir ja schon genug Freiraum und Zeit für mich böte und dass ich am Abend und Wochenende fürs Kind da zu sein habe. (Und ja, ich höre den vehementen Widerspruch bis hier.) Und so blieb über Jahre vieles auf der Strecke, was ich mir gerade nach und nach „zurückhole“ – zurückholen muss, weil ich sonst durchdrehen würde. Und dabei bin ich sehr froh, dass es mir meine Freundinnen so einfach machen.

Aber es ist ein Kraftakt, die Waage zu halten zwischen meinen Ansprüchen als Mutter, den Bedürfnissen des mini-monsieurs und den meinen. Und dieser Kraftakt wird nicht einfacher (und wirkt gerade fast nicht zu bewältigen) durch die Steine*, die einem als Alleinerziehende eh schon in den Weg gelegt werden.

Aber noch bin ich guter Dinge:

Alles_wird_gut——————————————–

* Unterhalts(vorschuss)zahlungen, Geschwisterbonus sticht Alleinerziehend bei der Hortplatzvergabe, Gerenne und Telefonieren wegen Umgangsregelungen, mich ärgern über Verfahrensbeteiligte, mich um alles kümmern müssen

Genervt

Ich möchte wirklich nicht ausschließen, dass ein Teil meiner aktuellen Beschwerden psychosomatischer Natur ist. ABER

  • ich hatte letzte Woche Ohrenschmerzen aus der Hölle (und wäre fast zum Notarzt gegangen),
  • ich hatte eine Deluxe-Bindehautentzündung (geschwollen und rot als hätte ich einen drauf bekommen)

und nur, weil

  • ich KEIN Fieber habe (weil ich halt keins bekomme),
  • ich kein eiterndes Ohr habe und
  • mein Hals nicht feuerrot ist,

heißt das nicht, dass ich nicht ausreichend krank bin, um nicht AU zu sein. Denn

  • ich habe HNO-bestätigt ein chronisches Problem der oberen Atemwege (und darf nun hochdosiertes Kortisonspray nehmen),
  • ich habe immer noch ein tränendes Auge (und habe schon das AB gewechselt),
  • ich habe wieder Halsschmerzen und
  • ich habe wieder DIESE Kopfschmerzen, die kommen, wenn die Stirnhöhle dicht ist.

Und da nervt es mich übermäßig, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Doc mich auf die Hypochonderschiene schieben will und sich ziert, mich wegen Seuche krankzuschreiben.

Vielleicht Wahrscheinlich werde ich mir einen neuen Hausarzt suchen.

Zu viel?

Irgendwie wäre es ja mal schön, wenn irgendwas einfach mal klappen könnte. Stattdessen habe ich eine stattliche Liste von diversen Baustellen, die irgendwie geklärt, organisiert und angegangen werden müssen:

– Arbeitsamt
– Bewerbungen
– Seuche von mir und vom mini-monsieur
– evtl. der Babysitterin kündigen
– Büro-Situation
– Umgangsregelung
– Hortplatz
– Schulentscheidung
– Launen vom mini-monsieur
– Zahnarzt
– Gyn
– Orthopäde

Und das sind nicht alle Punkte, die mich belastenschäftigen. Klar, einige sind nicht so dringlich und lassen sich schieben. Auf andere habe ich wiederum keinen Einfluss, was auch sehr zermürbend ist. Aber der Rest, den ich selbst erledigen kann muss, reicht mir gerade.

Idee

Nicht, dass es mich erstaunt hätte, aber die Kündigung ist fix. Ich habe es in einem gewissen Maß ja auch darauf angelegt. Dazu kam ein durchseuchter Januar und der Februar ist auch noch nicht ganz viren- und bakterienfrei: immer noch Ohrenschmerzen, am Wochenende allerdings zur Abwechslung rechts. Die letzten drei Wochen habe ich jeweils maximal 3 Tage gearbeitet. Aber darüber wollte ich ja gar nicht schreiben.

Kündigung also. Ab März dann also ohne Job – voraussichtlich, eventuell?! Und vielleicht eigentlich gut so?! Ja, es ist nicht erstrebenswert ohne Arbeit zu sein, aber vielleicht gibt mir das die Gelegenheit, mich in meiner Situation als Alleinerziehende endlich mal richtig einzugrooven. Denn so sehr ich keine Sonderbehandlung als Alleinerziehende bei der Arbeit möchte, so wenig kann ich aber auch – realistisch betrachtet – weitermachen, wie ein Mann eine Vollzeitarbeitende, deren Kind vom Vater und Partner betreut wird.

Zudem lief es ja auch alles andere als gut im Job. Was zum einen sicherlich an der Hierarchie lag. Meine Vorgesetzte hat mich trotz meiner Position oftmals wie eine bessere Praktikantin behandelt, hat mir immer wieder reingeredet, gerne auch mit „das war schon immer so“ oder indem sie mir diktiert hat, was ich in meine Mails schreiben soll. Dazu kam, dass ich kein Team, hahaha, dass ich keine Junior oder wenigstens Trainee hatte, und ich dieses Einzelkämpferdasein wirklich wirklich ätzend finde. Doch es waren nicht nur die Strukturen. Es war/ ist auch mein Verständnis meiner Arbeit: Ich will nicht nur den Kunden verwalten, Zahlen schubsen und Projekte stur abwickelt. Mein Anspruch ist es, inhaltlich fundiert zu konzeptionieren und zu beraten, nicht nur verlängerte Werkbank des Kunden zu sein und zu allem ja und Amen zu sagen, nicht nur für den Kunden sondern auch für die gewünschten (und erforderlichen) Zielgruppe einen Mehrwert zu generieren.

Ich mache meine Job jetzt zehn Jahre und – sicherlich auch durch die Trennung und den ganzen Umbruch, der gerade in meinem Leben stattfindet – ich merke mehr und mehr, dass ich was meinen Anspruch anbelangt keine Lust mehr habe, irgendwelche Abstriche zu machen und wie wichtig mir insbesondere das inhaltliche Arbeiten ist. Das macht die Jobsuche nicht unbedingt einfacher. Und lässt mich tatsächlich auch über Selbstständigkeit nachdenken.

Und auf einmal steht da eine Idee im Raum. Eine Idee, bei der mein Altes Ego mein Studium, mein Hang zum Erklärbär und meine Liebe zum Eventplanen und -durchführen voll zum Tragen kämen.