Kevin the Cat

Meine Eltern haben schon sehr lange einen Kevin. Nur, dass sie ihn nicht Kevin nennen. Und der mini-monsieur findet ihren „Kevin“ seit jeher sehr spannend.

Und ich muss sagen, dass er auch mich fasziniert. „Brauche ich auch so einen“, fragte ich mich immer wieder. Aber in der Wohnung, in der wir vor unserem Umzug nach Hamburg wohnten, wäre es zu klein gewesen mit zwei Erwachsenen, einem Kind und einem Hund. Außerdem zu viele unüberwindbare Türschwellen. In der Hamburger Wohnung hätte er sich da schon eher wohl gefühlt. Aber irgendwie ergab es sich nicht, sich um einen solchen Mitbewohner zu kümmern. Doch als wir in die jetztige große Wohnung – nur mit Laminat und Fliesen – gezogen sind, da kam der Gedanke wieder auf.

Und nun, wo ich wieder alleine (mit Kind) wohne, hatten meine Eltern wohl Angst, dass ich als verhärmter Single (mit Kind) ende und haben mich verkuppelt. Wenigstens war es kein Blind Date. Ich durfte ihn mir selbst aussuchen. Und wer mir auf instagram folgt, weiß schon, wovon ich spreche: Kevin, genau Super-Kevin, ist ein Saugroboter.

Nach einer halb-mittlellangen Recherche habe ich mich für den vermeintlichen marktführenden Hersteller entschieden: iRobot. Die „billigeren“ Kollegen taugen entsprechend der Recherche nicht so viel – zumindest nicht ausreichend, wenn man einem solchen technischen Kollegen Obdach gibt, damit er einem auch wirklich etwas Arbeit abnimmt. Die Hersteller-Website ist an dieser Stelle aber nur bedingt aussagekräftig. Bzw. es ist, wenn man bei diversen Online-Händlern guckt, nicht ganz klar, welche Modelle den nun die aktuellen und welche ältere sind. Ich bin einfach mal davon ausgegangen: je hörer die Nummer, desto neuer. Die Staubsauger-Linie dieser Marke nennt sich Roomba und hat derzeit drei Modell-Reihen: Die 6er, die 7er und die 8er. In Anbetracht der gebotenen Features habe ich mich für den Mittelweg entschieden. Genau für den Roomba 780.

Boah, was war das spannend, als er geliefert wurde. Für den mini-monsieur. Nachdem es beim ersten Öffnen der Packung so aussah, als müsste ich erst noch die Bürsten einsetzen, verschob ich das Un-Boxing auf den nächsten Tag. Sehr zum Leidwesen des mini-monsieurs.

wpid-img_20150109_121514.jpgAber wenigstens haben wir ihn noch getauft: Super-Kevin. Damit endlich dieser Name in unserem Haushalt vergeben ist. Denn vor einiger Zeit stand der mini-monsieur vor mir und verkündete, dass er nicht mehr seinen Namen haben, sondern dass er Kevin genannt werden wolle. (Ja, da sachste als Mutter nix mehr…)

Am nächsten Abend war es dann soweit. Hoffte der mini-monsieur. Doch wie es sich herausstellte, musste Kevin gar nicht zusammengebaut, aber aufgeladen werden. Also suchten wir einen geeigneten Platz im Wohnzimmer, weil er dort voraussichtlich am meisten zum Einsatz kommen wird. Dort stellten wir die Ladestation auf, zupften das Sicherheitssiegel vom Akku und setzten Kevin auf die Station. Beim Versuch, den Wochentag und die Uhrzeit anzustellen, muss ich irgendeine Taste zu lang, zu kurz, zu irgendwie gedrückt haben, denn Kevin düste – vermutlich aus dem letzten Loch pfeifend, der Akku war ja jenseits von geladen – los.

Das Kind und ich betrachteten ihn halb panisch, halb fasziniert und riefen ihm erstmal zu: „Kevin, zurück auf Deinen Platz!“ Stellten dann aber fest, dass das Drücken der entsprechenden Taste, deutlich erfolgsversprechender ist. Kevin fuhr also allein zurück auf die Station. Und während wir seinem ersten Einsatz entgegenfieberten schliefen, lud er auf.

wpid-img_20150109_211749.jpgAm nächsten Tag kam das, was den Einsatz eines Saugrobotes für einige Menschen wohl unpraktisch macht: aufräumen und das ein oder andere Möbel hochstellen. Aber da ich das eh mache, bevor ich sauge, war das jetzt kein Drama. Das einzige Problem war, dass wir keine Virtuelle Wand einsetzen konnten, da ich zwar diverse Batterienarten da habe, aber keine C-Batterien. Ich wollte ihn aber bei seinem ersten Einsatz nicht einsperren (und mich nicht aus Wohnzimmer und Küche sperren) und so war die Wand auf der Türschwelle zum Flur nicht virtuell, sondern ganz konkret, nämlich ein Umzugskarton.

Der mini-monsieur durfte die „Clean“-Taste drücken und dann setzten wir uns aufs Sofa, um Kevin zu beobachten. Eine eher suboptimale Idee: Das Kind konnte nicht still sitzen und gucken, sondern wollte Kevin die ganze Zeit zeigen und sanft dahin lenken, wo er lang sollte. Und mich machte er schon nach den ersten Metern Minuten leicht wahnsinnig: Die Wege, die er absolvierte, mach(t)en keinen Sinn (jaja, man hatte mich vorgewarnt). Er fuhr hier lang, drehte, fuhr zurück, drehte, fuhr nach vorne, nach hinten… Also sooo sauge ich nicht und noch erschloss sich mir die Arbeitserleichterung nicht. Zudem – und deswegen heißt er auch „Kevin the Cat“ – war es wie bei einer Katze: Er jagte diverse Wollmäuse aus dem Versteck, ließ sie dann erstmal liegen, umkreiste sie, um sie dann – glücklicherweise – schlußendlich zu erlegen.

Irgendwann war es mir zu doof und wir ließen ihn allein. Ab und an guckte ich noch, was er machte. Stellte fest, dass er problemlos unter diverse Möbel kommt, unter die ich nur mit größerem Aufwand komme. Und irgendwann war er dann wieder auf seiner Station. Das macht er, wenn er entweder fertig ist (zumindest das meint) oder geladen werden muss. Ich inspizierte Küche und Wohnzimmer (weil ja ein Raum) und war schon ziemlich zufrieden, aber halt noch nicht ganz. Also schickte ich ihn noch einmal los.

Nach der zweiten Runde sah es sehr gut aus. Das, was ich aus dem Staubbehälter holte zeigte auch, dass es sich wirklich gelohnt hatte.

wpid-img_20150119_000327.jpgSeitdem durfte er auch schon in den Flur und mein Schlafzimmer. Das Kinderzimmer konnte aufgrund der Lego-Kontaminierung noch nicht in Angriff genommen werden. Und das Gästezimmer ist derzeit von der Untermieterin zugerümpelt belegt.

Und nach über einer Woche mit Kevin, weiß ich gar nicht, wie ich bislang OHNE Kevin auskommen konnte. Nein, so schlimm ist es nicht, aber er ist durchaus praktisch. Denn in der Zeit, in der er rumdüst, kann ich halt was anderes machen. Oder er kann los, wenn wir nicht da sind (also auch was anderes machen). Natürlich ersetzt er nicht komplett einen „normalen“ Bodenstaubsauger, denn Kanten und Fußleisten oder auch mal die Fensterbank kann er halt nicht absaugen. Aber er macht grundsolide Basisreinigung, ohne dass es mich Zeit kostet, und das ist schon einmal viel wert.

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Disclaimer: Ich habe kein Geld oder sonstige Zuwendungen der Firma iRobot für diesen Bericht erhalten.

4 Gedanken zu „Kevin the Cat

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