Muss das sein?

Letztens saß der mini-monsieur ganz aufgelöst vor mir und erzählte schluchzend, dass die Mutter eines Mit-Kiga-Kindes, nennen wir ihn D, ihm gesagt hätte, er müsste ein Spielzeug von D ersetzen. Es dauerte ein bisschen, bis ich herausgefunden hatte, was passiert war:

Im Kiga ist es so, dass die Kinder jederzeit Spielzeug mitbringen dürfen. Immer. Und soweit ich weiß, gibt es dafür auch keine dezidierten Regel. (Im Gegensatz zum Hamburger Kiga, wo es einen Spielzeugtag gab und klar war, dass die Kinder für ihr Spielzeug verantwortlich sind.) Auch der mini-monsieur möchte hin und wieder was mitschleppen. Das darf er auch. Wobei er allerdings berücksichtigen muss, dass das Spielzeug nicht zu kleinteilig (z.B. Lego, zumal es das auch im Kiga gibt), gefährdend (z.B. das Holzschwert seiner Ritterrüstung) und zu fragil ist. Ich bin der konservativen Meinung, dass es Spielzeuge gibt, die haben im Kiga bzw. einer größeren Gruppe nichts zu suchen. Ich erkläre ihm auch, dass er für das mitgenommene Spielzeug verantwortlich ist. Wenn etwas kaputt geht (solange nicht mutwillig zerstört, wie das aufblasbare Schwert durch Reinbeißen), es abhanden kommt oder er es vergisst, ist das seine Verantwortung.

Nun hatte D wohl ein Laserschwert mit – mit Geräuschen und allem Gedöns. Klar, dass _alle_ Kinder darauf abfahren. Auch der mini-monsieur, der zusammen mit einem Kumpel damit spielte kämpfte. Möglicherweise nicht das sensibelste Spiel, aber es ist ja auch ein Schwert. Aber wohl kein allzu stabiles, denn es wurde irgendwie zerstört in seinen Funktionen eingeschränkt. D heulte der Legende nach, als ihn die Mutter abholte, was sie wohl dazu bewog, den mini-monsieur (vermutlich war er pflichtbewusst am Tatort geblieben) rhetorisch grenzwertig etwas sehr deutlich undiplomatisch in Haftung zu nehmen.

Äh ja, ich kann den Unmut der Mutter ja bis zu einem gewissen Grad verstehen, aber einen 5-Jährigen angehen, geht nun mal gar nicht. Und ich will jetzt nicht den schwarzen Peter hin- und herschieben, aber solche Spielzeuge haben meiner Meinung nach (s.o.) auch nichts im Kiga verloren. Und so ging ich, bereit mein Kind aufs Äußerste zu verteidigen, am nächsten Tag in den Kiga, um mit einer Erzieherin den Vorfall zu besprechen.

Sie bestätigte mir, was der mini-monsieur geschildert hatte, glättete aber auch gleich die Wogen, denn die Mutter hätte nicht noch einmal etwas gesagt, dass etwas ersetzt werden müsse, und gab mir deutlich zu verstehen, dass auch nicht sinnig findet, ein solches Spielzeug in den Kindergarten mitzubringen.

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