Liebes Tagebuch am Fünften – Dezember

Same procedure as last month, Frau Brüllen? – Same procedure as every month!

Ich bin zwar ziemlich fertig, denn gestern war ein Adrenalin-reicher Tag, und so komme ich nicht richtig zur Ruhe. Kruschpel noch hier, plane noch da, gucke noch etwas fern, sodass es

1h30 ist, als ich ins Bett komme. Der mini-monsieur darf aufgrund eines Deals in meinem Bett schlafen, was er platztechnisch auch schamlos ausnutzt. Zudem ist er verschnupft und schnarcht wie eine ganze Bärenfamilie. So verschnupft auch, dass ihm der Rotz aus dem Auge kommt, denke ich. (Ein ekeliges, aber noch wichtiges Detail.)

5h20 Ich werde wach, weil ich dringend wohin muss.

6h40 Der mini-monsieur wird wach, weil er dringend wohin muss, und macht mich auch wach. So halb zumindest, aber ich erbitte mit noch Ruhe. Er geht also seinen Adventskalender plündern. Und da es sich um einen mit Ti*Toi-Inhalten handelt, ist er kurz drauf auch mit dem organge-farbenem Stift aus der Hölle wieder da. Hab ich das wirklich so gewollt? Naja, der Wecker klingelt eh bald.

7h25 Meine Motivation tendiert gegen Null, aber ich bin wenigstens schon mal aus dem Bett raus. Das Kind will jetzt undbedingt meine Freundin wecken, die bei uns übernachtet, und schlüpft zu ihr unter die Decke. Ich mache Kaffee und mache das Kiga-Frühstück fertig. Ich könnte auch duschen gehen. Mache ich aber irgendwie nicht. Stattdessen halte ich Schwätzchen mit meiner Freundin.

8h25 Uuups, wo ist denn die Zeit geblieben? Ich bin nicht geduscht und das Kind nicht angezogen. Hmmm, also beides in die Wege leiten. Zu spät komme ich jetzt wohl so oder so. Als ich fertig bin mit Duschen, hat es der mini-monsieur gerade mal geschafft einen Socken anzuziehen. Naja, immerhin.

8h45 Ich habe noch nasse Haare, bin aber angezogen. Der mini-monsieur ist abflugbereit. Kurzer Anruf im Kiga, dass er nun kommt. Er geht alleine los. Wenn ich jetzt hinne machen würde, könnte ich das Zuspätkommen auf gut 15 Minuten reduzieren, aber irgendwie plauscht es sich so nett mit der Freundin.

9h05 Ich gehe tatsächlich endlich los. Naja, irgendwie werde ich den Tag schon rumbekommen.

9h32 Ich sitze in der Bahn und sehe, dass der Kiga angerufen hat. Das ist ja eher ein schlechtes Zeichen. Der Rückruf bestätigt: Ich soll bitte mein Kind abholen, man vermute eine Bindehautentzündung und die seien ja hochansteckend. Ich steige also an der nächsten Station aus und in die U-Bahn retour wieder ein. Schicke noch kurz eine Nachricht ans Büro, dass ich mich um mein Kind kümmern müsste. So was aber auch…

9h55 Im Kindergarten sitzt der mini-monsieur gemütlich mit einem doch recht rotem Auge beim Nikolaus-Frühstück. Aaahhh Nikolaus-Frühstück?! Mist, das habe ich total vergessen. Er wollte doch O-Saft mitbringen. Schrecklich, was ich mir zur Zeit nicht sofort aufschreibe, rutscht komplett aus meinem Fokus. Er isst noch auf und ist nicht sonderlich erfreut, dass er schon gehen muss. Aber das Auge ist echt rot und das sollte schon ein Arzt angucken.

10h10 Der Weg zum Kinderarzt ist zum Glück nicht weit. Aber heute leider uneffektiv. Denn der Arzt ist im Urlaub. Die eine Vertretungspraxis ist der erste Kinderarzt vom mini-monsieur, zu dem ich bewusst nicht mehr gehen wollte, weil er die doppelte Leistenhernie nicht erkannt hat, und die andere Praxis ist bekannt dafür, dass sie hoffnungslos schlecht organisiert überlaufen ist. Außerdem bin ich bei Augen eh etwas eigen und beschließe, dass wir zum Augenarzt gehen.
Es dauert ein bisschen, bis ich ihn erreiche, aber wir sollen um 11h30 da sein.

11h10 Weil der mini-monsieur ja ein sehr ausgeprägte Anzieh-Schwäche hat, kommen wir erst jetzt los. Es ist und bleibt ein Phänomen, wie lange er braucht, um Schuhe anzuziehen.

11h40 Ankunft beim Augenarzt. Wir müssen warten. Mit wikipedia-Bildern erkläre ich ihm, wie das Auge funktioniert.

12h15 Wir sind endlich dran. Mein Kind macht brav mit, auch wenn ihm das nicht ganz geheuer ist. Es ist eine Bindhautentzündung, eine bakterielle um genau zu sein. Und ich lerne, dass diese NICHT ansteckend sind. Diese Ansteckungsgefahr ist wohl ein ziemliches Ammenmärchen.
Danach fahren wir kurz bei meinem Büro vorbei, um meinen Laptop zu holen, damit ich wenigstens noch eine Sache fertig machen kann.
Aber weil wir gerade eh schon in der Stadt sind, machen wir einen Abstecher über den Weihnachtsmarkt. Ich brauche neue Gerippte und aus irgendwelchen Gründen sind die an einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt am günstigsten und nur dort problemlos in den Größen 0,25 UND 0,3 erhältlich.
Für den mini-monsieur gibt es ein Schinken-Brötchen und eine Fahrt mit dem berühmten Frankfurter Karussell. Und dann geht es nach Hause.

14h15 Zu Hause erwartet uns meine Freundin. Ich möchte muss noch mal den Arbeits-Laptop anmachen, sie will einen kleinen Powernap machen, der mini-monsieur will spielen. Also geht jeder seiner Wege.
Irgendwann darf der mini-monsieur „Es war einmal das Leben“, Folge „Das Auge“, gucken. Ich mache meine Sachen soweit fertig, dass ich sie meiner Chefin schicken kann.

16h15 Während ich warte, beginne ich den heutigen Tagebuch-Eintrag.

16h30 Meine Freundin erwacht aus ihrem Powernap. Sie macht uns Kaffee, wir richten die vielen Kekse, die ich die letzten Tage gebacken habe, auf meiner neuen Etagere an. Ich bin schwer begeistert.

16h50 Meine Chefin rührt sich. Aber so ganz finden wir noch nicht zusammen. Also warte ich, dass sie mich zurückruft.

17h20 Sie meldet sich endlich. Man merkt, dass sie die Unterlagen erst jetzt am Telefon liest. Ich komme mir schon etwas verarscht vor. Ein paar Punkte sind berechtigt, aber andere grenzen an Korinthenkackerei. Dann unterbrechen wir das Gespräch und es dauert mindestens 10 Minuten, bis sie mich um

18h20 nochmal anruft. Wenn ich daran denke, dass ich ihr die Sachen vor über drei Stunden geschickt habe, macht sich doch große Genervtheit breit. Zum Glück dauert das Gespräch nur noch kurz.

18h40 Mir fällt ein, dass ich ja gleich zum Nikolaus-Essen Kekse mitbringen wollte. Schnell ein Sortiment zusammenstellen, mich fertig machen, mit dem Kind kämpfen Augentropfen verpassen, alles abfahrbereit machen.

19h05 Unser Abholservice aka die nie Alkohol trinkende Freundin klingelt.

19h30 Das Kalbach noch zu Frankfurt gehört…

19h40 Ein gemütlicher Abend mit gutem Essen beginnt. Es wird ein sehr spaßiger Abend. Und um 2h00 sind wir erst wieder zu Hause.

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